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Zahnwechsel beim Hund - Wilmas Woche

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Montag, 16.05.2022 - 18:56
Wilma mit Freddy beim Spielen © LE
Trotz der fehlenden Zähne spielt Wilma freudig und ausgelassen mit Freddy.

Die vergangenen Tage ist mir aufgefallen, dass der Rauhaardackelwelpe Wilma am Fang immer empfindlicher wurde. Obwohl ich täglich mit ihr übe, sich ins Maul schauen zu lassen, quietschte sie und wurde unruhig, sobald ich an ihre Lefzen und ihren Kiefer kam. Beim genaueren Betrachten ihrer Zähne fiel mir auf, dass sie bereits zwei Schneidezähne verloren hatte.

Das Milchgebiss bei Welpen

Die ersten Milchzähne brechen bei den Welpen ab der dritten Lebenswoche durch. Das Milchgebiss hat insgesamt 28 Zähne, bestehend jeweils im Ober- und Unterkiefer aus sechs Backenzähnen, zwei Fangzähnen und sechs Schneidezähnen. Evolutionsgeschichtlich hat das Milchgebiss aufgrund der geringen Beißkraft schärfere Zähne, damit die Welpen auch etwas von der Beute abbekommen. Das bedeutet also mehr Vitalität, trotz geringerer Beißkraft.

Wann beginnt der Zahnwechsel?

In der Regel findet der Zahnwechsel zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat des Hundes statt. Größere Hunderassen verlieren meistens früher ihre Milchzähne als die kleinen Hunde. Häufig bekommen Hundehalter den Zahnwechsel ihres Vierbeiners gar nicht mit, wenn sie nicht oft die Zähne ihres Junghundes kontrollieren.

Sobald das Gebiss zu den bleibenden Zähnen gewechselt hat, hat der Hund 42 Zähne. Diese bestehen aus jeweils sechs Schneidezähnen im Ober- und Unterkiefer, jeweils zwei Fangzähnen im Ober- und Unterkiefer, 12 Backenzähnen im Oberkiefer und 14 Backenzähnen im Unterkiefer. Der ganze Prozess kann insgesamt bis zu drei Monaten anhalten und ist mit ca. sieben Lebensmonaten beendet.

Reihenfolge Zahnwechsel

Der Zahnwechsel findet in einer festen Reihenfolge statt:

  1. Zuerst fallen die vorderen vier Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer aus. Dies geschieht zwischen dem dritten und fünften Lebensmonat.
  2. Danach wechseln die noch fehlenden zwei Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer.
  3. Zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat lösen sich die Fangzähne und werden ersetzt.
  4. Der erste vordere Backenzahn, der übrigens keinen Milchzahn-Vorläufer hat, bricht zwischen dem vierten und fünften Lebensmonat durch.
  5. Ein Monat später werden die jeweils anderen sechs vorderen Backenzähne im Ober- und Unterkiefer ersetzt.
  6. Als Nächstes brechen die ersten vier hinteren Backenzähne im Ober- und Unterkiefer durch (zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat).
  7. Zuletzt kommen die letzten beiden Backenzähne zwischen dem sechsten und siebten Lebensmonat zum Vorschein.

Erwachsene Hunde haben 42 Zähne.

Verhalten beim Zahnwechsel

Während dieser Phase kann der Welpe ein verändertes Verhalten aufweisen. So auch Wilma, die sich zurzeit nur unter Protest in den Fang gucken lässt und ich es deswegen auch nicht mehr mache. Der Zahnwechsel verläuft zwar in den meisten Fällen problemlos, jedoch können die Vierbeiner auch folgende Beschwerden anzeigen:

  • Der Hund frisst nicht mehr gut, nimmt kaum Futter auf und bewegt es im Maul eher hin und her, als es zu kauen.
  • Es werden Möbel oder andere Gegenstände verstärkt angeknabbert. Damit will der Welpe die schon lockeren Milchzähne loswerden. Übrigens können die lockeren Zähne auch starken Juckreiz auslösen.
  • Insgesamt kann es zu Zahnschmerzen, Entzündungen im Zahnfleisch und damit einhergehender Mundgeruch kommen. Leichte Blutungen und vermehrtes Speicheln sind ebenfalls ein Anzeichen für den Zahnwechsel
  • Manchmal kann der Hund auch Durchfall, erhöhte Temperatur, Erbrechen und nächtliche Unruhe haben.

So kannst du deinem Hund beim Zahnwechsel helfen

Während dieser Zeit ist der Fang sehr empfindlich, deshalb sollten Zerr- und Apportierübungen vermieden werden. Dabei besteht unter anderem die Gefahr, dass der Hund das Apportieren unter Schmerzen auch im Nachhinein mit etwas Negativem verbindet. Dem Welpen sollten besser unterschiedliche Kauartikel angeboten werden.

Tipp: Ein mit gefrorenem Quark/Joghurt gefüllter Kong bereitet dem Hund nicht nur Freude, sondern kühlt auch gleichzeitig. Das kann sich schmerzlindernd auswirken. Wichtig: Der tägliche Energie- und Nährstoffbedarf des Hundes sollte nicht überschritten werden.

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.


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