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Rehwildansitz im Hochsommer

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 11:37
zwei Männer machen ein Selfie © gemeinsam Jagd erleben

Da fragte mich mein Kumpel Oliver (27), ob er nicht mal mitkommen könne. Gesagt, getan. Eine Woche später machten wir uns gegen 18Uhr auf zum Rehwildansitz. Auf dem Weg ins Revier beantwortete ich Oliver allerhand Fragen zur Jagd. Er war überrascht, was neben dem Schießen so alles zum Waidwerk dazugehört. Als wir es uns auf dem Hochsitz gemütlich machten, war es immer noch sehr warm. Problematisch war aber vielmehr, dass der Wind andauernd drehte.
Ich erklärte Oliver, dass ich für solche Fälle immer etwas Buchenholz-Teer dabei habe, mit dem man auch sogenannte Malbäume bestreichen kann. Er überdeckt menschlichen Geruch und lockt Wildschweine an. 

Die nächsten zwei Stunden übten wir uns in Geduld. Es war immer noch sehr warm als Oliver dann begeistert einen Feldhasen entdeckte und mich fragte, ob man den denn nun schießen könne. Ich erklärte ihm, dass dieser aktuell keine Jagdzeit hat und ich ihn ohnehin nicht mehr schießen würde, da er einfach zu selten geworden ist.
Kurze Zeit später stieß Oliver mich vorsichtig an und deutet auf die Waldkante rechts von uns. Ein Reh war zum Vorschein gekommen und begann zu äsen. Wir sprachen es an und ich erklärte Oliver, dass es sich um ein weibliches Reh handelt. Dies war sehr schlecht zu erkennen, da die sogenannte Spinne (das Gesäuge) sehr unscheinbar war. Kurz darauf wurde uns klar warum, denn zwei Kitze betraten die Wiese, die wahrscheinlich kurz vorher gesäugt wurden. So etwas hatte ich in diesem Waldrevier bisher noch nie gesehen und erklärte Oli einiges zu den Kleinen und ihrem Überlebensverhalten. Nach einiger Zeit sicherte die Ricke nach links, dort musste also was gewesen sein. Und tatsächlich, für einige Sekunden war eine braune Rehdecke zu sehen. Aber dabei blieb es dann.

Die letzten Minuten auf dem Ansitz brachen an. Während die Kitze auf der Wiese tobten, hörten wir dann ein hastiges Rascheln unmittelbar neben unserer Kanzel. Ein Schnepfe flog blitzartig auf und ein Baummarder trat hervor, stellte sich auf die Hinterläufe und stützte sich mit seinem Schwanz ab, als wolle er 'Tschüss' sagen. Auf dem Weg zum Auto meldete sich Oliver gleich zum nächsten Ansitz mit mir an: 'Das können wir öfters machen.' Gast: Oliver (27), Jäger: Claus Zidek (28, Sprecher Junge Jäger des Jagdverbandes Nauen e.V.)