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ShotKam: Flintentraining mit Kamera für Jäger getestet

Paul Rößler © dlv
Paul Rößler
am
Mittwoch, 01.12.2021 - 16:06
Shotkam auf Selbstladeflinte © Paul Rößler
ShotKams helfen, die Schießfertigkeiten zu verbessern.

Im vergangenen Herbst habe ich auf einem englischen Youtube-Kanal ein Video über die sogenannte ShotKam gesehen. Dabei handelt es sich um eine kleine Kamera, die am Lauf der Flinte befestigt wird. Die ShotKam wird über WLAN mit dem Handy oder Tablet verbunden und kann dann über die ShotKam-App eingestellt werden. Nachdem man die Kamera am Lauf befestigt hat, wird sie eingeschaltet und mit dem Handy verbunden. Öffnen Sie dann die App, um dort das Absehen einzustellen. Dazu die Flinte auf ein festes Ziel in mindestens 30 m Entfernung ausrichten. Dafür legt man sie am besten auf Sandsäcken ab. In der App sieht man nun den Bildausschnitt, den die Kamera filmt und man kann das Absehen entsprechend einstellen. Zwischen sechs verschiedenen Einstellungen kann gewählt werden. Zudem lässt sich über die App der Flintentyp programmieren und, ob man auf Wild oder Tontauben schießt. Die Kamera lässt sich über einen Schalter oder einen beherzten Schlag gegen den Vorderschaft einschalten.

Filme können auf dem Handy angesehen werden

Nach dem Einschalten der Kamera nimmt diese ein Video auf, das bei jedem Schuss durch den Rückstoß automatisch gespeichert wird. Wird nicht geschossen, wird das Video nicht gespeichert. Die gespeicherten Filme können anschließend entweder über die App auf dem Handy angesehen und gespeichert oder später per USB-Kabel auf den PC übertragen werden.

Aufgenommene Videos können auf dem Handy angeschaut werden. Das Fadenkreuz zeigt an, wo die Schrotgarbe hingeht.

In den Videos sieht man schließlich sehr genau welche Fehler man gemacht hat. Tatsächlich ist der häufigste Fehler, den ich bei mir durch die ShotKam erkannt habe, dass ich zu übereilt schieße. Ich bin zwar mit dem Anschlag direkt auf dem Ziel, schwinge dann aber nicht sauber von hinten nach vorne durch, sondern schieße zu früh und damit hinten vorbei. Ein weiterer Fehler, der gerade bei der Krähenjagd sehr häufig aufgetreten ist, ist, dass ich nicht warte bis Krähen, die „flüchten“, wieder in einer geraden Linie fliegen. Kann man die tatsächliche Flugrichtung nicht „lesen“, ist es nahezu unmöglich, sicher zu treffen.

Durch das Erkennen meiner Fehler weiß ich nun, was ich auf dem Schießstand trainieren muss. Auch dort hilft mir die ShotKam. Denn ich erkenne so, ob ich technisch korrekt geschossen habe. Ohne Schießtrainer hilft es einem nämlich recht wenig, nur zu sehen, dass man getroffen hat oder nicht. Denn auch wenn man trifft, kann man schlecht geschossen haben. Regelmäßiges Training mit der ShotKam ersetzt zwar keinen Flintentrainer, bringt aber deutlich mehr als einfach nur Runde für Runde Blei in die Luft zu pumpen, ohne zu wissen was man richtig oder falsch macht.

Mein Fazit:

Die ShotKam ist mit ca. 650 Euro schon eine ordentliche Investition. Rechnet sich aber meiner Meinung nach, da man deutlich effektiver trainiert und seine eigenen Fehler viel schneller erkennt. Da man die Kamera schnell und einfach von einer Flinte zur anderen wechseln kann, ist unter Umständen auch die Anschaffung zusammen mit zwei, drei Jagdfreunden eine gute Möglichkeit. Für Jagdvideos eignet sich die Kamera aus meiner Sicht nicht besonders. Bei schlechten Lichtverhältnissen, wie sie bei der Jagd häufig vorkommen, leidet die Bildqualität viel zu sehr. Ich sehe sie daher als das, was sie ist, eine Hilfe, um effektiver das Schießen mit der Flinte zu trainieren.


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