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Tobias und Torsten

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 11:42
zwei Männer machen ein Selfie © gemeinsam Jagd erleben

Von den Bäumen kenne ich vor allem diejenigen, auf die ich allergisch bin und Kenntnisse über die jagbaren Wildarten habe ich mir erst im Zuge meiner Arbeit beim DJV angeeignet. Kurz: Jeder Jagdausflug mit einem DJV-Kollegen ist für mich immer ein besonderes Erlebnis und zugleich eine Lehrstunde in Sachen Fauna und Flora. Es ist also nicht mein erster Ansitz, als ich am 8. Mai in der Nähe von Zehdenick (Schorfheide) mit meinem Chef Torsten Reinwald aufbaume (Wir klettern auf den Hochsitz). Es ist ein recht warmer Tag und wir schauen auf eine gut überschaubare Äsungsfläche umringt von Wald. Ich bin froh, dass es nicht regnet, schraube das 300mm Tele an meine Kamera und beginne die Waldkante zu beobachten. Dabei frage ich mich, ob ich wohl heute die berühmten fünf Prozent 'Action' des Waidwerks erleben werde. Ich addiere laut die Stunden, die ich schon auf einem Hochsitz verbracht habe auf immerhin zwölf. Torsten tröstet mich und klärt mich über die Pi-mal-Daumen-Relation zwischen Ansitzstunden und jagbaren Wildarten auf. Es stimmt mich milde, dämpft aber nicht meine Erwartungen.

Nach nur kurzer Zeit zeigt sich ein junger Rotspießer auf dem Grün vor uns: 'Ist nicht wahr!' flüstere ich zu Torsten, der sofort beginnt das Tier anzusprechen (Er bestimmt das Tier nach Art, Geschlecht und Alter). Mein Puls steigt, ich versuche so leise wie möglich zu atmen und überlege, ob ich schonmal den Gehörschutz aufsetzen sollte. Fehlanzeige, der Spießer stellt sich als Zweijähriger heraus und darf nicht geschossen werden. #Schonzeit, denke ich und beginne munter drauf los zu fotografieren. Der Hirsch zeigt sich völlig unbeeindruckt, hoppelt dann aber doch irgendwann wieder in den Wald. Kurze Zeit später äsen dann eine Rothirschkuh und ein weiterer junger Rotspießer vor uns. Gleiches Spiel - Puls steigt, leises Atmen, Finger zu den Ohren. Torsten spricht es an: zwei Jahre alt. #Schonzeit die Zweite sage ich leise und freue mich für den Bock. Ich kann die beiden noch fast 20 Minuten in aller Ruhe beobachten bevor wir wieder abbaumen. Ich addiere drei weitere Stunden zu meiner Gesamtansitzzeit und freue mich auf die nächste Lehrstunde an der frischen Luft. Tobias Bricke