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Wasservergiftung, Dehydration und Hitzeschlag bei Hunden

Beim Schwimmen bzw. der Arbeit im Wasser kann es passieren, dass der Hund zuviel Wasser schluckt. © Dan Carr - stock.adobe.com

Beim Schwimmen bzw. der Arbeit im Wasser kann es passieren, dass der Hund zuviel Wasser schluckt.


Sportler wissen es schon lange: Bei warmen Temperaturen muss viel Flüssigkeit zu sich genommen werden, doch darf diese nicht nur aus Leitungswasser bestehen. Ansonsten droht eine hypotone Hyperhydration, eine Wasservergiftung. Eine Hyperhydratation tritt auf, wenn bei heißem Wetter, durch große Anstrengungen, Erbrechen oder Durchfall zu viel Salz und Flüssigkeit verloren und nur durch salzarme Flüssigkeiten, wie z.B. Wasser, ersetzt wird.

Wasservergiftung endet meist tödlich

Doch diese Erkrankung droht nicht nur Menschen. Auch Hunde können von einer Wasservergiftung betroffen sein. Ausgelöst wird diese jedoch meist nicht durch übermäßiges Schwitzen, sondern durch die Aufnahme von zu viel Süßwasser. Dazu muss der Hund etwa ein Drittel seines Körpergewichts an Wasser aufnehmen, kleine Rassen oder Welpen sind dadurch stärker gefährdet.

Beim Plantschen oder der Wasserarbeit im See kann es passieren, dass der Vierbeiner zu viel Wasser verschluckt. Der Körper verliert Natrium und versucht den Verlust einzudämmen und lagert Wasser ein, anstatt es auszuschwemmen. Dadurch schwellen die Zellen, unter anderem im Hirn, an. Es kann zu einem starken Druck im Hirn und dadurch ausgelösten Lungenödemen kommen. Die Mehrzahl von Wasservergiftungen verläuft beim Hund tödlich. Daher sollte bei Verdacht einer Hyperhydratation schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Hunde sollten bei heißen Temperaturen regelmäßig Zugang zu frischem Trinkwasser haben. © K. Thalhofer - stock.adobe.com

Hunde sollten bei heißen Temperaturen regelmäßig Zugang zu frischem Trinkwasser haben.

Dehydration bei Hunden

Aber nicht nur eine Hyperhydratation bedroht unsere Vierbeiner, viel häufiger erleiden Hunde eine Dehydration. Unsere vierbeinigen Jagdbegleiter sollten, speziell bei den aktuell herrschenden Temperaturen, immer Zugang zu frischem Trinkwasser haben und in ausreichender Menge Flüssigkeit zu sich nehmen. Ist dies nicht gegeben, kann es vorkommen, dass der Hund „austrocknet“. Ein gesunder Hund sollte circa 50 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, bei entsprechender Temperatur und/oder Auslastung entsprechend mehr.

Hitzeschlag bei Hunden

Auch ein Hitzschlag kann unsere Jagdhunde treffen, dies ist der Fall, wenn die Körpertemperatur über 40,5 °C steigt. Meist führt das Spielen oder das Training bei heißen Temperaturen zu der gefährliche Überhitzung. Auch das Warten im Auto kann einen Hitzschlag auslösen. Da Hunde sehr Hitzeempfindlich sind und auf heiße Temperaturen nicht so gut durch Schwitzen reagieren können, kommen sind mit Sommerwetter deutlich schlechter zurecht als der Mensch. 

Maßnahmen beim Hitzschlag

Treten auffällige Symptome auf, sollte der Hund zunächst an einen kühlen Ort gebracht und die Körpertemperatur des Vierbeiners gemessen werden. Liegt diese über 40,5 °C, muss der Hund dringend behandelt werden. Dem Hund sollte dosiert Wasser (lauwarm, auf keinem Fall eiskalt!) angeboten werden – hastiges Saufen ist zu vermeiden. Außerdem empfiehlt es sich, den Hund auf einer nassen Decke abzulegen, damit dieser abkühlt. Allerdings sollte man den Vierbeiner keinesfalls mit kaltem Wasser übergießen. Wird der Hund innerhalb einer Stunde einem Tierarzt vorgestellt, steigt die Überlebenschance.

Hundarbeit in die kühleren Stunden legen

In den Sommermonaten sollten Hundeführer die Ausbildung ihres Jagdhundes besonders vorsichtig angehen, und die Zeiten am besten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad freut sich der Hund aber auch mal über einen Tag Hitzefrei im Schatten.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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