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Minox BL 8 x 56 HD: Günstiges Fernglas im Test

Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt: Minox hat mit seinem BL 8 x 56 HD ein günstiges und alltagtaugliches Glas im Angebot.


Ferngläser mit den Kenngrößen 8 x 56 sind seit Jahr und Tag die Arbeitspferde im Jagdbetrieb. Die Preise reichen von nahezu unterirdisch bis hinauf in den Preishimmel, wo sich die Leicas, Swarovskis und Zeiss‘ dieser Branche tummeln. Wer auf dem Teppich bleiben will oder muss, blickt in die Mitte des Optikregals, wo die Preisschilder mit den Aufschriften unterhalb der 1000 Euro Schallmauer leuchten. Hier finden sich die Produkte für den „Otto-Normal“-Jäger, wo Qualität und Preis zueinander passen muss. Allerdings ist die Artenvielfalt in dieser optischen Mittelschicht nicht gerade groß. So findet man auch schnell ein Produkt, dessen moderne Linien und dezente Eleganz herausstechen. Das Minox BL 8 x 56 HD setzt sich erfrischend von altbackenen Gummirippen und Noppen der Mitbewerber ab und zeigt damit eindrucksvoll, das es auch andere Designwege gibt.

Ab ins Prüflabor

Raus aus dem Laden und rein ins Prüflabor, wo sich die inneren Werte des Fernglases offenbarten. Hier wurde schnell klar, dass man bei Minox keinesfalls einen Porsche mit Käfermotor gebaut hat. So fällt auch das Zeugnis in den Leistungsfächern Transmission, Auflösung und Kollimation (Parallelität der Fernglashälften) insgesamt „gut“ aus.

Kaufinteressenten sollten es ausprobieren

Später im Revier machte sich eine leichte Unschärfe im Randbereich bemerkbar, die das rechnerische Sehfeld von 126 Metern auf 1000 Meter Distanz minimal (ca. neun Meter vom Randradius) einschränkten. Im optischen Zentrum bot das BL 8 x 56 HD ein klares, kontrastreiches Bild, sodass wir im Test Damwild auf gut 400 Meter Entfernung bis in die Dämmerung hinein sauber ansprechen konnten. Auffällig waren die Drehaugenmuscheln. Sie rasten fühl- und hörbar in drei Positionen ein, wobei die relativ breiten und wulstigen Ränder den Platz für große Jägernasen deutlich einschränken. Eine „Anprobe“ im Laden ist deshalb ratsam. Den Okularschmutz, auf dem die Prüfer im Labor uns noch aufmerksam gemacht hatten, konnten wir trotz großer Anstrengungen nicht finden; er störte deshalb auch in der Praxis nicht.

Liegt gut in der Hand

Erwähnenswert auch die Haptik des Fernglases, die durch Formgebung und Oberflächenbeschaffenheit einen handschmeichlerischen, ja fast samtigen Eindruck beim Nutzer hinterlässt. Deutlich nüchterner kommt der Preis daher, der mit 799 Euro eine klare Sprache spricht und zeigt, dass modernes Design, Qualität und optische Leistung auch für unter 1.000 Euro zu haben sind.

Fazit: Ein absolut brauchbares optisches Werkzeug für Praktiker zu einem fairen Preis.


Thomas Bock ist seit September 2017 bei den dlv-Jagdmedien. Das Steckenpferd des Niedersachsen ist die "Jagdausrüstung".
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