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Sollten Jäger Wurmkuren machen? – Frag den Tierarzt

Dr. Armin Deutz
am
Montag, 31.01.2022 - 08:39
Essen-mit-dreckigen-Haenden © Dr. Armin Deutz
Hygiene ist der beste Schutz – kein Essen mit schmutzigen Händen!

Hunde tragen andere Parasitenarten in sich als der Mensch, und beim Fuchsbandwurm ist der Mensch lediglich Fehlzwischenwirt, „ersetzt“ also die Feldmaus. Falls es beim Menschen zu einer Infektion mit Eiern des sogenannten Fuchsbandwurmes (Echninococcus multilocularis) kommen sollte, entwickelt sich kein Bandwurm im Darm. Es enstehen jedoch Finnen in der Leber, wie bei der Feldmaus. Und dagegen würde nur eine Dauermedikation helfen – Hygiene ist also immer die allerbeste Vorbeugemaßnahme.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber ein regelmäßiges Entwurmen der Jagdhunde, besonders solcher, die häufiger Mäuse fangen und fressen. Diese scheiden Hunde-Bandwurmeier aus und stellen so ein größeres Infektionsrisiko für den Menschen dar als Füchse.

Für Risikogruppen wie Jäger, Tierärzte und Landwirte werden in gefährdeten Gebieten blutserologische Vorsorgeuntersuchungen hinsichtlich Echinokokkose vorgeschlagen, um dann notfalls schnell therapeutisch reagieren zu können.

Risiko durch Hundespulwurm

Ein relevantes parasitologisches Risiko ist der Hundespulwurm (Toxocara canis). Seine Larven können sich zwar im menschlichen Darm nicht zu adulten Spulwürmern entwickeln (der Mensch hat eine eigene Spulwurmart – A. lumbricoides). Wanderlarven dieses Hundeparasiten können aber im menschlichen Körper Symptome hervorrufen. Sie können bis ins Auge gelangen (okuläres Larva migrans-Syndrom), weiterhin werden noch andere Krankheitsbilder, wie Rheuma oder Asthma, in Zusammenhang mit autoimmunallergischen Reaktionen auf Wanderlarven gebracht.

Welpe-mit-Wuermern © Dr. Armin Deutz

Der kümmernde Welpe hat einen hochgradigen Spulwurmbefall.

Welpen rechtzeitig entwurmen

Menschen infizieren sich durch orale Aufnahme von Spulwurmeiern, wobei besonders Welpen hohe Eizahlen ausscheiden (bis über 50.000 Eier/ g Kot). Auch hier sind Hygienemaßnahmen wie die Beseitigung des Hundekots und ein entsprechendes Entwurmungsmanagement für Hunde die wirkungsvollsten Maßnahmen. Zudem kommt in Füchsen der „Hundespulwurm“ (Toxocara canis) vor. Nicht vergessen werden sollte der Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis) als gefürchteter Zoonoseerreger!

Nicht durchgegartes Wildbret birgt parasitologische Risiken, zumindest hinsichtlich Trichinen und Toxoplasmen, eine spezielle „Wurmkur“ für Jäger wäre aber auch hier nicht zielführend.


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