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Bergara BA 13 – Preiswerte Kipplaufbüchse für die Bockjagd

Roland Zeitler © dlv
Roland Zeitler
am
Montag, 13.04.2020 - 07:34
Bergara BA 13 © Roland Zeitler
Kipplaufbüchse BA 13 Take Down des spanischen Herstellers Bergera

Winzig, fast Revolvergröße, waren meine ersten Gedanken, als ich die Bergara Kipplaufbüchse BA 13 Take Down in Händen hielt. Eine echte Wildererwaffe. Diese wären in der Vergangenheit froh gewesen, wenn es solch eine Waffe von der Stange gegeben hätte.

Grundton schwarz. Gerade mal 80,5 Zentimeter lang. Zu schleppen hat man aber dann doch drei Kilogramm. In Sekundenschnelle ist sie in drei Teile zerlegt. Der Vorderschaft lässt sich im Gegensatz zum Modell "Scout" mittels Schnäpper abnehmen. Der geflutete Lauf ist ein Stummel von nur 42 Zentimeter, hat aber stattliche 19 Millimeter Mündungsdurchmesser. Ein Gewinde für einen Dämpfer ist vorhanden. Auf dem Lauf sitzt eine aufgeschraubte und verklebte Picatinny-Schiene für die Zieloptik. „Angeschweißt“ wurden dagegen die Befestigung für den Vorderschaft sowie das Hakenteil für die Verriegelung und die Querbolzenabstützung.

Hahn mit Sporn-Verlängerung rechts

Verriegelt wird mit umgelegt v-förmiger Kulisse. Das kenne ich sonst nur noch von Thompson Center. Beide halten starker Belastung stand. Der schlichte Systemkasten aus Stahl erinnert eher an ein Gussteil. Entriegelt wird durch Drücken des Abzugsbügels nach innen. Am Fingerhaken findet der Abzugsfinger bequem seinen Platz. Ein kurzer, kräftiger Druck, und der Lauf kann abgekippt werden.

Der Hahn mit rechtsseitiger Sporn-Verlängerung zum bequemeren Greifen (auch bei montiertem Zielfernrohr) hat nur zwei Stellungen, keine Sicherheitsrast. In vorderer Stellung ist er allerdings blockiert, und nur über eine Abzugsbetätigung kann er den Schlagbolzen erreichen – quasi das Urprinzip der Handspannung.

Bergara-BD-13-zerlegt © Roland Zeitler

2 Mit wenigen Handgriffen zerfällt die kurze Büchse in ihre Hauptbestandteile. So zerlegt, passt sie in eine Reisetasche.

Monte-Carlo-Schaft beidseitig mit Backe

Der Schaft ist aus griffigem, feinmattiertem schwarzem Kunststoff. Dank Fischhaut an Pistolengriff und Vorderschaft bot er auch bei Nässe den nötigen Halt an der Waffe. Satt und schlüssig konnte im Test meine Hand den Vorderschaft umfassen. Hinten fährt sie in das Loch am Schaft und greift den Pistolengriff fest.

Hinzu kommt die gefühlvolle Wangenanlage an der hohen Schaftbacke. Dadurch resultiert der gute Einblick ins Zielfernrohr beziehungsweise ins Rotpunktvisier. Der Hinterschaft ist im Monte-Carlo-Style ausgeformt, mit beidseitig geführten Backen, für Links- und Rechtsanschlag. Den Abschluss macht eine dicke, hinten genarbte Gummischaftkappe.

Für den Test wurde ein 24 Zentimeter langer Schalldämpfer mit 40 Millimeter Durchmesser von Roedale mitgeliefert. Mit ihm wird die schlanke führige Waffe immerhin 103 Zentimeter lang, ist aber auch mit dieser Verlängerung noch weiterhin super führig.

Was die Geräuschentwicklung betrifft, so war selbst mit Unterschallpatronen (Sub Sonic) der Schussknall noch gut vernehmbar, mit normalen Überschallpatronen noch deutlich lauter. Doch bei Weitem nicht so laut wie ohne Dämpfer. Gerade wegen des kurzen Abstands von der Mündung zum Ohr ist ein Gehörschutz unbedingt nötig. Im Jagdbetrieb erwies sich der Schalldämpfer als sehr praktisch.

Bergara-BD13-gebrochen © Roland Zeitler

BA 13 TD: Die Waffe wird über den verlängerten Abzugsbügel geöffnet.

Mit der Bergera zur Pirsch auf Rehwild

Auf unserer Test-Rehwildpirsch ging es früh morgens durch den vor Feuchtigkeit dampfenden Wald. Bedächtig Schritt für Schritt ging es vorwärts. Kein Ästchen knackte. Da, plötzlich eine Bewegung. Ein sichtlich schwacher Bock auf vielleicht 50 Meter zwischen den Bäumen.

Geräuschlos glitt die Bergara an die Schulter und auf den Zielstock. Der Rotpunkt im Steiner MRS Rotpunktvisier hatte sich auf dem Blatt festgesaugt. Hahn vorsichtig gezogen. Die Stille durchbrach der gedämpfte Schussknall. Gerade mal zehn Meter sprang der Bock noch in den Fichtenanflug, ein gelungener Hegeabschuss.

Die führige Bergara ist ein optimales Pirschgewehr für Rehwild im Wald. Der Abzug steht salztrocken, erforderte aber einen kräftigen Druck (1320 Gramm). Etwas weniger wäre besser. Doch für schmale 665 Euro kann man nicht alles erwarten. Sicherlich ist die Öffnung im Hahnbereich auch vor Schmutz zu schützen und nicht ideal für schwere Nachsuchen in der Fichtendickung.

Ansonsten überzeugte die führige Büchse aus Spanien bravourös. Mit Hornady Subsonic Patronen (208 grs A-MAX) erbrachten fünf Schuss auf 100 Meter 36 Millimeter Streuung. Mit .300 BLK Hornady Standardpatronen (110 grs V-MAX) waren es 37 Millimeter.