Waffenrecht – die aktuelle Lage in Deutschland


Das Waffenrecht in Deutschland befasst sich mit den Vorschriften zum Besitz, dem Handel sowie der Nutzung von Waffen. Zudem legt es fest, welche Personen diese Waffen erwerben, nutzen, tragen oder mit ihnen handeln dürfen. Unter der Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit wird also der Umgang mit den verschiedenen Waffen behandelt. Seit 2009, als eine Verschärfung des Waffengesetzes stattfand, werden immer wieder Teile des Rechts an die aktuelle Situation angepasst und verschärft. Das bedeutet auch, dass nicht jeder Mensch Waffen erwerben und nutzen darf. Laut Gesetz bestehen bestimmte Voraussetzungen bezüglich der Zuverlässigkeit einer Person, die Waffen erwerben oder mit diesem umgehen möchten. Bestehen also Eintragungen im Bundeszentralregister oder Vorstrafen, wird der Person der Umgang mit Waffen verweigert.

Eine weitere Regelung des Waffengesetzes beschäftigt sich mit der Aufbewahrung von Waffen. Hierbei müssen die Waffen für unbefugte Personen unzugänglich gemacht werden. Laut Gesetz müssen die Waffen ungeladen und in verschlossenen Behältnissen verstaut werden. Das kann beispielsweise durch einen Waffenschrank oder einen Tresor geschehen. Zudem muss die Munition getrennt von der Waffe aufbewahrt werden. Das deutsche Waffengesetz definiert auch verbotene Waffen und die Sanktionen die zum Besitz und dem Handel von Waffen verhängt werden.

Das aktuelle Waffengesetz trat erst Anfang des 21.Jahrhunderts in Kraft, nachdem im Jahr 1976 eine umfangreiche Überarbeitung des Gesetzes stattfand. Durch den Amoklauf in Erfurt im Jahr 2002 wurde es noch einmal wesentlich beeinflusst. Besondere Veränderungen sollten damals in Bezug auf den Waffenbesitzer stattfinden. Daher enthielt der Gesetzesentwurf Änderungen bezüglich der Zuverlässigkeit von Waffenbesitzern und stark verschärfte Anforderungen auf diesen. Nachdem der Gesetzesentwurf fertiggestellt wurde, verabschiedete die Bundesregierung im Oktober 2002 die Gesetzesänderung, so dass diese 2003 in Kraft treten konnte. Ab diesem Zeitpunkt gab es den sogenannten kleinen Waffenschein, welcher den Besitz und das Führen von Schreckschusswaffen regelt. Zudem müssen Waffenhändler seitdem jeden Verkauf einer meldepflichtigen Schusswaffe bei der zuständigen Behörde melden und den Verkauf von Schreckschusswaffen protokollieren. Folgende Voraussetzungen zum Erwerb einer Waffenbesitzkarte sind seitdem erforderlich:

  • Der Anwärter muss das Mindestalter von 18 Jahren erreicht haben
  • Der Anwärter muss eine persönliche Eignung sowie eine waffenrechtliche Zuverlässigkeit aufweisen
  • Der Anwärter muss die erforderliche Sachkunde sowie ein Bedürfnis nachweisen.

Der §52 und der §53 WaffG regeln die Straf- und Bußgeldvorschriften im Zusammenhang mit dem Besitz, der Aufbewahrung sowie der Nutzung einer Waffe. Dabei wird auch definiert, ob es sich bei einer Zuwiderhandlung um eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit handelt. Auch der Versuch, verbotene Waffen herzustellen oder zu einer Herstellung anzuleiten wird bestraft. Laut Gesetz müssen Personen, die eine Waffe besitzen, erwerben oder verwenden obwohl diese keine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenschein besitzen, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Der fahrlässige Umgang mit einer Waffe wird grundsätzlich auch mit einer Freiheitsstrafe von ein bis zwei Jahren sanktioniert. Diese kann ich in besonders schweren Fällen jedoch auch auf bis zu zehn Jahre erhöhen. Die Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten belaufen sich hingegen, je nach Verstoß, auf 50 – 10.000 Euro.

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