Home Testbericht: 10 x 42-Ferngläser für die Jagd

Testbericht: 10 x 42-Ferngläser für die Jagd

Alle zehn getesteten Ferngläser erwiesen sich als nützlich. Foto: MCO © MCO
Alle zehn getesteten Ferngläser erwiesen sich als nützlich. Foto: MCO © MCO

Alle zehn getesteten Ferngläser erwiesen sich als nützlich. Foto: MCO

Mehrere Argumente sprechen dafür: Die zehnfache Vergrößerung bietet große Detailerkennbarkeit auch auf größere Entfernungen. Die zehnfache Vergrößerung ist zumeist die höchste, die ein (geübter) Beobachter gerade noch freihändig nutzen kann, wenngleich sich ein Anstreichen oder Auflegen stets empfiehlt. Dank Weitwinkelokularen liegen die 10 x 42 in Sachen Sehfeld oft mit den 8 x 56 gleichauf. Modernste Lichtrechnung und die geschickte Kombination hochwertigster Glasmaterialien sorgen für teils erstaunliche Dämmerungsleistung.
Allein schon bei der rechnerischen Dämmerungsleistung besitzt ein 8 x 56 mit dem Wert 21,2 nur einen knappen Vorsprung gegenüber dem 10 x 42 mit 20,5. Kompakte Außenmaße und geringe Masse sind nicht nur bei der strapaziösen Hochgebirgspirsch willkommen, sondern machen 10 x 42-Gläser auch für Auslandsjagden und Urlaubsreisen attraktiv. Summa summarum: Ein 10 x 42-Fernglas ist ein universelles Allzweckglas, das sowohl von den Dimensionen als auch vom Gewicht im Rahmen des Erträglichen bleibt.
 

Testablauf

Exakte Überprüfung der Werkangaben: Dankenswerterweise stellten Minox, Leica und Zeiss ihre Labors zur Verfügung. Foto: MCO © MCO

Exakte Überprüfung der Werkangaben: Dankenswerterweise stellten Minox, Leica und Zeiss ihre Labors zur Verfügung. Foto: MCO

85 Punkte konnten pro Modell vergeben werden.
Konstruktion (maximal 10 Punkte):
Ein Feinmechaniker und eine Optikerin überprüften: optische Konstruktion, mechanische Konstruktion, Verarbeitung des Geräts auf deren Art und Qualität.
Technische Daten (max. 20 P.):
Zur Bewertung kamen: Gewicht, Sehfeld, Naheinstellung, Grad der Wasserdichtigkeit. Die Herstellerangaben wurden durch Stichproben überprüft. Alle Ferngläser bestanden denTest auf Wasserdichtigkeit (5 Min.).
Optische Leistung (max. 20 P.):
Bei Carl Zeiss Sports Optics kam es zur Messung der: Auflösung in der Bildmitte, Auflösung in den übrigen zwei Dritteln des Sehfeldes. Bei der Leica-Camera AG wurde die Transmissionsmessung durchgeführt: Lichtdurchlassgrad am Tag, Lichtdurchlassgrad in der Nacht. Interessanterweise deckten sich die gemessenen Werte einmal mehr nahezu vollständig mit denen der subjektiven Benotung durch unser Testteam (in der Summe). Ein Beleg dafür, dass das menschliche Auge im direkten Vergleich ebenfalls sehr feine Nuancen zu unterscheiden und wahrzunehmen vermag.
Subjektive Bewertung (max. 25 P.):
Viele Jäger sind bereit, für eine gute Marke sehr tief in die Tasche zu greifen, um sicherzugehen, einen wirklich guten Feldstecher zu erwerben. Dieses subjektive „gute Gefühl“ ist auch viel wert, selbst wenn es eben nicht „messbar“ ist. Erfasst wurden: Bildqualität am Rand, Bildqualität im Zentrum, Farbneutralität und Farbsäume, Design und die Ergonomie, der allgemeine Eindruck, wobei das Vertrauen in die Marke mit maximal zwei Punkten (= 2,3 % des Gesamtergebnisses) mit berücksichtigt werden durfte.
Zubehör (max. 10 P.):
Die Kriterien Umfang und Qualität zählten hier. Das Zubehör war in vorangegangenen Tests immer das größte Ärgernis.
Neben den bereits erwähnten Fachleuten testeten mehrere Jägerinnen und Jäger zwischen 18 und 75 Jahren, darunter auch Brillenträger, die Ferngläser nach subjektiven Kriterien.

Docter 10 x 42 B/CF

Foto: MCO © MCO

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Testergebnis: Gut (46 Punkte)
Auch wenn dieser Feldstecher ein sehr gutes Fernglas ist, das für die Jagd mehr als nur brauchbar ist, rangiert es gleichwohl als Schlusslicht in diesem Test. Auffallend ist, dass dieses Fernglas nirgends auffallende Schwächen aufweist. Es erreichte in allen bewerteten Kategorien durchschnittliche Ergebnisse. An sich ist dieses Modell ein sehr ausgeglichenes europäisches Qualitätsprodukt.

 

Kowa XD 44-10,5 Prominar

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Testergebnis: Gut (54 Punkte)
Es handeltsich bei diesem japanischen Fernglas um ein 10,5 x 44. Es zeigte, was die Auflösung anbelangt, kleine Schwächen. Die Transmission war sowohl am Tag als auch in der Nacht im Vergleich zu den Spitzenprodukten nur mäßig. Trotzdem kann man dieses Fernglas weiterempfehlen. Und wer etwas haben will, „was nicht jeder hat“, ist mit diesem Jagdfernglas allemal gut bedient.

Leica Ultravid 10 x 42 HD

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Testergebnis: Sehr gut (70 Punkte)
Dieses Fernglas ist der dritte Testsieger. Es ist unseren Testern als das „Ausgeglichenste“. Alle Benotungen waren knapp vor dem Bestmöglichen. Was die Transmission anbelangt, war das Leica Ultravid überzeugend, konnte aber nicht ganz mit den Besten mithalten, wie die Messungen bestätigten. Allerdings dürfte auch hier der Unterschied so minimal sein, dass er in der Jagdpraxis nicht wirklich relevant ist.

Meopta MeoStar B1 10 x 42

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Testergebnis: Sehr gut (68 Punkte)
Preis-Leistungs-Testsieger: Für Kenner war es keine Überraschung, dass dieses Fernglas sowohl bei den subjektiven Noten als auch bei der Bewertung durch Fachleute und Messungen wirklich sehr gut abschnitt. Den tschechischen Ingenieuren ist es gelungen, Fernoptiken zu bauen, die außerordentlich gut und dennoch bezahlbar sind. Mit einem Preis von nur gerade einmal 809 Euro.

Minox APO HG 10 x 43 BR

Foto: MCO © MCO

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Testergebnis: Sehr gut (68 Punkte)
Punktegleich mit dem Meopta, errang dieses sehr ausgeglichene Fernglas „Made in Germany“ Platz zwei im Mittelfeld. Mit nur gerade einmal 660 Gramm war es das leichteste Binokular in unserem Test. Geliefert wird das Gerät mit ausgesuchten Accessoires in einer massiven Holzkiste. Es ist ein durchaus praktisches Fernglas für Jäger und für Ornithologen. Die Farbneutralität überzeugt.

 

 

Nikon 10 x 42 HG-L DCF

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Testergebnis: Sehr gut (62 Punkte)
Die japanische Optikschmiede Nikon hat in den vergangenen Jahren ihre Beobachtungs-Modelle den europäischen Sehgewohnheiten angepasst. Brillanz und Farbneutralität gefiel dem Testteam. Der Vergleich der technischen Daten sowie das nicht allzu taugliche Zubehör drückten etwas auf die Benotung. Die Ergonomie wurde mit Bestnoten gewertet. Der Nikon-Feldstecher erreichte ein sehr gutes Resultat.

 

Pentax 10 x 43 DCF ED

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Testergebnis: Gut (52 Punkte)
Pentax kam 2008 erstmals mit Beobachtungsoptiken auf den europäischen Markt. Das getestete Fernglas schnitt vor allem bei den Messungen, aber auch bei den Parametern Konstruktion und technische Daten eher unterdurchschnittlich ab, desgleichen auch bei der subjektiven Bewertung durch unser Testteam. Es ist aber nach wie vor ein sehr brauchbares Fernglas mit nur kleinem Rückstand auf die Spitze.

 

 

Steiner Nighthunter XP 10 x 44

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Testergebnis: Sehr gut (60 Punkte)
Das moderne Steiner XP-Fernglas mit Dachkantprisma und dem komfortablen Durchgriff wurde von unserem Testteam in puncto Ergonomie und Design recht gut bewertet. Bei diesem Fernglas drückten die Messungen in den Labors der Optikindustrie sowie die subjektive Bewertung das Ergebnis etwas nach unten. Für die Konstruktion und die Bewertung der technischen Daten erhielt es überdurchschnittlich gute Noten.

 

 

Swarovski Swarovision 10 x 42 EL

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Testergebnis: Ausgezeichnet (77 Punkte)
Dass dieses Fernglas einen Spitzenplatz erreichen würde, war vorhersehbar. Seit Jahren liefern sich die Firmen Zeiss und Swarovski ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es war das modernste Fernglas im Test: Die völlig neu konzipierte Optik dieses High end-Fernglases, mit den sogenannten „Fieldflattener“-Linsen („Bildebener“) fand bei unseren Testern Wohlgefallen. Im subjektiven Teil bekam dieses Fernglas die beste Benotung.

 

Carl Zeiss Victory 10 x 42 T* FL

Foto: MCO © MCO

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Testergebnis: Ausgezeichnet (77 Punkte)
Punktegleich mit dem Swarovision von Swarowski belegte das Spitzenfernglas aus der Victory-Linie von Carl Zeiss Sports Optics Platz eins. Hier überzeugten eine moderne Vergütung und ausgesuchte optische Gläser, was sich auf die Messwerte niederschlug. Die gemessene Transmission stellte im Test das Spitzenresultat dar. Dies ist auf die von Zeiss verwendeten Abbe-König-Prismen zurückzuführen.