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Tarnbekleidung für die Jagd

Glaubensfrage Camouflage

Die richtige Tarnbekleidung lässt den Jäger mit der Umgebeung verschmelzen.


Hierzulande tauchen in den Katalogen und Regalen des Fachhandels immer mehr Camouflage-Produkte auf. Das ist in Hinblick auf die aktive Jagd vom Boden aus sinnvoll, denn unser typisch deutscher, dunkelgrüner Lodenmantel sticht häufig aus der Landschaft wie ein Fremdkörper heraus. So ein dunkler Klotz in Menschengestalt fällt selbst dem unerfahrensten Schmalreh spätestens dann auf, wenn man sich nur minimal bewegt. In den USA ist Tarnung längst salonfähig. Bei deutschen Traditionalisten gilt sie nach wie vor als unweidmännisch. Das Wild hätte keine Chance mehr, heißt es schnell. Aber genau das ist der Punkt: Das zum Abschuss auserkorene Stück soll so wenig Chancen wie möglich haben! Denn nur so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Jäger aus geringer Distanz einen sauberen Schuss antragen kann. Was ist daran falsch? Wir alle sollen Abschusspläne erfüllen – je früher, desto besser. „Chancen nutzen!“ lautet daher die Devise. Denn was die Sinne angeht, ist uns das Wild trotz moderner Ausrüstung (zum Glück) überlegen. Zudem entwickelt sich die Jagd ständig weiter. Alles wird komplexer. Wo ist die Grenze? Verzichten Sie bei der Jagdausübung auf ein Auto? Ziehen Sie mit einem selbstgefertigten Eibenbogen los?

Der Verwendungszweck bestimmt das Tarnmuster

Tarnkleidung eignet sich vor allem zum Pirschen, für die Lockjagd, Drückjagd (z. B. Realtree AP Blaze Orange) oder den Anstand/ Ansitz am Boden. Falls Sie sich für einen Kauf entscheiden sollten, gilt es, einige simple Dinge zu beachten. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist die Vegetation in Ihrem Jagdrevier. Danach suchen Sie sich das passende Muster aus. Dessen Farbe muss nicht immer exakt mit der Umgebung übereinstimmen. Sommer und Herbst können daher häufig mit einem Outfit abgedeckt werden. Viel wichtiger ist, dass die Kleidung weder zu hell noch zu dunkel ist, sodass wenig Kontraste und unscharfe Konturen entstehen. Dunkle Bereiche sollten sich mit hellen abwechseln, um die Silhouette des Jägers mit der Umgebung verschwimmen zu lassen.

Schalenwild hat mit dem Farbsehen seine Schwierigkeiten: So erkennt es zum Beispiel die Grundfarbe Rot nur äußerst schlecht, Blau hingegen gut. Was der Mensch als rot oder grün sieht, erkennt ein Reh nur in Graustufen. Das ist auch der Grund, warum wir auf den folgenden Seiten jeweils eine Bildhälfte der vorgestellten Muster in Graustufen abgedruckt haben – so sehen Sie, wie Schalenwild die Muster wahrnimmt. Wenn Sie diese Aspekte bedenken, heißt es nur noch, sich Modelle in passenden Mustern auszusuchen.

unsere Jagd Cover 7/2017 © dlv Jagdmedien

unsere Jagd Cover 7/2017

Tarnmuster im Test

Für die Ausgabe 07/2017 von unsere Jagd (Ab 28. Juni im Handel) hat die Redaktion sieben verschiedene Tarnmuster gestestet und vorgestellt. Von "Realtree" über Strich- und Flecktarn bis hin zu "Supernatural".



Florian Standke Redakteur bei unsere Jagd seit 2012, Diplom Sportwissenschaftler, Jagdschein seit dem Jahr 2000, Angelscheininhaber, Führer eines Kleinen Münsterländers („Jasko“), Pächter eines Hochwildreviers.
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