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Bergara B14 HMR im Praxistest

Thomas Bock © Thomas Bock
Thomas Bock
am
Samstag, 01.01.2022 - 08:54
Bergara-Aufmacher-High-Res © Bergara
Eine Jagdwaffe in ihrem Element. Die schwere Bergara B14 HMR wird am Besten im Revier in der Hand getragen.

Schießgewehre für die Jagd werden immer futuristischer. Spätestens seitdem der Lochschaft mit all seinen Vor- und Nachteilen kompromisslos Einzug gehalten hat, ist fast alles erlaubt, was die Präzision steigert, die Handhabung vereinfacht und natürlich dazu noch "cool" aussieht. Willkommen im 21. Jahrhundert. Aber auch wenn das Drumherum in Form und Farbe sich wandelt, die inneren Werte der jungen wilden Büchsen sind oft klassisch, ja sogar zuweilen traditionell. So steckt auch unter dem futuristischen Äußeren unserer Testwaffe Technik, die schon bei der guten alten Remington 700 verwendet wurde.

Ein Remington Klon

Wo der Vorteil liegt ein Remington Klon zu sein? Ganz einfach, die Remington 700 wird seit 1962 in unterschiedlichen Varianten gebaut und ist bei Scharfschützen und Jägern in aller Welt beliebt. Klar, dass es bei so einem Produktionszeitraum vor Zubehör- und Tuningteilen nur so wimmelt. So war es für unseren Büchsenmacher Sebastian Kowalzcyk von Tramm und Hinners nur ein Griff in die große Schublade, um die passende Picatinny-Schiene für die B14 hervorzuzaubern. Die Montagelöcher für diese standardisierte Optikbasis sind werkseitig schon vorgebohrt. Nur noch die passenden Schrauben und etwas Zweikomponentenkleber, schon sitzt die vorgefertigte Schiene bombenfest auf der Waffe. Wer sich hier selbst dran versuchen will, findet solche Bauteile im Internet.

Das ZF Glory 2-16 x 50 von Konus passt gut auf die verlängerte Schiene der Bergara B14 HMR.

Montiert haben wir ein von der Firma Leader Trading mitgeliefertes Zielfernrohr der Marke Konus. Diese wird, wie auch Bergara, ebenfalls von dem in Ratingen ansässigen Unternehmen vertrieben. Klar, dass auch die Munition für unser Testvorhaben von derselben Quelle stammte. Neben einem Vorrat an Büchsenmunition von Partizan (SP 180gr / 11,7g) stand von Sax gefertigte und durch Leader gebrandete Munition mit LJG-SX Geschossen (7,8g bleifrei) zur Verfügung. Doch zurück zum markanten Äußeren der Waffe. Die gesprenkelte Färbung und Oberflächenbeschaffenheit des Schaftes dienen der Tarnung und erhöhen die Griffigkeit des Polymerschaftes. Damit dieser sich nicht verwinden kann, haben die spanischen Konstrukteure ihm einen innenliegenden Alurahmen verpasst. Der versteift die Sache in sich und bietet auch den Aufnahmepunkten für die Riemenösen Halt.

Verstärkt durch Einen Rahmen aus Aluminium

Da so ein Rahmen etwas Platz und auch „Fleisch“ Drumherum benötigt, ist der Vorderschaft angenehm breit und unterwärts flach ausgeführt. Er ruht deshalb perfekt auf der Schießauflage oder auf dem Anschlagbrett in der Ansitzeinrichtung. In Kombination mit der Aussparung am Hinterschaft, die der zusätzlichen stützenden Hand Halt bieten soll (etwa wie bei einem MG 42) ist die Waffe perfekt ausbalanciert und klar zum Schuss. Auch wir ließen fliegen, was das Munitionspaket hergab. Schon auf der 100 m Bahn zeigte sich: Die B14 mag am liebsten die von Sax gefertigte Munition. Hier ließen sich problemlos eng gebündelte Gruppen im Zwei-Euromünzen-Format schießen. Erwähnenswert ist der steil gestellte Pistolengriff. Die Oberfläche ist aufgeraut und bietet guten Halt. Große Hände neigen allerdings dazu, nach oben wegzurutschen. Hier fehlt ein Grad oder Wulst, der den festen Griff der Hand nach oben hin begrenzt und stabilisiert. Wir haben uns hier mit etwas selbstklebendem Griffband beholfen. Was die Handhabung und Führigkeit betrifft, ist die B14 HMR die erste Waffe, die ich im Futteral auf den Ansitz transportiert habe. Das deutlich über 5 kg (inkl. ZF) schwere Gewehr zerrt für meinen Geschmack zu sehr am Riemen. Der Transport in der Tasche verhindert auch den ungewollten Verlust des Magazins, welches sich durch den beidseitig bedienbaren, breiten Magazinhebel leicht aus seinem Schacht lösen lässt.

Mein Fazit

Die B-14 HMR ist eine sportliche Jagdwaffe im mittleren Preissegment. Sie lädt mit ihren vielen Möglichkeiten dazu ein, Hand anzulegen und z.B. das Zielfernrohr selbst zu montieren. Der verstellbare Schaft lässt sich gut anpassen und hilft dabei auch auf größere Distanzen sicher das Ziel zu treffen.


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