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Durch dick und dünn

(Foto: R. Walch)

Nicht ohne Grund stellen Jäger und Rüdemänner an Waffen und Ausrüstung hohe Ansprüche. Dies gilt umso mehr bei Extremsituationen wie einer Nachsuche. Auch die Be­kleidung muss dabei allen Witterungen trotzen, betont zweckmäßig und äußerst robust sein. Beste Materialien und eine solide Verarbeitung bilden dafür die Grundlage. Dennoch sollte so eine Nachsuchenjacke bezahlbar bleiben. So viel sei vorweg verraten: Alle vier Testmodelle haben nicht enttäuscht.

Parforce-Signalparka von Frankonia

(Foto: R. Walch)

(Foto: R. Walch)


Der Parforce-Signalparka von Frankonia hielt in der Testphase von zwölf Monaten das, was er auf den ersten Blick versprach: Funktionell und solide verarbeitet, dabei absolut robust und wirklich dornenfest – eine Werbeaussage, die hier wirklich einmal stimmt. Während harter Nach­sucheneinsätze durch Schlehen- und Weißdornhecken drang nicht ein einziger Dorn durch die Jacke: dank des extrem eng gewebten Oxford-Nylongewebes. Darüber hinaus ist sie eng anliegend und verfügt so über angenehme Trageeigenschaften – hier flattert nichts und man bleibt auch nicht hängen. Sie ist absolut wasserdicht.Die Jacke verfügt über zwei große Blasebalgtaschen mit Patten sowie zwei Schubtaschen, die sich mit robustem Reißverschluss öffnen und schließen lassen. Gut durchdacht auch die angebrachte Patronenschlaufentasche, die sich zum Schutz vor Verlust per Reißverschluss versenken lässt, andererseits zum schnellen Nachladen sofort griffbereit ist. Weiterhin verfügt die Jacke über zwei Innentaschen mit Klett- bezeihungsweise Reißverschluss für Jagdschein et cetera.
Bei großer körperlicher Anstrengung sorgen zwei Unterarmbelüftungsschlitze für Luftzirkulation, die sich bei Bedarf ebenfalls mittels Reißverschluss schließen lassen. Dennoch: Trotz angenehmen Netzinnenfutters wird man auch hier von innen leicht klamm, wenn es „zur Sache geht“. Das Tragen von Funktionsunterwäsche und einem Baumwollhemd reichen hier ­völlig aus. Andererseits erwies sich die Jacke während der Jagdpausen als absolut winddicht – ein wichtiger Faktor zum Schutz vor Verdunstungskälte.
Angenehm auch der hoch schließbare Kragen mit abzippbarer Kapuze, beide mit rotem Fleece ausgeschlagen und gut wärmend. Die Ärmelabschlüsse und die Knopfleiste, unter der ein robuster Zwei-Wege-Reißverschluss verborgen ist, schließen mit robusten, gummierten Druckknöpfen zuverlässig. Die große Rückentasche, die durch drei Reißverschlüsse zum wasserdichten, verlängerten Rückenteil oder zur Sitzunterlage umfunktioniert werden kann, ist geräumig und bietet Platz für Erste-Hilfe-Set und Kleinutensilien. Die ­Signalwirkung in rotgrün wurde von übrigen Jagdteilnehmern sowie auch von Autofahrern als sehr gut bezeichnet.
Fazit: Nach zwölf Monaten Nachsuchen- und Drückjagdeinsatz sieht der Parka zwar nicht mehr aus wie am ersten Tag, hat aber nichts an Qualität und Funktionalität eingebüßt. Er überzeugt durch ein gut durchdachtes Taschenkonzept und absolute Robustheit. Nach einer solchen Jacke habe ich bislang lange gesucht, zumal das Preis-Leistungs-Verhältnis des Parforce-Signalparkas (Gr. S, M, 3XL) mit 179 Euro bei Frankonia mehr als stimmig ist. RJM B. Gerlach

Hundeführerjacke Soonwald

(Foto: R. Walch)

(Foto: R. Walch)


Die „Soonwald“-Hundeführerjacke gibt es in verschiedensten Ausführungen. Jegliche Sonderwünsche können vom Hersteller erfüllt werden. Getestet wurde das Modell „Nachsuchenführer“.
Ich testete die Jacke auf zirka 50 Jagden als Hundeführer. Sie erwies sich als sehr robuste, trotzdem superleichte, funktionelle, dornenfeste und stets sehr gut sichtbare Jacke mit gro­ßer Bewegungsfreiheit. Bei der Ausführung ,,Nachsuchenführer“ ist in der Brusttasche eine Öse zum Herausziehen von Markierungsband eingearbeitet. Die Brusttasche lässt sich mit Druckknöpfen und einem Reißverschluss verschließen. In ihr befindet sich ein eingenähter Metallring zur Befestigung des Schlüssels. Ein Patronenetui und eine Handytasche lassen sich zusätzlich mit Klettbändern an gewünschter Stelle in der ­Tasche fixieren und sind im Lieferumfang enthalten. In einer großen und geräumigen Seitentasche bietet die Jacke noch mehr Stauraum für Utensilien (Handschuhe, Wildbergehaken etc.). Um das Hineinfallen von Fichtennadeln oder Schnee zu verhindern, hat die Hundeführerjacke einen extra hoch schließenden Kragen mit Gummizug.
Technische Details: Das Material der Jacke besteht aus einem Dreifach-Laminat aus 100 Prozent PES mit Klimamembrane. Sie ist winddicht, wasserdicht und atmungsaktiv, bis 60 °C maschinenwaschbar, für chemische Reinigung geeignet.
Fazit: Auch nach hartem Reviereinsatz und mehrfachem Waschen kann man an der Jacke keine groben Verschleiß­erscheinungen feststellen. Alle Druckknöpfe und die Reißverschlüsse sind voll funktionsfähig und alle Nähte haben auch im dichtesten Dornenverhau gehalten. Die Hunde­führerjacke „Soonwald“ – Ausführung „Nachsuchenführer“ – kostet 118,75 Euro (alle gängigen Größen). R. Walch

Schutzjacke für Hundeführer

(Foto: M. Meyer)

(Foto: M. Meyer)


Unter Nachsuchenleuten und Stöberhundführern ist der Name Mikut seit Jahren ein fester Begriff. Neben seinen erfolgreichen „Kampfanzügen“ und Spezial-Signalhals­bändern für den Hund produziert Friedhelm Mikut auch Beinlinge mit Schutzeinlagen gegen Schlagverletzungen durch Sauen für den Hundeführer. Ein weiteres Glanzlicht ist seine Hundeführerjacke. Sie ist aus einem extrem robusten Cordura­stoff gefertigt. Weit sichtbar ist eine einheitliche Farbe von leuchtendem Orangerot, die auch nach so mancher „Schlammschlacht“ und vielmaligem Waschen nichts an Leuchtkraft einbüßt. In der Dunkelheit unterstützen noch Reflektorstreifen an Rücken und Vordertaschen die Sichtbarkeit. Der Stoff ist absolut riss- und durchstoßsicher gegen Schwarzdorn und Brombeere. Auch nach weit über 100 Einsätzen auf der Wundfährte und beim Stöbereinsatz hat sich kein Materialverschleiß bemerkbar gemacht. Die Jacke ist trotzdem sehr leicht und bequem zu tragen. Dem festen, wasserdichten Jackenverschluss dient ein grober, immer funktio­nierender Plastikreißverschluss. Eine Gummierung auf der Innenseite verhindert bei Starkregen ein Durchnässen des Trägers. Der einmal nass gewordene Cordurastoff trocknet sehr schnell bei Zimmertemperatur oder leichtem Wind, sodass selbst bei täglichen Einsätzen nicht auf Ersatzbekleidung ausgewichen werden muss. Obwohl die Mikut-Schutzjacke mit einem breiten Lüftungsschlitz am Rückenteil und vorn auch mit vier Klettverschlüssen – für bessere Ventilation im Sommer oder bei Extrem­einsätzen– als Alternative zum Reißverschluss versehen ist, merkt man sehr wohl den „Dampf“ in der Jacke – nicht nur, wenn es zur Sache geht (Wohl ein generelles Problem bei allen marktgängigen Schutzjacken).
Sehr von Vorteil ist der großzügige Schnitt und die verlängerte Rückenpartie, die nicht nur die empfindliche Nierengegend gegen Zugluft schützt, sondern das Eindringen von Nässe und Fichtennadeln in den Hosenbund erfolgreich verhindert. Dem selben Ziel dient ein stufenlos per Klettverschuss verstellbarer Stehkragen. Die Krageninnenseite ist mit einem roten Cordstoff versehen, der wärmt und Feuchtigkeit aufsaugt.
Die Jacke ist mit drei durch Klettverschluss gesicherten Taschen versehen. Eine davon liegt auf der linken Brust und ist von innen zugänglich. Neben der Verstauung von Handy oder Funkgerät eignet sie sich besonders zur Aufnahme von Markierband, das durch einen schmalen Schlitz nach außen gefädelt wird und somit auch mit Handschuhen jederzeit greifbar gemacht wird. Beiderseitig finden sich noch zwei Durchreichschlitze, um an Taschen der Unterbekleidung zu gelangen. Parallel zu dem rechten Schlitz erreicht man eine weitere recht geräumige Innentasche, ­deren Eingang aber nicht immer auf Anhieb zu finden ist. Zusätzliche Taschen auf dem Oberarm und in der Nierenschürze sind eine Anregung wert, um etwa Verbandspäckchen oder Ersatzpatronen unterzubringen. Wer auf sie als Extras zurückgreifen will, wird sicherlich bei Herrn Mikut beim Anfertigen „seiner“ Jacke ein offenes Ohr finden.
Der Cordurastoff ist in einem gewissen Umfang aufgrund seiner Beschaffenheit selbstreinigend. Dennoch lässt sich die Jacke problemlos bei 30 °C in der Waschmaschine ­waschen.
Fazit: Besonders auffällig bei dem langen, strapaziösen Praxistest ist die Langlebigkeit der verwendeten Materialien. Die Stabilität und Funktionalität von Cordurastoff, Gummierung, Nähten und Klettverschlüssen sowie der Erhalt von Farbe und Leuchtkraft sprechen für erstklassige Qualität. Der anfangs stolz erscheinende Preis von 237,41 Euro für die Schutzjacke (alle gängigen Größen) von Mikut wird sich aber sehr bald als sinnvolle Investition bemerkbar machen. ROJ Matthias Meyer

Stretch-Air-Jacke

(Foto: F. Schmoll)

(Foto: F. Schmoll)


Mehr als zwei Jagdsaisons lang wurde die Pfanner-Hunde­führerjacke und in diesem Zusammenhang ein langärmeliges Funktions­unterhemd (Stretch-Air-Shirt Husky) getestet. In einem anderen Test zuvor hatte sich bereits die Hundeführer­hose von Pfanner bewährt und ließ Viel­versprechendes auch für die Jacke hoffen.
Die in Rot und Gelb gehaltene Jacke ist aus elastischem Kevlar-Stretch-Material gefertigt und an besonders beanspruchten Partien (Schulter) mit wasserdichtem Keprotec verstärkt. Ausreichend breite Reflektorsteifen auf der Front- und Rückseite sorgen auch bei schlechten Sichtverhältnissen zusätzlich für besseren Schutz des ­Trägers. Die durch Reiß- und Klettverschlüsse gesicherten Taschen bieten ausreichend Stauraum für alle wichtigen jagdlichen Utensilien.
Auf der Innenseite der Jacke sorgt ein speziell eingearbeitetes Gewebe für ein erträgliches Innenklima. Reißverschlüsse unter den Achseln bieten, wenn es nötig ist, zusätzliche Zirku­lationsmöglicheit.
Im Zusammenspiel mit der Funk­tionsunterwäsche aus atmungsaktivem Mikrofleece trotzt man mit dem Pfanner-Outfit nicht nur den widrigsten Wetterverhältnissen und bleibt dabei angenehm warm und trocken, sondern hat auch nahezu keinen „Schwitzeffekt“ (im Herbst und Winter), bei dem es irgendwann einmal „innen und außen gleichermaßen nass“ ist.
Wenngleich die Verarbeitung – wie bei Pfanner üblich – hervorragend ist, muss nach mehr als 100 Einsätzen auf Drückjagden und Nachsuchen im dichtesten Verhau fest­gestellt werden, dass der Oberstoff der Jacke doch anfängt, Fäden zu ziehen. Ein nicht gänzlich zu ­vernachlässigender Nachteil der Jacke ist zudem, bedingt durch die raue Oberfläche, die damit einhergehende rasche Verschmutzung. Insbeson­dere im dichten und nassen Schwarzdornverhau kann dies eine Rolle spielen und gerade dort sitzt ja oft das Wild, sei es bei der Drückjagd oder bei der Nachsuche. Die farbliche Signalwirkung leidet in der Folge solcher Einsätze so stark, dass die Jacke danach gewaschen, mindestens aber ­abgespritzt werden muss.
Fazit: Bei einem Preis von 225 Euro für die Jacke (in allen gängigen Größen) und 49,92 ­Euro für das Micro-Fleece-Shirt bietet Pfanner höchsten Tragekomfort. Das Stretchmaterial fordert im Extrem­einsatz zwar seinen Tribut – Löcher oder Risse blieben dennoch „Fehlanzeige“. Die Jacke kann daher uneingeschränkt empfohlen werden.
Karl Walch

Schutzhose 'Keiler'

Guter Tragekomfort: Die mit vielen Taschen ausgestattete Schutzhose Keiler.
(Foto: M. Meyer)

Guter Tragekomfort: Die mit vielen Taschen ausgestattete Schutzhose Keiler. (Foto: M. Meyer)


Für den Stöberhundführer und den Nachsuchenführer, der mit seinen Hunden am wehrhaften Schwarzwild arbeitet, bedeutet es immer ein erhöhtes Risiko, beim Angehen des Standlautes von dem annehmenden Stück Schwarzwild schwer und zum Teil sogar lebensgefährlich verletzt zu werden. Vorsicht bleibt die Mutter der Porzellankiste in solchen Situationen, denn das Angebot entsprechender Hosen mit Stich- und Bissschutz im Beinbereich ist auf dem Markt überschaubar klein.
Der Hundeführer braucht eine Hose, die zum einen wasserfest ist und einen Schutz vor Brombeeren und Schwarzdorn bietet, wenn er sich im dichten Zeug auf die Sauen zubewegt. Zum anderen soll die Hose so beschaffen sein, dass sie einen wirkungsvollen Schutz der Beine und Schlagadern vor Biss- und Schlagverletzungen durch annehmende Sauen bietet. Dabei darf die Bewegungsfreiheit des Hundeführers jedoch nicht eingeschränkt sein. Beinlinge, die einen solchen Rundumschutz aufgrund eines Stichschutzgewebes bieten, sind über der ­eigentlichen Jagdhose zwar leicht anzuziehen, behindern aber den Hundeführer in der Beweglichkeit und Schnelligkeit durch ihre starre und schwere Beschaffenheit.
Doch es gibt auch Lichtblicke: Ganz anders hat jetzt die Grube KG dieses Problem mit ihrer Schutzhose „Keiler“ gelöst. Ein Cordura-Baumwollgemisch bildet den Oberstoff der Hose. Dieser Stoff ist nicht nur Wasser abweisend und ein idealer Nässeschutz, sondern absolut robust gegen Dornen und Stacheln. Obendrein ist er weitestgehend Schmutz abweisend und selbstreinigend, was gerade für den Einsatz bei Regenwetter sehr von Vorteil sein kann. Bei über 100 Einsätzen im Langzeittest ist bisher weder eine Beschädigung des Oberstoffs noch der Nähte festzustellen. Auch häufiges Waschen bei 30 °C hat der Beschaffenheit des Cordurastoffs nichts anhaben können. Wie auf dem Werksfoto ersichtlich (markierte Zonen), sind in den gefährdeten Bereichen der Beine Kevlar-Sicherheitsfüllungen eingearbeitet, die zusätzlich noch mit reinem Cordurastoff abgedeckt sind. Dadurch wird einerseits der Schlag einer annehmenden Sau abgemildert und zum anderen, was deutlich wichtiger ist, ein Aufschlitzen der Beine und besonders der Schlagadern im Schritt vermieden. Gleichzeitig wird aber durch die abgegrenzten Polster die Bewegungsfreiheit in keiner Weise benachteiligt.
Zur Unterbringung wichtiger Nachsuchenutensilien besitzt die Schutzhose neben zwei normalen großräumigen Schub­taschen auch noch zwei Gesäßtaschen, die mit Reißverschlüssen verschließbar sind, und eine großzügige Beintasche mit integrierter Messertasche zur Aufnahme von Jagdmesser und Markierungsband. Im Hosenbund finden wir auch noch eine kleine verschließbare Innentasche für Geld, Fahrzeugschlüssel oder Reservepatronen. Ein verlängerter Bund auf der Rückseite der Hose dient als wärmender Nierenschutz. Die Hose ist für ­Hosenträger und Gürtel ausgelegt, wobei extra breite Gürtel­laschen den Sitz der Hose, auch bei viel Bewegung des Hundeführers, angenehm unterstützen.
Fazit: Die Schutzhose „Keiler“ vereint alle Vorzüge, die der Hundeführer sich in der Dickung vor einer gestellten Sau nur vorstellen kann. Sie ist ein gelungener Rundumschutz, sehr pflegeleicht, von langer Lebensdauer und zu einem interessanten Preis erhältlich. Lieferbar in allen gängigen Konfektionsgrößen bis 60, kostet die Schutzhose „Keiler“ bei Grube 119 Euro. ROJ Matthias Meyer