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Umgekippte Hochsitze nach Sturm: Verpflichtungen für Jäger

Christian Teppe
am
Dienstag, 22.02.2022 - 16:15
Umgestürzter-Hochsitz © ©Andy - stock.adobe.com
Beschädigte Ansitzeinrichtungen stellen nicht nur für das Wild, sondern auch für Passanten und spielende Kinder eine Gefahr dar.

Die Stürme der letzten Tage haben nicht nur Bäume entwurzelt, sondern auch reihenweise Hochsitze umgekippt. Dies traf leider nicht nur Ansitzböcke, die schnell und kostengünstig repariert werden können, sondern auch gut verankerte gemütlich ausgestattete Schlafkanzeln.

Nun gilt es für die Jäger unverzüglich, die Schäden zu beseitigen. Dies erfolgt selbstverständlich auch im Eigeninteresse. Zum Aufgang der Bockjagd sollten die Hochsitze wieder intakt sein. Allein dieses Motiv würde jedoch nicht den mannigfaltigen Verpflichtungen der Jäger entsprechen: die Verkehrssicherungspflicht einerseits und andererseits die Verpflichtung gegenüber dem Grundstückseigentümer, auf dessen Grund der jeweilige Hochsitz steht, sind Ansprüche, die es zu erfüllen gilt.

Der Grundstückseigentümer, entweder als alleiniger Verpächter oder als Mitglied der Jagdgenossenschaft, hat einen Anspruch darauf, dass durch die Jagd der geringstmögliche Eingriff in die Nutzbarkeit und die Unversehrtheit seines Grundstückes erfolgt. Der Anspruch auf Jagdschadenersatz gemäß § 33 Bundesjagdgesetz normiert diese Ansprüche, und die Rechtsprechung hat dazu ausführliche Auslegungsregeln an die Hand gegeben.

Verkehrssicherungspflicht auch für Jäger

Die Verkehrssicherungspflicht trifft jeden, der eine Gefahr schafft. Dazu zählt nicht nur, dass Hochsitze so beschaffen sein müssen, dass die Benutzung keine Gefahr darstellt. Auch umgestürzte Hochsitze müssen aus diesem Gesichtspunkt beseitigt werden. Herumliegende Trümmer können eine Gefahrenquelle für spielende Kinder, Passanten oder Wildtiere darstellen.

Entziehung des Jagdscheins möglich

Ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht kann nicht nur Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche sowie Schadensersatz bedeuten, sondern auch strafrechtlich relevant werden. Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung oder sogar wegen fahrlässiger Tötung können nicht nur empfindliche Geld- oder Bewährungsstrafen nach sich ziehen, sondern auch die jagdrechtliche Unzuverlässigkeit und damit die Einziehung des Jagdscheines bedeuten.

Sobald der Sturm also nachgelassen hat, gilt es, die Schäden zu beseitigen - nicht nur im Interesse der anderen, sondern insbesondere im eigenen Interesse!


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