Home Praxis Wechselspiel von Lob und Tadel:Erfolgreiche Abrichtemethode

Wechselspiel von Lob und Tadel:Erfolgreiche Abrichtemethode

Die Antwort erfahrener Hundeführer besagt: 'Wählen Sie den Weg der psychologischen Ausbildung.' Das ist die Methode, die über die Erfolgserlebnisse des Hundes zur gewünschten Zuverlässigkeit seiner jagdlichen Leistungen führt. Psychologische Abrichtung und Führung heißt, von der Denk- und Handlungsweise des Hundes auszugehen.

Gehorsam am Wild

Die mit Abstand schwierigste Abrichtedisziplin ist die Erzwingung des Gehorsams am Wild. Diese Leistung ist nur über Hemmung der Aktionen durch konsequente Down-Übungen zu erreichen. Nur so können wir den Hund nach zahlreichen aber immer nur kurzen Übungen über Zuruf, Handheben und Trillerpfiff zu jeder Zeit an jedem Ort und in jeder Situation halten. Hierin liegt die Nagelprobe für das Können des Abrichters. Schafft er diese Leistung nicht, beherrscht er sein Handwerk nicht. Ohne diese Leistung erziehen wir keinen Gebrauchshund, der weder eine Leistungsprüfung bestehen kann noch auf der Jagd eingesetzt werden darf. Je nach dem Wesen und der angewölften Härte des Hundes kann und muss es zu einer Auseinandersetzung kommen, in der der Hund gezwungen wird, sich dem Willen seines Herrn bedingungslos zu unterwerfen. In allen Abrichtefächern müssen wir dem Hund laufend Erfolgserlebnisse organisieren. Jeder Abrichteschritt muss mit Lob beendet werden. Durch Lob und Belohnung gewinnt der Hund an Selbstsicherheit, Vertrauen und Erfolgsaussicht.
Das Finden von Beute empfindet der Hund als Freude und Belohnung, sei es auf den Schleppen, im Verlorenbringen nicht sichtbaren Wildes oder in der Schweißarbeit.

Fehlsuchen vermeiden

Man vermeide unbedingt alle Fehlsuchen im Ausbildungsjahr. Sie irritieren den Hund, machen ihn unsicher und damit auch unzuverlässig, denn es prägen ihn nicht nur seine Erfolge sondern gleichfalls auch (leider) seine Misserfolge. Kommt es einmal zu einem Versagen durch Überforderung, muss sofort zu einer geringeren Anforderung zurückgeschaltet werden.
Später auf der Jagd wirft ihn eine gelegentliche Fehlsuche nicht mehr aus der Bahn, weil ihn die serienweisen Erfolgserlebnisse gut organisierter Übungen schon gefestigt haben. Man geht deshalb nur in kleinen Schritten und in täglich kurzen Übungen voran, sodass sich der Hund seines Erfolges immer sicherer wird. Dem jungen Hund muss ständig zu seinem Erfolg geholfen werden, dem man ihm fühlbar und nachhaltig durch Lob bestätigt.
Der Hund darf die Freude an seiner Ausbildung nicht verlieren. Ist sie vorübergehend mal gedämpft, muss eine freudvolle Auflockerung erfolgen.
Man vermeide auf Wurf apportieren zu lassen, weil der Hund dadurch auf Sicht orientiert wird. Man richte alle Übungen so ein, dass der Hund seine Nase gebrauchen muss und nur so seine Beute finden kann.
Wie anders soll er später der Wundspur des kranken, nicht sichtigen Hasens oder Fuchses folgen, das Geläuf des geständerten Fasans ausarbeiten oder die Schwimmspur der geflügelten Ente im tiefen Schilfwasser halten, das Wild finden und zuverlässig bringen. Nur seine ständigen Erfolgserlebnisse in der Ausbildung und auf der Jagd machen ihn immer sicherer, wenn er gelernt hat, seinem Nasengebrauch zu vertrauen.
Ein weiterer Grundsatz heißt auch hierbei: 'Die Wiederholung ist die Mutter aller Studien!'


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