12.04.2016

Die Baumarkhochsitze

Was für die Hausfrau der Supermarkt, ist für den Heimwerker der Baumarkt. Wer auf die Schnelle einen Hochsitz bauen will, bekommt dort alles aus einer Hand. Experte Dr. Anton Schmid zeigt Ihnen wie es geht. Ganz unter dem Motto: Verschnittoptimiert, leicht und selbstgemacht.

Die Modelle der Baumarktsitze.
Bei der Konstruktion des Minihochsitzes und der Kantholzleiter wurde insbesondere darauf geachtet, dass sie einfach und schnell aus Standardsortimenten wie Kanthölzern und Brettern vom Baumarkt zusammenzubauen sind und dass dabei möglichst wenig Verschnitt übrigbleibt. Darüber hinaus wurden allerdings auch drei andere beim Hochsitzbau wichtige Aspekte berücksichtigt: Stabilität, Ergonomie und Funktionalität.
 
 

Schmid's Minihochsitz

 
Seitenteile fertigen

Zwei Ständer (A) mit Außenabstand von 1,1 m parallel nebeneinanderlegen. Die Ständer 215 cm über den unteren Enden mit einer Armauflage (B) und unten provisorisch mit einem Kantholz verbinden. Als provisorisches Kantholz kann entweder das Kantholz für die Sprossen gekürzt um eine Sprossenlänge (also 150 cm lang) oder ein eigenes Kantholz mit 110 cm Länge verwendet werden. Ein Dachauflager (C), das an einem Vorderständer 15 cm unter dessen oberem Ende und am anderen Ständer ganz oben liegt, so anschrauben, das es beidseitig etwa 7 cm über die Ständer hinausragt. Das Seitenteil umdrehen und rechtwinklig ausrichten. Die Sitzbrett- (D) und Bodenbrettauflagen (E) anbringen. Ein mit der breiteren Seite nach vorne/ hinten ausgerichtetes Rückenlehnenholz (F) so einlegen, dass es oben am Ständer anliegt und im Bereich der Bodenbrettauflage 30 cm vom Ständer entfernt ist. Das Rückenlehnenholz befestigen. Das provisorische Kantholz wieder entfernen. Zweites Seitenteil spiegelbildlich fertigen.

Vorderansicht Minihochsitz.
Seitenteile verbinden

Ein Seitenteil auf ebenem Boden mit den Vorderständern nach unten senkrecht aufstellen. Im Idealfall kann man dabei die nun oben befindlichen hinteren Ständer an einem stabilen Gegenstand festklemmen, anschrauben oder anbinden. Ansonsten z.B. mit einem provisorisch angebrachten großen Holzwinkel oder provisorischen Stützstreben das Seitenteil stabilisieren. Das andere Seitenteil mit einem Außenabstand von 1 m und Ständerenden auf gleicher 'Höhe' parallel dazu ebenfalls mit den Vorderständern nach unten und den Sitzbrett- bzw. Bodenbrettauflagen nach innen senkrecht aufstellen.
Die Seitenteile in folgender Reihenfolge miteinander verbinden, wobei immer wieder der rechte Winkel zwischen den Hölzern (außer Diagonalverstrebung der Rückseite) kontrolliert wird:

  • Querbrett hinten oben (G)
  • zweite Sprosse von unten (H) mit Aussteifungen, den an beiden Seiten auf 45° abgeschrägten Kantholzstücken (I)
  • Querbrett hinten unten (J)
  • Diagonalbrett zwischen den Querbrettern (K)
  • provisorisches Verbindungsholz zwischen den vorderen Ständern oben

Seitenansicht Minihochsitz von links.
Grundkonstruktion fertigstellen

Sitz umdrehen, sodass die vorderen Ständer nun oben liegen, und untere Sprosse (L) befestigen. Die Sprossen mit einem 'Mittelholm' (M) verbinden. Sitz aufstellen. Bodenbretter (N), Sitzbretter (O) und Rückenlehnenbretter (P) anbringen.
Auf Höhe der Armauflagen vorne an den Ständern jeweils einen Holzverbinder anbringen. Die Gewehrauflage (Q) an den Ständern so aussägen, dass sie vorne 6 cm über die Ständer hinausragen. Die Gewehrauflage festschrauben. Provisorisches Holz oben zwischen den vorderen Ständern wieder entfernen. Armauflagebretter (R) an den Ständern so aussägen, dass sie bis zur Gewehrauflage hinausreichen. Armauflagebretter anbringen.

Dach fertigen

Zwei Dachlängsträger (S) mit einem Innenabstand (ca. 108 cm), der etwas größer ist als der Außenabstand der Dachträger, parallel nebeneinander legen. Sieben Dachlatten (T) mit einem Randabstand von 4,5 cm und 31 cm Abstand (2 x 4,5 + 6 x 31 + 5 = 200) befestigen.
Zwei sich überlappende Bitumenwellplatten mit Spezialnägeln auf den Dachlatten befestigen. Dabei jeweils durch Unterlegen oder Gegenhalten das Schwingen der Dachlatten reduzieren. Überstehende Nägel umschlagen.
 
 
 

Schmid's Kantholzleiter

 
Wer einen etwas höheren Sitz will oder braucht, der zudem noch leicht versetzbar ist, kann sich den nachfolgend beschriebenen Leitersitz zusammenbauen. Es handelt sich dabei um eine bewährte Bauweise aus dem blv-Buch 'Hochsitzbau einfach und praktisch'.  Es wurden lediglich einige Maße abgeändert, um auch hier bei Verwendung von Kanthölzern und Brettern aus dem Baumarkt den Verschnitt zu minimieren. Außerdem wurde hier das bei Kanthölzern vorzuziehende Verbinden der Rückenlehnenstangen und -hölzer an der Unter- bzw. Oberseite der anderen Kanthölzer und nicht seitlich wie bei der Verwendung von Stangen angewendet.
Der Leitersitz kann sowohl durch bewegliche, an nach hinten verlängerten Armauflagen angebrachte Abstützungen an einem Baum befestigt als auch mit Hilfe eines Stützbockes frei aufgestellt werden.
 
Vorderansicht Kantholzleiter.
1. Leiter aus Holmen (A) und sechs Sprossen (B) zusammenbauen. Als Sprossen können 83,3 cm lange Halbrundriegel (gedrittelte Riegel von 2,5 m Länge) mit 8 cm Durchmesser verwendet werden. Zuerst die oberste Sprosse 116 cm unter den oberen bzw. 184 cm über den unteren Leiterholmenden anbringen. Der Sprossenabstand beträgt 31 cm.

2.    Leiter umdrehen. 270 cm unter den oberen bzw. 30 cm über den unteren Holmenden Markierungen anbringen. Durch die Leiterholme 72 cm unter den oberen bzw. 228 cm über den unteren Holmenden jeweils ein 8 mm-Loch in Sprossenrichtung bohren. In die Sitzbrettauflagen (C) zwei 8 mm-Löcher in 45 cm Abstand bohren. Die Rückenlehnenstangen (D) 217 cm von unten durchbohren (8 mm) und unten anflachen. Der Winkel des weg zu sägenden Keils beträgt ca. 10°. Bei einer Halbierung der Holzstärke (1/2 von 4 cm = 2 cm) hat der Keil eine Länge von 11 cm. Sitzbrettauflagen (C), Holme (A) und Rückenlehnenstangen (D) mit Schlossschrauben 8x120 verbinden. Rückenlehnenstangen an den Holmen an der unteren Markierung anschrauben.

3.    Sitz nochmal umdrehen und das obere Ende aufbocken. Zwei Sitzbretter (E) festschrauben nach vorherigem Ausrichten im rechten Winkel.

4.    Armauflagen (F) anschrauben. Dazu 10 cm unter Holmende mit einem Geodreieck die Lage der Armauflagen anzeichnen. Durch die Armauflagen 60 cm von vorne ein Loch vorbohren. Die Armauflagen jeweils am Holm (A) festschrauben, parallel zur Sitzbrettauflage (C) ausrichten und auch hinten an den Rückenlehnenstangen (D) anschrauben.

5.    Rückenlehnenhölzer (G) in gleicher Weise wie die Rückenlehnenstangen (D) unten anflachen (10°-Winkel, halbe Höhe) und an den Rückenlehnenstangen direkt über dem Sitzbrett (E) und an den Armauflagen (F) anschrauben. Zwei Rückenlehnenbretter (H) anbringen. Der Abstand von den Armauflagen beträgt 5 cm, der Abstand zwischen den Brettern ebenfalls 5 cm.
Seitenansicht von rechts.
6.    Vorne Gewehrauflage (I) anbringen mit 1 cm Überstand vorne. Holmüberstand wegsägen. Armauflagebretter (J) anbringen.
 
Soll der Leitersitz als Baumleiter eingesetzt werden, zusätzlich
•    zwei Baumquerhölzer über und unter den Armauflagen mit Schlossschrauben anschrauben,
•    mittig auf das obere Querholz hochkant eine Baumlatte mit Schlossschrauben befestigen und
•    zwei Baumabstützungen im Abstand von 50 cm drehbar zwischen den Baumquerhölzern anbringen.
Die Befestigung am Baum erfolgt mit 3 Schlüsselschrauben. Eine Schraube wird jeweils durch die Baumabstützungen und eine durch die Baumlatte geführt.

Soll der Leitersitz frei aufgestellt werden, zusätzlich
•    zwei Abstützstreben 10 cm von oben (Bohrloch) im Abstand von 1 m durch ein Querholz verbinden,
•    die Abstützstreben unten so weit auseinander ziehen bis man diese 27 cm von unten mit einem unteren Querholz im Abstand von 236 cm verbinden kann,
•    mit den Diagonalbrettern den 'Holzrahmen' symmetrisch ausrichten und
•    dann die Diagonalbretter anbringen.

Unter den Armauflagen ein Querholz anbringen. Das Querholz des Stützbockes oben unter diesem Querholz positioniert. Mit Draht oder Lochbändern die Querhölzer drehbar verbinden. Mit dem Stützbock wird die Leiter hochgedrückt bis sie einen Anstellwinkel von 70° erreicht hat. Leiterfuß und Stützbock verpflocken.
Anton Schmid
 
 
 

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