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Sicherer Umgang mit Schusswaffen: Was Jäger beachten müssen

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Freitag, 25.02.2022 - 16:00
Jäger-Selbstladebüchse © ©RobertNyholm - stock.adobe.com

Bis Ende 2021 gab es das dritte Jahr in Folge keinen tödlichen Jagdunfall mit Schusswaffen in Deutschland. Insgesamt habe es vergangenes Jahr drei Fälle von Verletzungen durch Schusswaffen auf der Jagd gegeben. Gemessen an der Zahl der Jagdscheininhaber entspricht dies laut DJV einer Wahrscheinlichkeit von 0,0005 Prozent, als Jäger im Kontext der Jagdausübung durch eine Schusswaffe verletzt oder getötet zu werden.

Diese Zahlen beruhen auf einer Statistik der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung sowie auf Meldungen der Nachrichtenagentur „dpa“, die der DJV ausgewertet hat.

Wir haben dennoch noch einmal die wichtigsten Punkte zum sicheren Umgang mit Schusswaffen zusammengefasst.

Welche Regeln im Umgang mit Schusswaffen gelten grundsätzlich?

Neben den gesetzlichen Vorschriften, stecken vier international anerkannte Regeln den Rahmen im sicheren Umgang mit Waffen ab.

1. Jede Waffe ist geladen.

Die meisten Schießunfälle passieren durch Irrtümer. Wer jede Waffe immer als geladen betrachtet, behandelt sie mit der notwendigen Sorgfalt und schließt damit Irrtümer aus. Diese Regel gilt immer, auch dann wenn der Ladezustand der Waffe bekannt ist.

2. Die Mündung bestreicht nichts, das ich nicht gewillt bin zu erlegen.

Ein ausgeprägtes Mündungsbewusstsein trägt wesentlich zur Sicherheit im Umgang mit Schusswaffen bei. Jede Situation, ob auf dem Schießstand, dem Hochsitz, der Treibjagd oder beim Waffenreinigen, birgt ihre Tücken. Demnach sollte sich immer bewusst gemacht werden, was eine sichere Richtung ist und wohin die Mündung gerade zeigt.

3. Der Finger berührt den Abzug erst, wenn ich die Entscheidung zum Schuss getroffen habe.

Eine funktionsfähige Waffe schießt nicht von selbst. Hierzu bedarf es immer der Betätigung des Abzugs. Der Abzugsfinger hat also erst etwas innerhalb des Abzugsbügels und auf dem Abzug zu suchen, wenn bewusst die Entscheidung zum Schuss getroffen wurde. Wird diese verworfen, verschwindet der Finger vom Abzug und aus dem Abzugsbügel.

4. Ich muss mir meines Zieles und dem, was sich vor und hinter ihm befindet, sicher sein.

Das korrekte und zweifelsfreie Ansprechen des Ziels ist nur ein Aspekt der verantwortungsvollen Schussabgabe. Es ist genauso wichtig, sich mögliche Gefahren in der gesamten potenziellen Geschossflugbahn bewusst zu machen. Oberstes Gebot auf der Jagd ist dabei der sichere Kugelfang.

Repetierer-Entladen © ©Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com

Auf dem Weg zur Jagd und von der Jagd nach Hause dürfen Jagdwaffen nur entladen geführt werden.

Wie bewege ich mich mit einer geladenen Waffe im Revier?

Beim Überwinden von Hindernissen ist eine Waffe zu entladen und zu öffnen. Das gilt auch beim vermeintlich kurzen Überspringen eines Grabens oder beim Be- oder Absteigen eines Hochsitzes. Dort, wo Risiken minimiert werden können, sollte dies passieren. Dabei ist es egal, ob der Graben noch so schmal wirkt oder man den Hochsitz bereits tausend Mal hinaufgeklettert ist.

Kann ich ruhigen Gewissens mit einer fremden Waffe zur Jagd gehen?

Viele Jäger standen schon einmal vor der Situation, an einer Jagd teilnehmen zu können, aber ohne eigene Waffe da zu stehen. Für Ersatz ist meistens schnell gesorgt. Wer sich aber eine Waffe leiht, sollte sich mit dieser vertraut machen und unter kontrollierten Bedingungen Probe schießen. Ganz gleich, ob der Leihgeber ein großzügiger Jagdherr oder professioneller Safari-Outfitter ist – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Schließlich ist jeder für seinen Schuss verantwortlich. Auch sollte in Deutschland die schriftliche Leihbestätigung nicht vergessen werden.

Jäger-Drückjagd-Feld © ©Bergringfoto - stock.adobe.com

Das Wohlverdiente nach der Drückjagd muss solange warten, bis die Büchse im Schrank steht.

Kurz ein gemeinsames Bier nach der Jagd, geht das?

Ein Leitsatz ist: Kommt das eine aus dem Schrank, verschwindet das andere in dem dafür vorgesehenen. Beim Umgang mit Waffen gilt 0,0 Promille. Vor dem Geselligen kommt also die Pflicht, die Waffe, den Schalldämpfer und die Munition ordnungsgemäß zu verwahren.


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