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Haenel Jaeger NXT: Der neue Geradezugrepetierer im Test

Thomas Bock © Thomas Bock
Thomas Bock
am
Samstag, 01.01.2022 - 10:51
Haenel-NXT-TCB © Thomas Bock
Auf dem Drückjagdstand machte die Haenel NXT eine gute Figur.

Die Büchsen Produkt-Linie „Jaeger“ des Suhler Jagdwaffenherstellers ist um das Modell NXT erweitert worden. Bei der NXT handelt es sich um einen jagdlichen Geradezugrepetierer, bei dessen Einzelkomponenten der Hersteller besonderen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt hat.

Haenel-NXT-System-TCB © Thomas Bock

Der Verschlussstängel funktioniert gut, sieht aber gewöhnungsbedürftig aus.

Der Verschluss

Fangen wir mit unserem kurzem Überblick gleich mit dem wichtigsten Teil der Waffe an, dem Verschluss. Den bezeichnet Haenel selber als Torsionsverschluss. Im Grunde Ein klassischer Zylinderverschluss, der mittels eines Kegelgetriebes beim vorschieben des Kammerstängels in sich verdreht wird. Solche Getriebe kommen überall dort zum Einsatz wo Kraft und Bewegung in einem bestimmten Winkel übertragen werden sollen. Die einfachste und wohl bekannteste Anwendungsform kennen wir aus der gute alten Handbohrmaschine.

Damit der Verschluss auch dahin kommt wo er hin soll hat die NXT natürlich auch einen Kammerstängel. Der ist, inklusive der großen Griffkugel, gut 6,5 cm lang, zweifach abgewinkelt und mit einer leichten Hohlkehle versehen. Sicherlich hochfunktional, optisch erinnert der Stängel allerdings etwas an die Kurbel eines großen Sonnenschirms. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden. Wer mit der NXT schießen will schiebt den Kammerstängel ganz nach vorne, dann kann es losgehen.

Die NXT ist als Handspanner ausgeführt und der Stängel fungiert auch als Spannstück. Erst wenn er ganz nach vorne geschoben ist, ist die Waffe auch gespannt und feuerbereit. Keine schlechte Idee, zumal der Spannhebel bei anderen Herstellern oft unverhältnismäßig klein ja geradezu funzelig gehalten ist, sodass der zum Spannen der Waffe nötige Druck (Kraft) auf eine winzige Fläche gebracht werden muss. Das ist unbequem ja zuweilen sogar schmerzhaft. Bei der NXT, einfach den Kammerstängel um weitere 20 Grad nach vorne schieben fertig.

Das Magazin

Die nötige Munition für den jagdlichen Schuss steckt in einem Kastenmagazin aus Kunststoff, welches per Knopfdruck seinen Schacht verlässt. In die Waffe eingebracht lässt sich dieser Knopf seitlich verschieben, damit ist das Magazin dann zuverlässig gegen Verlust gesichert. Seine Kapazität liegt bei 5 + 1 im Kaliber .308 Winchester.

Die Montage

Für die letzten Drückjagden des Jagdjahres haben wir unsere Testwaffe mit einem Nachtfalke Gen. 3 Zielfernrohr von DDoptics im Format 1-6 x 24 V6 ausgestattet. Die Montage geht dank der Picatinny Basen auf der NXT problemlos. Allerdings haben wir uns für eine Festmontage entschieden. Nach den Erfahrungen mit der Haenel Jaeger 10 ist die Montagehöhe der Optik durch eine Wechselmontage oftmals zu hoch und das Einblick-Verhalten ohne eine zusätzliche Schaftbackenerhöhung unzureichend.

Der Streukreis

Auf der Schießbahn konnte die Jaeger NXT überzeugen. Ein guter Streukreis!

Wenn die Visierlinie für den Schützen bzw. Schützin passt, heißt es laden, spannen, schießen. Mit 5 Murmeln im Magazin und einer im Lauf, lässt sich schon was beschicken.

Unsere Testwaffe ist derzeit mit Geco Star Munition eingeschossen. Das Trefferbild ist sehr zufriedenstellend und liegt mit etwas Konzentration bei einem Streukreis von rund 2 cm.

Fazit

Abschließend ein Wort zur Nachhaltigkeit. Ob ein FSC Wood Compoundschaft aus Birkenholz aus nachhaltigem Anbau die CO2 Bilanz der Republik retten kann, ist fraglich. Die Verbundmaterialien des Schaftes bestehen aber umweltfreundlich aus Celluslose und Baumharz. Fest steht, der Schaft lässt sich unabhängig vom verwendeten Material gut fassen, die Bedienteile der Jagdwaffe sind solide und funktionell verarbeitet.

Die Sicherungselemente am Schlösschen erinnern etwas an die SR 21 von Heym, die ebenfalls über eine Art Schiebewippe verfügt, aber erlaubt ist was der Funktionalität zuträglich ist. Wir sind gespannt auf die ersten Schüsse in freier Wildbahn. Bisher konnte nur „Wild“ im Schießkino erlegt werden. Da hat es aber tadellos geklappt.

Der Repetiervorgang ist geschmeidig und geht mit etwas Übung sehr flott von der Hand. Wir freuen uns jedenfalls auf weitere Jagd-Tage mit der Jaeger NXT.


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