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Spannend, lehrreich und erholsam...

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 10:55
zwei Männer auf einem Hochsitz © gemeinsam Jagd erleben

'Du kannst gerne einmal mitkommen', antwortete René, als ich ihn mal wieder nach seinem Hobby ausgefragt hatte. Denn schon einige Male war er mir, bekleidet mit einem traditionellen Jagdhut und einem Tarnanzug und Flinte auf dem Rücken, im Treppenhaus unseres Berliner Wohnhauses begegnet. Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen, denn die Aussicht auf ein paar Stunden Natur, Wald, frischer Luft und Wildtiere genügte, um einen gestressten Großstädter zu begeistern. Also fuhren wir an einem viel zu heißen Sommerabend ins benachbarte Brandenburg und steuerten einen kleinen Ansitz an. Da die Sonne langsam unterging und es alltäglich abkühlte, waren die Aussichten auf ein paar Rehe oder Wildschweine zu treffen nicht schlecht. René hatte mich vorgewarnt. Ich sollte zum Schutz vor Mücken lieber lange und mückenfeste Kleidung anziehen, und so schauten wir nun beide schwitzend und höchst konzentriert in unterschiedliche Richtungen und hielten Ausschau. Da leider kein Wind in dem kleinen Waldabschnitt wehte, brachen den Versuch recht schnell ab und gingen zu einem Ansitz, der sich am Rande eines kürzlich abgemähten Rapsfeldes befand und damit eine perfekte Sicht in alle Richtungen bot. Es dauerte nicht lange, da hörten wir es keine 20 Meter rechts von uns im Gestrüpp rascheln. Eine Ricke mit einem Jungtier sprintete hinter eine Baumgruppe und schaute noch einige Minuten lang neugierig in unsere Richtung. Ich war sofort begeistert. Keine fünf Minuten hatte es gedauert, bis zu unser ersten Wildtiersichtung an diesem Abend. Während wir weiter warteten, gab René leise flüsternd Anweisungen, dass ich mir unbedingt die Ohren zu halten sollte, falls er längere Zeit ein Ziel anvisieren sollte. Zu einem Schuss sollte es an diesem Abend leider nicht kommen. Denn zwar näherten sich einige Zeit später einige Wildschweine unserem Hochstand. Doch als hätten die Tiere es geahnt, standen sie mit ihren Körpern meist so zu uns gewandt, dass René keinen sauberen Schuss platzieren konnte. An diesem Abend blieb mir also (nur) das stille und konzentrierte Beobachten, welches sich entgegen meinen Erwartungen als spannender herausstellte, als vorher angenommen. Ich freue mich schon auf das nächste mal. Gast: Christian, Jäger: René