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Staupe: Was ist das für eine Krankheit? – Frag den Tierarzt

Dr. Armin Deutz
am
Montag, 06.12.2021 - 08:33
Luchs-Staupeverdacht © Dr. Armin Deutz
Luchse und Wölfe infizieren sich vor allem über den Riss von staupekranken Beutetieren mit dem Virus.

Ausgehend von Südosteuropa, hat sich die Staupe in den vergangenen beiden Jahrzehnten massiv ausgebreitet und mittlerweile Nord- und Westeuropa erreicht. Staupe ist eine weltweit verbreitete Viruskrankheit der Fleischfresser, die hauptsächlich bei Hunden („Hundestaupe“) auftritt. Weiters erkranken Dachs, Baum- und Steinmarder, Fuchs, Iltis, Wiesel, Fischotter, Waschbär, Goldschakal, Nerz, Löwen und Seehunde. In Einzelfällen wurde Staupe auch bei Luchsen und Wölfen nachgewiesen, die sich überwiegend beim Riss von erkrankten Beutetieren infizierten. Hauskatzen lassen sich mit dem Virus infizieren, zeigen aber keine Symptome. Das Staupevirus wird von infizierten Tieren mit Sekreten (Speichel, Nasen- und Augensekret) und Exkreten (Kot, Harn) ausgeschieden.

Die Übertragung erfolgt durch Direktkontakt (Belecken, Tröpfcheninfektion) oder indirekt über Futter, Wasser oder Gegenstände, die mit Sekreten oder Ausscheidungen erkrankter Tiere verunreinigt sind. Als Eintrittspforten gelten die Schleimhäute der oberen Luft- und Verdauungswege. Junge Tiere sind dabei empfänglicher als ältere Stücke. Das Staupevirus ist gegenüber tiefen Temperaturen relativ widerstandsfähig, bei Zimmertemperatur ist es nach 15 Stunden nicht mehr ansteckend. Die Staupe ist eine fieberhafte, meist akut verlaufende Infektionskrankheit mit vier unterschiedlichen Krankheitsbildern: Am häufigsten ausgeprägt sind Erkrankungen der Atemwege mit Lungenentzündung (Lungenform), Bronchitis, Husten, eitriger Nasen- und Mandelentzündung sowie Augen- und Nasenausfluss.

Waschbaer-Staupe-Uebertraeger © Dr. Armin Deutz

Auch Waschbären und sogar Robben können sich infizieren. Die Sterblichkeit ist sehr hoch.

„hard pad disease“ bei Hunden und Pelztieren

Die Magen-/Darmform der Staupe verläuft mit Erbrechen, Darmentzündung und Durchfall. Bei der Hautform kommt es zu Rötungen, Bläschen und Pusteln am Unterbauch und den Schenkel- sowie Ohrinnenflächen. Die nervale Form ist gekennzeichnet durch Muskelzittern, Bewegungsstörungen, epileptiforme Anfälle, Zwangsbewegungen, Lähmungen und Verlust der Scheu vor dem Menschen („Tollwutverdacht“). Bei Hunden und Pelztieren tritt noch die „hard pad disease“ mit Hautverdickungen der Pfotenballen und des Nasenspiegels auf.

Hohe Sterblichkeitsrate

Die Erkrankungsdauer schwankt zwischen einigen Tagen und vier Wochen. Eine Ausheilung klinisch erkrankter Tiere dürfte nur selten vorkommen, die Sterblichkeitsrate ist hoch. Behandlungsmaßnahmen sind bei freilebenden Wildtieren nicht durchführbar, Hunde und Frettchen sollten vorbeugend geimpft werden.


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