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Voll im Soll

Das 'Scheibchenschneiden' gibt Auskunft über Leistung, Durchzug und Abstimmung von Säge und Schneidgarnitur unter standardisierten Bedingungen. Das Tester-Team hat in 31 mal 26,5 Zentimeter starkem Buchenholz gearbeitet.
(Foto: J. Hädicke)

Der Stichtag für Motorsägen mit einem Hubraum von unter 50 ­Kubikzentimetern war am 1. Februar 2008: Seitdem dürfen nun auch in der Europäischen Union nur noch ­Geräte verkauft werden, die der EU-Emissionsrichtlinie der Stufe 2 entsprechen. Konkret bedeutet das, dass nur noch maximal 50 Gramm pro Kilowattstunde (g/kWh) HC und NOx im Abgas enthalten sein dürfen. Das entspricht einer Reduzierung von 80 Prozent!
In den USA ist man da schon weiter. Laut der kalifornischen Vorschrift CARB greift dieser Grenzwert dort bereits seit dem Jahr 2005. Die sonst in den Vereinigten Staaten geltende Richtlinie EPA wurde ab 2002 bis 2005 auf diese 50 g/kWh gesenkt. Technologisch gesehen ist das ein Quantensprung. Deshalb Hut ab vor den Ingenieuren bei den Motorsägenherstellern, die geschafft haben, was vor wenigen Jahren noch niemand für möglich hielt.

Abverkauf möglich

* ohne Ergostart und Kettenschnellspannung

* ohne Ergostart und Kettenschnellspannung

Zwar ist es auch nach dem 1. Februar 2008 noch möglich, Motorsägen zu verkaufen, die nicht dieser Norm entsprechen, aber diese Ausnahme gilt nur für vorproduzierte Maschinen. Demnach ist also für Anfang 2008 in den Baumärkten und Discountern noch einmal mit einer Flut von Motorsägen aus chinesischer Produktion zu rechnen. Danach wird es allerdings für solche Geräte mehr als eng. Unter diesen Rahmenbedingungen ist Konstruieren statt Kopieren gefragt.
Die Hersteller haben mehrere Strategien in petto, um diese Normen zu erfüllen. Dolmar und Solo schickten Sägen ins Rennen, die mit einem Katalysator aus­gerüstet waren. Da unser Test jedoch gut vier Monate vor Inkrafttreten der neuen Abgasrichtlinien stattfand, waren noch nicht alle Sägen auf dem technischen Stand zur Markteinführung. Besonders gilt dies für letzteres Modell, an dem nach Herstellerangaben noch größere Änderungen am Zylinder und der Auspuff­anlage erfolgen werden. Deshalb verzichten wir bei der Solo auf die Veröffent­lichung der Labor-Messwerte. Der Prototyp lief außer Konkurrenz beim Praxistest mit und hat sich dort auch recht gut geschlagen. Leistung und Durchzug haben schon gepasst, allerdings waren die Vibrationen noch recht hoch.
Die Testkandidaten von Husqvarna, ­Komatsu Zenoah und Stihl arbeiten nach dem Prinzip der Schichtladung, auch Spülvorlage genannt. Positiver Neben­effekt ist bei diesem System eine beachtliche Kraftstoffeinsparung. Die dritte praktikable Möglichkeit zur Verringerung der Abgasemissionen ist der gemisch­geschmierte Viertaktmotor. Aber hier gibt es noch kein praxistaugliches Gerät.

Im Test

(Fotos: J. Hädicke)

(Fotos: J. Hädicke)





















In bewährter Weise haben wir die Sägen nach einem Prüfdurchlauf im zertifizierten Labor von Dolmar vor allem in der Praxis getestet. Hier waren wir im Sachsenwald bei Hamburg unterwegs. Im Vordergrund standen – entsprechend der Zielgruppe dieser Sägen – vor allem das Entasten und Ablängen. Unsere Messungen und Einschätzungen finden Sie direkt in den Infokästen bei den Einzelbesprechungen. Nach dem Neun-Punkte-Schema (null Punkte gleich mangelhaft, neun Punkte gleich hervorragend; Praxistauglichkeit ab fünf Punkte gegeben) haben wir die Aspekte Leistung, Handling und Vibrationen beurteilt. Bei der Leistung finden Sie ergänzend noch die Zeitangabe als Ergebnis des 'Scheibchenschneidens' (Durchschnitt aus je drei Schnitten von vier Testpersonen an einem 31 mal 26,5 Zentimeter starken Buchenblock mit neuer mitgelieferter Schneidgarnitur).