+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.437 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 20.10.2021) +++
Home Praxis Wärmebildkamera: Das leisten die Geräte bei der Jagd

Wärmebildkamera: Das leisten die Geräte bei der Jagd

Christian Schätze © dlv
Christian Schätze
am
Mittwoch, 16.12.2020 - 07:51
Liemke-Keiler © LIEMKE GmbH & Co. KG
Gerade bei der Jagd auf Schwarzwild bewähren sich Wärmebildgeräte.

Wärmebildgeräte sind das perfekte Hilfsmittel für das Entdecken von Wild, besonders bei schlechter Sicht. Doch die technischen Meisterwerke können noch mehr. Die wichtigsten Anwendungen haben wir für Sie zusammengetragen.

Vor allem bei hohem Bewuchs ist ein Wärmebildgerät Gold wert. Die meisten Modelle zeigen auch dann noch Wild an, wenn Restlichtverstärker an ihre Grenzen kommen. Auf dem Weg zum Ansitz lässt sich mit dem Wärmebildgerät prüfen, ob sich bereits Wild in der Nähe befindet. So kann der Jäger das Wild umschlagen, ohne es zu vergrämen. Das Ergebnis: mehr Jagderfolg und vertrauteres Wild. Die Technik hilft dem Jäger zudem, sich schneller ein Überblick zu verschaffen. Ist die frei stehende Ricke wirklich allein? Oder verhofft ihr Kitz vielleicht noch in der Deckung? Führt die Bache Frischlinge? Oft erkennt man das nicht nur daran, dass der Nachwuchs im Unterholz „leuchtet“, sondern auch am warmen Gesäuge (Milchleiste, Striche). In der Dämmerung kann der Jäger schnell erkennen, ob sich Wild oder Personen im Gefahrenbereich befinden bzw. ob der Schussbereich frei ist. So lassen sich ungewollte „Paketschüsse“ vermeiden.

Hat der Schwarzkittel einen Pinsel? Besonders wenn mehrere Sauen gleicher Größe anwechseln oder im Gebräch stehen, kann der Nachtjäger leichter ein passendes Stück herausgefiltern. Bei schlechten Lichtverhältnissen sieht der Jäger im Wärmebildgerät sofort, in welche Richtung die Sau steht. Dadurch wird sauberer geschossen, was Nachsuchen verhindert und sich positiv auf die Wildbretqualität auswirkt. Nach dem Schuss findet der Schütze mithilfe dieser Technik schneller den Anschuss bzw. die Schweißfährte. Bei niedriger Vegetation ist oft sogar das Stück zu entdecken. Während der Todesflucht leuchten Ein- bzw. Ausschuss hell auf.

Perfekt zum Hasen zählen

Kurz nach dem Schuss kann sogar der Schweiß am Boden erkannt werden. Allerdings ist der nicht lange sichtbar, da er schnell abkühlt. Vorsicht: Den Schweißhund kann die Technik allerdings nicht ersetzen! Der Anschuss muss in jedem Fall von einem Nachsuchengespann kontrolliert werden. Oft verhofft die Rotte nach dem Schuss noch einmal. Mit einem Wärmebildgerät lässt sich dann schnell klären, ob ein zweiter Schuss nötig oder auf ein anderes Stück möglich ist. Mit Wärmebildgeräten lassen sich auch wunderbar Hasen zählen! In der Regel werden dabei deutlich mehr Langohren bestätigt als bei der Scheinwerfertaxation. Das gilt es bei der Planung zu berücksichtigen!

Auch für Raubwildjäger ein Thema

Raubwildjäger setzen Thermalgeräte zunehmend bei der Waschbärjagd ein. Die Räuber leuchten in den Bäumen wie Weihnachtskugeln. Die Technik dient nicht zuletzt dem Sicherheitsgewinn, wenn sich der Jäger nach dem Ansitz seinem geparkten Auto oder der Jagdhütte nähert. Die Technik kann unter einer Drohne auch dazu benutzt werden, Fallwild aufzuspüren.


Kommentieren Sie