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Treffer!

Roland Zeitler © dlv
Roland Zeitler
am
Montag, 18.07.2016 - 18:23
Foto: RZ © RZ
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Für das Einschießen muss man sich Zeit nehmen - Hektik hat auf dem Schießstand nichts zu suchen. Schon zu Hause sollte man sich mit der Außenballistik der verwendeten Laborierung befassen. In Bezug auf die späteren Jagdbedingungen (Wald-, Feld-, Berg- oder Auslandsjagd) legt man dann schon vorher die gewünschte Fleckschussentfernung fest.

Die Präzision nach fünf Schüssen muss optimal sein, sonst ist es erforderlich, nach einer besser schießenden Laborierung zu suchen. Allerdings können auch ein Mangel an Waffe, Zieloptik oder Montage die Ursache für fehlende Schussleistung sein.

Bei verlöteten Läufen von Doppelkugelwaffen lässt man nach den Schüssen die Läufe stets abkühlen, damit man eine realistische Treffpunktlage erhält. Bei kombinierten Jagdwaffen ist es ratsam, auf 35 m die mittlere Treffpunktlage mit Schrot zum Sitz der Kugel(n) zu ermitteln. Will man ein Flintenlaufgeschoss verwenden, dann muss man auch seine Treffpunktlage auf etwa 40 m kennen. Einige Waffen mit freiliegendem Kugellauf bieten die Möglichkeit, den Kugellauf zum glatten Lauf hin zu justieren.

Gem. §13 Abs. 6 Waffengesetz (WaffG) ist das Einschießen von Jagdwaffen auch im Revier erlaubt. Sinnvoll ist dies nur, wenn man im Revier - bei ausreichender Sicherheit und Kugelfang - schießstandähnliche Bedingungen vorfindet, also ein solider, stabiler Anschusstisch vorhanden ist. Nicht zielführend ist ein Einschießen von einer Ansitzeinrichtung oder von der Motorhaube des Autos. Auch dann nicht, wenn man Hilfsmittel wie Bulls Bag oder MTM Shooting Rests verwendet. Derartige Schüsse sind höchstens zur Kontrolle sinnvoll.

Für das Einschießen ist der 100-Meter-Stand der richtige Ort. Ideal ist es, wenn man auch auf 50 m schießen kann. Vorhanden sein sollte ein stabiler Waffentisch, der auf keinen Fall wackelt. Für den Ausgleich der Körpergröße ist ein höhenverstellbarer Sitzstuhl geeignet. Er sollte jedoch auch fest stehen und keine Rollen haben. Der Schießtisch muss das beidseitige Auflegen der Arme (für Rechts-/ Linksschützen) gewährleisten.

Zielscheiben müssen von Schuss zu Schuss gleiches Anvisieren gewährleisten. Das Absehen darf Zielmarken nicht komplett verdecken. Ideal sind weiße Felder mit schwarzer Umrahmung. Das weiße Feld muss von einem Fadenkreuz geviertelt werden können. Bei feinem Fadenkreuz kann auch ein farbiger Punkt als Zielmarke dienen. Ebenso können Dreiecke mit scharfen Spitzen als Zielmarken herhalten. Sie sind für Zielstachel (Absehen 1) ideal. Wichtig ist, dass man das Absehen präzise platzieren kann.
RZ


 

Video: Das Einschießen von Jagdwaffen