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Wildkräuter und -pflanzen: Heilung aus der Natur

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Donnerstag, 01.10.2020 - 12:00
Heilpflanzen-Salbe © Eva Grun
Die heimische Natur bietet zahlreiche heilende Wildpflanzen, die zu Salben, Ölen oder Tinkturen verarbeitet werden können.

Rezept 1: Spitz-/Breitwegerich-Salbe

Zwei bis drei handvoll Spitz- oder Breitwegerich sammeln. Diesen anschließend klein schneiden. Die Pflanzenteile in ein Schraubglas geben. Diese mit Öl aufgießen, sodass alles etwa zwei Daumen breit überdeckt wird. Als Öl kann Oliven-, Distel- oder auch Traubenkernöl verwendet werden. Das verschlossene Glas an einen sonnigen Platz stellen. Hin und wieder gut schütteln. Nach etwa drei Wochen den Ölauszug durch ein Mulltuch oder feines Filterpapier abgießen. Je nach Ölmenge, entsprechend viel Bienenwachs im Wasserbad schmelzen. In das flüssige Wachs langsam das Wegerich-Öl einrühren. Die fertige Emulsion in eine bevorzugte Form, z.B. einen Glastiegel abfüllen. Wegerich-Salbe erst erkalten lassen, dann verschließen.

Eine Spitz-/Breitwegerich-Salbe soll beispielsweise bei Mückenstichen helfen.

Rezept 2: Beifuß-Tinktur

Zwei bis drei Stängel Beifuß sammeln. Blüten und Blätter zerkleinern und in ein Schraubglas geben. Das Glas mit einem Alkohol auffüllen, sodass die Kräuterteile etwa zwei bis drei Daumen breit damit bedeckt sind. Als Alkohol eignet sich beispielsweise Doppelkorn. Ein Alkoholgehalt von mindestens 40 Prozent ist zu empfehlen. Den alkoholischen Auszug an einen hellen Ort stellen, nicht direkt in die Sonne. Das Schraubglas immer wieder schütteln. Nach rund drei bis vier Wochen den Beifuß-Auszug abseihen und in eine Flasche füllen. Die Pflanzenreste können getrocknet werden und so nochmals zum Räuchern verwendet werden.

Die Beifuß-Tinktur soll für eine Durchblutung sorgen oder der innerlichen Verdauung helfen.

Rezept 3: Fichtenpech-Salbe

In einen nicht mehr benötigten Kochtopf 400 ml Öl geben und langsam erwärmen. Das gesammelte Fichtenpech dazu geben und über mehrere Stunden (mind. 3 Stunden) unter Aufsicht köcheln lassen. Die Temperatur des Öls darf nicht über 70 °C steigen, aber auch nicht zu kalt werden. Das schmelzende Harz trübt das Öl. Sobald sich alles aufgelöst hat, die Emulsion durch ein Mulltuch oder feines Sieb abgießen, um kleine Verunreinigungen zu entfernen. Das restliche Öl in einem Wasserbad erwärmen. 40 g Bienenwachs hinzugeben und schmelzen. Anschließend das gefilterte Harzöl in die Wachs-Öl-Mischung langsam einrühren. Gelierprobe ratsam – ggf. mehr Wachs hinzugeben. Wer mag, kann noch Kräuter wie Ringelblumen oder ätherische Öle hinzumischen. Die Masse in Glastiegel füllen und ohne Deckel abkühlen lassen. Die erkaltete Salbe verschließen und beschriften. Tipp: Für unterwegs in eine Lippenstifthülse füllen.

Die Fichtenpech-Salbe kann bei kleineren Verletzungen der Haut helfen.

Bei ernsthaften Verletzungen oder Krankheiten suchen Sie bitte immer einen Arzt oder Apotheker auf.