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Top-Leistung durch Top-Fütterung

Ernährung des Jagdgebrauchshundes<p>

(Foto: St. Elison)


Alle Überlegungen zum Stoffwechsel und zur Ernährung von Jagdgebrauchshunden orientieren sich am Ausmaß der körperlichen Belastung. Die Zusammensetzung der Futterration hat sich danach zu richten.

Wasserversorgung sichern


Als ein weiterer wichtiger Aspekt im Bezug auf die leistungsgerechte Ernährung des Jagdgebrauchshundes ist die Versorgung mit Wasser anzusehen. Im Rahmen des Energieumsatzes der Muskulatur werden etwa 70 bis 75 % der zugeführten Nahrungsenergie in Form von Wärme frei. Das Wasser übernimmt in diesem Zusammenhang die Aufgabe der Temperaturregulation, indem die Wärme mit der feuchten Atemluft über den Atemapparat abgeführt wird. Wie effektiv dieser Mechanismus ist, hängt sowohl von der Umgebungstemperatur als auch der herrschenden Luftfeuchte ab. Kann die Körpertemperatur unter 41° C gehalten werden, reicht diese Art der Wärmeabgabe aus. Bei höherer Körpertemperatur wird das Leistungsvermögen des Hundes beeinträchtigt, da zur Abgabe von Wärme die Haut mehr durchblutet werden muss und die Muskulatur geringer vorsorgt wird. Für die Wiederauffüllung der Wasserreserven gilt im Gegensatz zum Menschen jedoch, dass der Verlust an Salzen wesentlich geringer und der Einfluss dieser Größe auf das Leistungsvermögen weniger bedeutsam ist.

Richtwerte zur Futtermenge

Die Futtermenge für einen Hund richtet sich einerseits nach seinem Energiebedarf und andererseits nach dem Energiegehalt des Futters. Vorteile eines Feucht-(Dosen)futters sind eine hohe Akzeptanz und eine höhere Wasseraufnahme, die Nachteile bestehen in den höheren Kosten, dem Dosenabfall sowie der mögliche Eiweißüberschuss. Vorteile von Trockenfutter sind die geringeren Kosten, die einfache Handhabung und der zahnhygienische Effekt durch längeres Kauen, Nachteile die geringere Wasseraufnahme und die z. T. nachlassende Aufnahmebereitschaft. 'Snacks' oder 'Leckerlis' sind zwar bei der Ausbildung hilfreich, sollten wegen des meist hohen Energiegehaltes (Gefahr der Verfettung) jedoch 5 % der täglichen Gesamtenergieaufnahm nicht übersteigen. Knochen (vorher abgekocht) dienen neben der Mineralstoffergänzung so wie auch 'Kauknochen' dem 'Training' des Gebisses und der Kaumuskulatur, sollten aber nur in einer Menge von ca. 10 g/kg Köpergewicht/Tag vorgelegt werden, da ansonsten schwere Verstopfungen ('Knochenkot') auftreten können.

Ernährung des alten Hundes

*mit einem mittleren Energiegehalt von 1700 Kilojoule/100 g


Im Alter kommt es zu einer Abnahme des Energiebedarfes um 20 bis 40 %. Damit kann es auch bei gleichbleibender Fütterung leicht zu Übergewicht kommen. Zu einem Untergewicht im Alter führt eine ungenügende Energieaufnahme, z. B. aufgrund von Schäden am Gebiss oder an anderen Verdauungsorganen bzw. wegen Schmerzzuständen. Auch ein energiezehrender Prozess, wie er bei 'Krebsleiden' (Tumoren) auftritt, führt zur Gewichtsreduktion. Eine Gewichtsabnahme bei einem alten Hund ist damit immer ernst zu nehmen und tierärztlich abzuklären. Durch ein mehrmaliges (zwei- bis dreimal täglich) Füttern von hochwertigen, leicht verdaulichen Futtermitteln wird der alternde Organismus entlastet. Ei, Fisch und Geflügelfleisch enthalten hochwertiges, leicht verdauliches Protein (Eiweiß) und sind wegen der abnehmenden körpereigenen Proteinreserven günstig. Bei gewissen Nierenleiden muss aber eine Proteinreduktion erwogen werden, zumindest sollte nur sehr hochwertiges Eiweiß zum Einsatz kommen. Die Verdaulichkeit der Mengen- und Spurenelemente scheint sich im Alter nicht wesentlich zu verändern.