Schnelle Tötungswirkung

Der Beschuss ballistischer Gelantine auf 100 Meter ergab mit dem 9,7-g-Ecostrike in .30-06 eine ausgeprägte Kaverne.


Normas neues Bleifrei-Geschoss Eco­strike ist sicherlich eine Weiterentwicklung des Kalahari, das demnächst auslaufen soll. Das neue vernickelte Vollkupfergeschoss wird gedreht statt gepresst. Norma schafft das dank High­tech nun ohne Bleianteil. Das Kupfergeschoss wurde vernickelt, um im Lauf den Abrieb zu minimieren. Kosmetik, denke ich: Kupferabrieb gibt’s trotzdem, um sorgfältige, chemische Laufreinigung kommt man nicht herum. Außerdem ist eine Nickelschicht nicht gerade laufschonend. Das Boattail-Geschoss hat eine tiefe, breite Kaverne mit Sollbruchstellen. Sie ist mit einer Polymerspitze verschlossen. Das trägt nicht nur zum hohen Ballistischen Coeffizienten bei, sondern dient auch als Starter für die Deformierung. Das spitz zulaufende Geschoss hat ein innovatives Design, das Norma Waist (= Taille, Mittelteil) nennt. Mittig ist es leicht durchmesserschwächer in verlaufender Form. Geführt wird es damit hinten und vorne vor der Verjüngung zur Spitze. Das Design vermeidet wohl Gasdrucksprünge sowie übermäßige Laufbelastung. Die BC-Werte sind sehr hoch und übertreffen viele bleihaltige Geschosse. Geringer Geschossabfall und geringe Windempfindlichkeit sind die Kennzeichen.

Hohes Maß an Eigenpräzision

Norma-Munition mit Ecostrike-Geschossen gibt es in 20er Schachteln.


Das Ecostrike in der .300 Win. Mag. erwies sich als überaus präzise. Aus meinem Repetierer ergaben fünf Schuss 20 mm/ 100 m. Fünfer-Streukreise auf 300 Meter zählten 62 bzw. 71 Millimeter. Doch wie wirkt das Ecostrike? Gelatine- und Seifenblockbeschüsse konnten überzeugen. Wirkung wie viele bleihaltige Geschosse. Natürlich kann kein Gelatinebeschuss Wild ersetzen.
Ein Sprung nach Afrika: 175 Meter zeigte der Entfernungsmesser zum Gnu an. Das Fadenkreuz saugte sich auf dem Blatt fest. Schussknall durchbrach die Stille der Wildnis. Ein, zwei Sprünge, und das schwere Wild krachte zu Boden. Dem zweiten Gnu trug ich die Kugel von leicht schräg vorne an. Es lag im Feuer, und der Geschossrestkörper (Restgewicht 6,84 g = 70,33 %) ohne Fahnen konnte nach rund 100 Zentimeter Penetration unter der Decke ertastet werden. Ein Schnitt, das Eco­strike kam zu Vorschein. Etliche geborgene Geschosse hatten Fahnen, andere verloren sie im Wildkörper. Meine Mitjäger und ich erlegten 27 Stück Wild vom Schakal über Warzenschwein, Gnu, Zebra und Oryx bis hin zum schweren Eland (ca. 600 kg). Die Fluchtstrecken lagen zwischen 0 und 400 Meter, das Gros bei Kammerschüssen zwischen 20 und 50 Meter. Gewiss zeigte sich das Eco­strike empfindlich bei Hindernissen. Es wurde das ein oder andere Mal abgelenkt, so vermuteten es einige Jäger. Hier unterscheidet es sich aber nicht von anderen Geschossen. Das Ecostrike stellte eine gute, schnelle Tötungswirkung unter Beweis. Im heimischen Revier streckte ich dann noch zwei Sauen mit der .300 Win. Mag. sowie drei Rehe mit der .308 Win. Die Rehe lagen alle im Feuer und das Schwarzwild nach rund 30 Metern Todesflucht.
Die Geschossgewichte liegen im unteren Bereich des Üblichen. Norma gibt bei der .300 Win. Mag. eine V0  von 1000 m/s (4852 J) an. Tatsächlich zeigte mein Chronograph eine V5 von 930 m/s (4203 J) an, geschossen mit meiner Büchse mit 61-cm-Lauf. Da hat wohl jemand großzügig aufgerundet.
Fazit: Insgesamt betrachtet, ist das ­Ecostrike von Norma eine sehr gute Alternative zu den herkömmlichen bleihaltigen Geschossen – wirkungsvoll von nah bis fern. Trägt der Jäger seinen Part durch verantwortungsvolles, präzises Schießen dazu bei, dann liegt das Wild auch.