Stöberjagd Organisieren - Gewusst wie!

Lesen Sie dazu ab PIRSCH 21/2009 die dreiteilige Serie über den korrekten Einsatz von Stöberhunden.


Die vorbildliche Stöberjagdleitung stellt zuvorderst die Frage nach dem Sinn einer Stöberjagd hinsichtlich der nachbarlichen (und nachbarschaftlichen!) Folgen und hinterfragt - auch unter dem Eindruck der letzten Stöberjagd - ob der Vorbereitungs-, Planungs- und Organisationsaufwand im tragbaren Verhältnis zum erhofften Nutzen steht.

Die vorbildliche Stöberjagdleitung plant rechtzeitig, denn Eile ist Gift für gute Jagd. Langfristig-zeitgerechte Planung erleichtert die Durchführung und hat weitreichende Effekte. Das setzt bereits den Abschluss des Dialogs mit kooperationswilligen Nachbarn voraus und beinhaltet weit vorlaufende infrastrukturelle Revierveränderungen.

Die vorbildliche Stöberjagdleitung plant nach den „5 w“ - Prinzip (wer, wo, was, wie/womit, wann?) an der Karte und vor Ort: Möglichkeiten, Vorgehen, Wer macht was?, Welche(r) Revierteil(e)? Wie viele Bögen? Welcher Termin? Welche Wildarten? Welche Nachbarn beteiligen? (Beginn ein Jahr vorher, etwa bis September abschließen).

Die vorbildliche Stöberjagdleitung unternimmt grundsätzlich nichts ohne die empfehlenswerte Einbeziehung der Nachbarn, alles muss unbedingt vorher und möglichst vor Ort geklärt sein, vor allem Verantwortlichkeit, grenzüberschreitende Maßnahmen und Stände, sowie letztlich auch die Kostenverteilung.

Die vorbildliche Stöberjagdleitung plant Stände und überwacht Bau und Markierungen: Vorplanung auf Karte, in die Natur übertragen, in (günstiger) Serienfertigung Drückjagdsitze/Schirme bzw. dachlose/hochstrebenfreie Kanzeln bauen, Kfz-Abstellplatz und Zuwegung zum Sitz, Stand Nr., Sicherheitszonen usw. markieren.

Die vorbildliche Stöberjagdleitung legt nach Rücksprache mit Hegegemeinschaft, Nachbarn, Hundeführern mindestens 4 Wochen vorher den Termin fest und erstellt Einladungen. Erwirkt verkehrsrechtliche Anordnungen, spricht Betretungseinschränkungen aus (Schilder fertigen, Datum, Grund und Quelle der Sperrung der Jagdfläche bzw. Privatstraßen angeben - oft Naturschutzgesetz).

Die vorbildliche Stöberjagdleitung verpflichtet Stöberhunde (incl. vom Stand jagende), Nachsuchführer - auch für Folgetag (wenn von diesen gewünscht als Schütze auf gute Stände stellen), Bläser (falls nicht bei den Schützen rekrutiert, langfristig Bläsercorps für Strecke einladen), Transport- und Kommunikationsmittel (UVV), Gasthaus/Parkplatz.
Die vorbildliche Stöberjagdleitung fertigt Karten für Jagdleiter, Ansteller, Stöberhundführer (mit den lt. UVV zugewiesenen Ständen!), Nachsuchenführer und Standzettel/Standkarten für Schützen sowie Kartenwerk zur Information mitjagender Nachbarn.

Die vorbildliche Stöberjagdleitung organisiert Wildbretverwertung (Kfz-Anhänger, Behälter für Aufbruch und Wildproben, Wildbretgalgen, Haken, Waage, Aufbrechwerkzeug, Wildmarken), stimmt Termin mit Veterinär und Wildbretkäufern ab.

Die vorbildliche Stöberjagdleitung erfragt am Jagdtag Zuständigkeit von Notfallmedizin-/veterinärdiensten, organisiert Absperrung der Zufahrten des Begrüßungs-/Auslaufplatzes und ggf. Frühstück/Mittagsplatz (Bänke, Feuer, Gewehrständer, Marketenderdienste) sowie den Streckenplatz (Sauberkeit, Grünreisig, Brüche, Fackeln, Lokalpresse). Zieht Sperren nach der Jagd ein und stellt Sauberkeit und Ordnung wieder her.

Die vorbildliche Stöberjagdleitung lässt Erfahrungen aus der abgelaufenen Stöberjagd in die Planung der nächsten einfließen und die Erkenntnisse auch den Jagdnachbarn zukommen. Jagd soll kein Eigennutz sein und muss zur Vermeidung von Eigentums- und volkswirtschaftlichen Schäden als Gemeinschaftsaufgabe gemeistert werden.