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Eine Vegetarierin auf der Jagd

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 10:40
Lagerfeuer auf einem Feld bei Nacht © gemeinsam Jagd erleben

Hermann - ein guter Bekannter - hatte mich eingeladen, als Treiberin mitzukommen. Was er alles über die Natur weiß, habe ich schon immer bewundernswert gefunden. Aber wie sich diese Leidenschaft für Natur und (lebendige) Tiere mit der Jagd verbinden lässt, habe ich bisher als Nicht-Jägerin und Vegetarierin noch nicht verstanden. Seine Einladung habe ich daher auch angenommen, um dieser Frage nachzugehen. Es war ein anstrengender und spannender Tag. Nun beobachte ich, wie Hermann und einige andere die erlegten Tiere nach einem bestimmten Prinzip zueinander legen. Zuvor habe ich ihnen auch beim Aufbrechen zugesehen. Sie haben mir erklärt, worauf zu achten ist, während ihre Hände sich langsam blutig rot verfärbten. Für ein Laien-Auge kein schöner Anblick. Auch den Geruch des Blutes habe ich noch in der Nase. Dennoch habe ich großen Respekt gegenüber den Männern, denn ihr Tun hat etwas sehr Ehrliches. Sie freuen sich nicht über den Tod, aber sie verstecken ihn auch nicht. All das, was nach der eigentlichen Jagd geschieht, hat sogar etwas von einer unbestimmten Zärtlichkeit, mit der den toten Tieren eine letzte Ehre erwiesen wird. Wie ihnen ein Zweig ins Maul - nein, es heißt ja Äser - gelegt wird. Wie sich schließlich alle versammeln und jedem Tier sein Signal geblasen wird. Schallend klingen die Jagdhörner in den Herbstabend hinaus. Vegetarierin werde ich wohl bleiben. Aber mit Sicherheit wird auch meine Achtung vor diesen Jäger_innen und ihrer unbedingten Ehrlichkeit gegenüber der Natur bleiben. Gast: Tanja, Jäger: Hermann