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Entenjagd: Bleifreie Schrotmunition auf dem Prüfstand

Christian Schätze © dlv
Christian Schätze
am
Samstag, 24.10.2020 - 06:59
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DT-10-Kupferschrote © CS
Es müssen nicht immer getarnte Selbstladeflinten sein. Mit Bockflinte (Beretta DT 10 mit 76er Laufbündel) und Kupferschroten ist der Jäger bestens fürs Wasserwild gerüstet.

Nicht zuletzt das jetzt EU-weite Verbot von bleihaltiger Schrotmunition in Feuchtgebieten und deren Pufferzonen zwingt die Jägerschaft dazu, sich ernsthaft mit dem Thema Umstieg auf bleifreie Flintenmunition zu beschäftigen. Dabei kann es zu verschiedenen Problemen hinsichtlich der Treffgenauigkeit und der Trefferwirkung kommen. Ehe man in Reaktion darauf versucht, den Fehler bei der Waffe „abzustellen“, sollte man erst einmal versuchen, von Munitionsseite her Veränderungen herbeizuführen. Dazu ist es allerdings notwendig, genau zu wissen, was man da eigentlich verschießt. In diesem Zusammenhang beschäftigt uns zunächst die Frage, stimmen denn die Herstellerangaben? Zumindest bei einem Produkt konnten wir dies klären.

Nachgezählt – Rottweil Copper Unlimited

Ob der Wasserwildjäger zur 12/70 oder 12/76 Magnum greift, hängt vor allem vom Einsatzzweck ab.

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, lautet ein altes und nicht zu selten richtiges Sprichwort. Wir haben daher Patronen der Rottweil Copper Unlimited delaboriert, Schrote gezählt und diese mit der Schieblehre gemessen. Das hilft unter anderem, die passende Kombination aus Kaliber und Schrotstärke für den jeweiligen Einsatzzweck zu finden. Untersucht wurden jeweils zehn Patronen im Kaliber 12/ 70 und 12/ 76 Magnum in den Schrotstärken 2,75 und 3 Millimeter (Ergebnisse gemittelt). Nach der Untersuchung kann bestätigt werden, dass die Qualität der Patronen sehr hoch und ebenso gleichmäßig ist. Dass die Schrotgröße nicht exakt der auf der Packung angegebenen entspricht, bewegt sich wohl noch in normalem Rahmen. Wer sich die Mühe macht, Blei- oder Weicheisenschrote nachzumessen, wird das bestätigen können.

Unser Praxistipp: Vor der Jagd empfiehlt es sich, mit verschiedenen Chokes und unterschiedlichen Vorlagen im Revier oder auf dem Stand Anschusstests (25, 30, 35 Meter) zu machen. Wir haben das getan. Unsere Empfehlung für Enten: 12/ 70; 2,75 mm (bis 30 Meter). Für Gänse: 12/ 76; 3 mm (bis 35 Meter). Dabei sollten nicht zu enge Chokes verwendet werden! Der 1/ 2- Choke ist selbst bei der Gänsejagd in der Regel völlig ausreichend. 


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