Home Praxis Vorsicht "Volltreffer"-Gefahr!

Vorsicht "Volltreffer"-Gefahr!

Ein Blitzeinschlag hat den Stamm dieser Altfichte gespalten. Foto: ThüringenForst © ThüringenForst


Statistisch gesehen mag das nicht viel sein. Ist man jedoch betroffen, nutzt es einem garnichts, nur die Ausnahme von der Regel darzustellen. Laut einer "Arbeitsgruppe Blitzschlagverletzungen" an der Universität Regensburg sollen Blitze neben Stürmen, Überschwemmungen und Lawinenabgängen zu den häufigsten umweltbedingten Todesursachen zählen. Trotzdem, so die Forscher weiter, "werden sie von vielen Menschen unterschätzt und nicht als potentielle Gefahr angesehen".
Dies hat wohl auch den Landesbetrieb "ThüringenForst" veranlasst, Waldbesucher für das Thema zu sensibilisieren. In der entsprechenden Pressemitteilung wird dabei mit ein paar hergebrachten "Weisheiten" aufgeräumt: "Der Volksmund empfiehlt, bei „Eichen weichen“ und die „Buchen suchen“. Dies sind aber keine guten Tipps."
Eine Begründung wird gleich mitgeliefert: „Unrichtig ist es, dass manche Baumarten häufiger, andere seltener vom Blitz getroffen werden. Der Blitzeinschlag wird in verschiedenen Bäumen nur unterschiedlich stark sichtbar“, wird Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand, in der Aussendung zitiert.
Auf Kiefern und Eichen, deren dicke, oft mit Moosen überzogene Borke das Wasser wie ein Schwamm aufsaugt und damit den auftreffenden Blitz im Rindenkörper ableitet, würden Blitzschäden besonders offensichtlich. An der glatten Rinde von Buchen, Eschen oder Erlen dagegen laufe das Regenwasser fast ungehindert ab. Der Blitz werde daher in der Regel von ihnen ohne sichtbare Schäden in den Erdboden abgeleitet. Ein Schutzsuchender unter dem Baum könne aber in jedem Fall getroffen werden!
ThüringenForst listet einige Verhaltensregeln auf, die speziell im Wald das Blitzschlag Risiko senken können:

 

  • Auf keinen Fall Schutz unter hohen freistehenden Einzelbäumen suchen.
  • Berglichtungen verlassen und tiefer gelegene Waldgebiete aufsuchen
  • Sitzhocke in trockenen Gräben und Böschungen senkt das Risiko

Zur Abschätzung der Gefahr wird in der Pressemitteilung die "30-30-Regel" empfohlen: Ist der Zeitabstand zwischen Blitz und Donner kleiner als 30 Sekunden droht Gefahr. Steigt er wieder über 30 Sekunden, so ist das Schlechtwetterzentrum am Abziehen.
Doch auch darauf kann man sich laut den Regensburger Forschern nicht verlassen. Auf deren Homepage ist zu lesen: "Blitze können bis zu 16 Kilometer entfernt von der Gewitterwolke einschlagen – genau die Distanz, in der die Donner frühestens zu hören sind."
Was also tun, wenn bei der Jagd ein Gewitter aufzieht oder man gar von einem überrascht wird? Am besten Schutz in einem festen Gebäude oder geschlossenen Fahrzeug suchen!
Denn auch wer "Glück im Unglück" hat und einen Blitzschlag überlebt, kann vielfältige Verletzungen und Schäden davontragen.
PM/RJE

Link: Hier finden Sie spezielle Gewitter-Informationen für Jäger


 

 


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