15.02.2017 | Präparation

Weiße Schädel Adieu?

Ist die herkömmliche Art des Trophäenbleichens schon bald Geschichte? Eine Neuregelung über die Abgabe und das Inverkehrbringen von Chemikalien geben Anlass zu dieser Frage.

Die Personalien und das Vorlegen des Jagdscheins waren bisher für den Erwerb nötig (Symbolbild).
Die kürzlich in Kraft getretene Änderung hat zur Folge, dass Apotheken Lösungen mit einem Gehalt von mehr als zwölf Prozent Wasserstoffperoxid nicht mehr an private Endverbraucher abgeben dürfen. Für das richtige Bleichen von Schädeln, die je nach Bundesland auf Trophäenschauen vorgezeigt werden müssen, ist allerdings eine zirka 30-prozentige Lösung notwendig.
Hintergrund der Verschärfung ist laut eines Schreibens der Bayerischen Landesapothekerkammer 'die missbräuchliche Verwendung von Wasserstoffperoxid für die Herstellung von Triacetontriperoxid (TATP), einem Sprengstoff, der in der Terrorszene Verwendung findet'. Für gewerbliche oder berufsmäßige Verwender soll diese Abgabebeschränkung allerdings nicht gelten. Nach Aussage des Bundesinnenministeriums gegenüber jagderleben fallen unter diesen Personenkreis auch Berufsjäger und Tierpräparatoren, da der Gebrauch von Wasserstoffperoxid Teil ihres beruflichen Tätigkeitsfeldes ist.
Grundlage für das Abgabeverbot ist eine Änderung der Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV), unter die Wasserstoffperoxid bisher fiel. Diese beinhaltete eine Ausnahmeregelung für gewisse Verwendungszwecke, die eine Lösung von mehr als zwölf Prozent erfordern - also unter anderem die Trophäenbehandlung. Seit der Neuerung fällt der Stoff aber unter die 'EU-Verordnung über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe ((EU) Nr. 98/2013)', die 2018 in nationales Recht umgesetzt werden soll. Diese verbietet jedoch die Abgabe an 'Mitglieder der Allgemeinheit'.
RW




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15. Februar 2017 um 22:52 Uhr | von PhilD

schlecht recherchiert und Panikmache

Sehr geehrter Herr Redakteur RW, Ihr Artikel ist voll von gefährlichem Halbwissen und Unwahrheiten und Verbreitet in entsprechenden Kreisen Panik bzw. nichtangebrachte Wut auf die EU. Das sich die ChemVerbotsV geändert hat und H2O2 nun under die EU-Verordnung fällt ist kein Problem, wenn man sich die Zeit nimmt diese Verordnung zu lesen. 1. Bei der 'VERORDNUNG (EU) Nr. 98/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 15. Januar 2013' handelt es sich wie Sie richtigerweise zitieren um eine EU-Verordnung. EU-Verordnungen sind in all Ihren Teilen verbindlich und sie gelten unmittelbar in jedem Mitgliedsstaat, sprich Sie muss nicht wie Sie schreiben bis 2018 in nationales Recht umgesetzt werden, da es keine Richtlinie sondern eine Verordnung ist. 2. Wie Sie in der Verodnung dem Artikel 19 - 'Inkrafttreten' entnehmen können hat die Verordnung eine Gültigkeit seit dem 02.09.2014. Daher kann ich Ihr schreiben 'Die kürzlich in Kraft getretene Änderung...' nicht nachvollziehen. 3. Der europäischen Kommision war sehr wohl Bewusst, dass es auch bei 'Mitgliedern der Allgemeinheit' Gruppen gibt, welche einzelne betroffene Stoffe (H2O2 max. 35Gew-%; CH3NO2 max. 40 Gew-% und HNO3 max. 10 Gew-%) benötigen. Hierzu wurde den Mitgliedsstaaten in Artikel 4 'Bereitstellung, Verbringung, Besitz und Verwendung' Absatz 3 die Möglichkeit geschaffen, dass der Wirtschaftsteilnehmer der diese Stoffe bereitstellt jede Transaktion gemäß Artikel 8 registriert. Lange Rede kurzer Sinn: Auch nach dem Inkrafttreten der EU-Verordnung ist es 'Mitgliedern der Allgemeinheit' möglich das in diesem Artikel beschriebene H2O2 in Konzentrationen >12% <35% käuflich zu Erwerben. Was es dazu benötigt ist vor allem die Angabe der Verwendung. Die Begründung Bleichen von Trophäen ist hierbei vollkommen ausreichend. Meist verlangen die Apotheken die Vorlage des Jagdscheins, um die Begründung glaubhaft zu machen, was man meiner Meinung nach nachvollziehen kann. Von daher wäre es dem geneigten Leser wesentlich hilfreicher, wenn Sie darüber Informieren würden, was in Zukunft beim Erwerb von H2O2 zu beachten ist (was im Übrigen schon in der Bildunterschrift steht und weiterhin so gilt). Inwieweit die EU-Verordnung in der derzeit gültigen Fassung, vor allem in Hinblick auf genannte Stoffe und deren Konzentrationen, Sinn macht ist ein anderes Thema, welches hier nicht zur Diskussion steht. MfG PhilD


16. Februar 2017 um 18:53 Uhr | von jagderleben.de

Antwort auf 'schlecht recherchiert und Panikmache'

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Zu den von Ihnen aufgeführten Punkten will ich mich gerne äußern. Zu 1.: Ich zitiere dazu aus einem Antwortschreiben des Bundesministerium des Inneren vom 14. Februar 2017 an unsere Redaktion: ?Diese EU-Verordnung [(EU) Nr. 98/2013)] harrt der Umsetzung in nationales Recht, die voraussichtlich im Jahr 2018 erfolgen soll.? Zu 2.: Es geht hier um das Inkrafttreten der Änderung der ChemVerbotsV vom 27. Januar 2017 und nicht um die Verordnung (EU) Nr. 98/2013. ?Bei der Änderung der Chemikalienverbotsverordnung wurde Wasserstoffperoxid aus der Verordnung komplett gestrichen?, so das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gegenüber uns. In der ChemVerbotsV ist jedoch das Registrierungssystem aus Artikel 4 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 98/2013 enthalten. Da H2O2 jedoch nicht mehr der ChemVerbotsV unterliegt gibt es auch kein Registrierungssystem mehr und Artikel 4 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 98/2013 wird hinfällig. Zu 3.: Ihr Hinweis auf Artikel 4 Absatz 3 wäre grundsätzlich bis zum 26. Januar diesen Jahres richtig gewesen. Allerdings, so bestätigte uns die bay. Landesapothekerkammer heute nochmals, greift der Artikel, wie oben schon beschrieben, nicht mehr. Hier deren Antwort an uns: ?Ein solches Registrierungssystem für die Abgabe von Wasserstoffperoxid in Konzentrationen über 12 Gew.% wurde in Deutschland mit den Vorgaben der bis zum 26.01.2017 geltenden Fassung der Chemikalienverbotsverordnung aufrechterhalten. In der seit 27.01.2017 geltenden Fassung der Chemikalienverbotsverordnung findet sich jedoch keine entsprechende Regelung mehr, sodass die Bedingungen des Art. 4 Abs. 3 nicht mehr erfüllt sind und folglich das Abgabeverbot von Lösungen bzw. Stoffen und Gemischen mit einem Massegehalt von mehr als 12 % Wasserstoffperoxid an Mitglieder der Allgemeinheit nach Art. 4 Abs. 1 wie beschrieben greift.? Ich hoffe Ihnen damit klar gemacht zu haben, dass dieser Artikel keineswegs Unwahrheiten beinhaltet, sondern die aktuelle rechtliche Situation wiederspiegelt. Mit freundlichen Grüßen RW




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