Home Praxis Selbstversuch Jagd in Namibia: Großwildfieber (Teil VIII)

Selbstversuch Jagd in Namibia: Großwildfieber (Teil VIII)

In den frühen Morgenstunden macht sich ein Leopardenpärchen über die Zebrakeule her. © Lasse Weicht

Ein frischer Kudu-Kadaver im trockenen Flussbett verrät ihn. Ein Leopard streift hier durch die ausgetrockneten Flusstäler auf der Suche nach Beute. Berufsjäger Ernst entschließt sich daher in unmittelbarer Nähe ein halbes Weißschwanzgnu in den Baum zu hängen. Das sogenannte „Bait“ (zu Deutsch: „Köder“) wird mit einer nachttauglichen Wildkamera überwacht. So werden alle hungrigen Gäste abgelichtet, die auf den Baum klettern um sich über das Fleisch herzumachen. Insgesamt fünf Stellen bestückt Ernst heute mit Luder, die er aufgrund von Fährten als Leoparden-Revier ausgemacht hat.

Heute war es mal nicht verwertbares Wildbret, das in den Baum gehangen wurde. Das Weißschwanzgnu war extrem abgekommen und nicht mehr für den Verzehr geeignet. „Ein großes Stück frisches Zebra wäre besser, das trocknet nicht so schnell aus“, verrät mir Ernst.

Lange Vorbereitungen auf die Leopardenjagd

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift. © Lasse Weicht

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift.

Dass mit frischem Fleisch auf einem Kontinent, der von Armut und Hunger geplagt ist Raubwild angelockt wird, ist wohl die häufigste Kritik an der Jagd auf die Großkatzen innerhalb der namibischen Jagdkreise. Zwar gibt es auch heute noch Farmer, die Leoparden mit Kastenfallen fangen, da diese Wild und Vieh reißen. Allerdings sind die meisten erfreut über den seltenen Anblick der imposanten Raubkatzen und erlegen lediglich Problemtiere, die innerhalb weniger Tage viele Kälber reißen.

Bei der Vorbereitung der Trophäenjagd werden die „Baits“ über Monate bestückt und von manchmal über zehn Plätzen auf wenige, vielversprechende Stellen heruntergefahren, an denen die Jagd auf den Leoparden stattfinden soll. Vom frühen Nachmittag bis zum nächsten Vormittag wird dabei in kleinen Zelten angesessen.

Viel Arbeit für die Berufsjäger

Von den Anstrengungen und Herausforderungen der Pirsch auf das Plains Game ist bei der Jagd auf den Leoparden wenig zu sehen. Die größte Herausforderung für den Jäger ist wahrscheinlich über die lange Zeit der Ansitze Ruhe zu bewahren und seine Notdurft bei sich zu behalten. Was die Berufsjäger im Vorfeld leisten, um eine erfolgreiche Jagd zu ermöglichen, ist erstaunlich. Zudem ist es nicht allzu selten, dass Berufsjäger von  Leoparden angegriffen werden.

Oft wird das Klientel, das Jagden auf Großkatzen bucht, als ein ganz anderes wie bei der Jagd auf Plains Game (wir berichteten in Teil VII) beschrieben. Häufig wird von aus der USA oder aus Russland stammenden Großwildjäger berichtet, die lediglich die größte und stärkste Trophäe und nicht das Erlebnis an sich suchen. Ein Kunde, so erzählte mir Berufsjäger Ernst, wollte sogar auf die Nachsuche auf einen kranken Leoparden verzichten und einfach einen weiteren bezahlen. Zum Glück ist so etwas jedoch auch bei der Big Game-Jagd ein Einzelfall.

Vorurteile gegen Trophäenjäger

Leopard am Zebra-Bait. © Lasse Weicht

Leopard am Zebra-Bait.

Für mich ist es nachvollziehbar, selektiv auf Leoparden zu jagen. Trotzdem haben sich mir bei dieser Jagd einige wenige meiner Vorurteile gegen bestimmte Trophäensammler bestätigt, da sich hier gehäuft Jäger finden, für die nur die Stärke der Trophäe zählt und nicht die Anstrengungen, das Erlebnis  – und schlussendlich der Erfolg der afrikanischen Jagd.

Während es für Lasse nach Namibia geht, bleibt seine Schwarzwildbracke hier in Deutschland. © Lasse Weicht

Während es für Lasse nach Namibia geht, bleibt seine Schwarzwildbracke hier in Deutschland.

Die Koffer sind gepackt, die eigene Waffe bleibt allerdings daheim. © Lasse Weicht

Die Koffer sind gepackt, die eigene Waffe bleibt allerdings daheim.

Klippschliefer sind mit Elefanten verwandt. © Lasse Weicht

Klippschliefer sind mit Elefanten verwandt.

Zwei Junge Kudubullen am Gegenhang. © Lasse Weicht

Zwei Junge Kudubullen am Gegenhang.

Eine Kudu-Kuh mit ihrem Kalb. © Lasse Weicht

Eine Kudu-Kuh mit ihrem Kalb.

Eine Zebrastute mit ihrem Fohlen. © Lasse Weicht

Eine Zebrastute mit ihrem Fohlen.

Sonnenuntergang über Namibia. © Lasse Weicht

Sonnenuntergang über Namibia.

Diese Puffotter lag direkt vor der Hütte. © Lasse Weicht

Diese Puffotter lag direkt vor der Hütte.

Die Oryxherde stürmt davon. © Lasse Weicht

Die Oryxherde stürmt davon.

Lasse auf der Pirsch. © Lasse Weicht

Lasse auf der Pirsch.

Ein 2a Oryxbulle. © Lasse Weicht

Ein 2a Oryxbulle.

Steven im Anschlag auf die Oryxherde. © Lasse Weicht

Steven im Anschlag auf die Oryxherde.

Erleger Steven mit der abnormen Oryx-Färse. © Lasse Weicht

Erleger Steven mit der abnormen Oryx-Färse.

Geier lauern am Luderplatz. © Lasse Weicht

Geier lauern am Luderplatz.

Überläufer und Frischling ziehen nach. © Lasse Weicht

Überläufer und Frischling ziehen nach.

Eine starke Bache an der Wasserstelle. © Lasse Weicht

Eine starke Bache an der Wasserstelle.

Zebra – hier gibt es große Unterschiede in der Essenskultur Namibias. © Lasse Weicht

Zebra – hier gibt es große Unterschiede in der Essenskultur Namibias.

Ein Oryx kurz vor dem Zerwirken. In Namibia werden die Stücke erst aus der Decke geschlagen und dann aufgebrochen. © Lasse Weicht

Ein Oryx kurz vor dem Zerwirken. In Namibia werden die Stücke erst aus der Decke geschlagen und dann aufgebrochen.

 Von Krokodil bis Zebra kann man sich in Joe´s Beerhouse durch das Wildbret Namibias probieren. © Lasse Weicht

Von Krokodil bis Zebra kann man sich in Joe´s Beerhouse durch das Wildbret Namibias probieren.

Ein traditionelles namibianisches Braai. © Lasse Weicht

Ein traditionelles namibianisches Braai.

Terrier-Rüde Hacke lässt den Abend auf dem Jagdwagen ausklingen. © Lasse Weicht

Terrier-Rüde Hacke lässt den Abend auf dem Jagdwagen ausklingen.

Auch bei den Geldnoten wird klar, dass das Wild in Namibia stets präsent ist. © Lasse Weicht

Auch bei den Geldnoten wird klar, dass das Wild in Namibia stets präsent ist.

Vom Baum verdeckt standen hier die Oryx-Kühe beim Äsen. © Lasse Weicht

Vom Baum verdeckt standen hier die Oryx-Kühe beim Äsen.

Ganzjährig unterwegs – ein Oryx-Kalb sucht Schutz unter einem Busch. © Lasse Weicht

Ganzjährig unterwegs – ein Oryx-Kalb sucht Schutz unter einem Busch.

Lasse mit seiner erlegten Oryxkuh. © Lasse Weicht

Lasse mit seiner erlegten Oryxkuh.

Ohne schweres Gerät ist ans Bergen der über 150 kg schweren Antilope kaum zu denken. © Lasse Weicht

Ohne schweres Gerät ist ans Bergen der über 150 kg schweren Antilope kaum zu denken.

Blick auf den Schiesstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung. © Lasse Weicht

Blick auf den Schiesstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung.

Entdeckt. Das wachsame Wild macht manchmal weite Schüsse notwendig. © Lasse Weicht

Entdeckt. Das wachsame Wild macht manchmal weite Schüsse notwendig.

 Im Gegensatz zu den meisten Wildarten Namibias sehen Warzenschweine extrem schlecht. Deshalb nähern sie sich bei gutem Wind bis auf wenige Meter. © Lasse Weicht

Im Gegensatz zu den meisten Wildarten Namibias sehen Warzenschweine extrem schlecht. Deshalb nähern sie sich bei gutem Wind bis auf wenige Meter.

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter. © Lasse Weicht

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter.

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift. © Lasse Weicht

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift.

Die weiblichen Kudus werden gerne von den starken Leoparden des Hochlandes erbeutet. © Lasse Weicht

Die weiblichen Kudus werden gerne von den starken Leoparden des Hochlandes erbeutet.

Leopard am Zebra-Bait. © Lasse Weicht

Leopard am Zebra-Bait

Eine braune Hyäne schaut vorbei. Da sie aber nicht auf Bäume klettert, geht sie heute leer aus. © Lasse Weicht

Eine braune Hyäne schaut vorbei. Da sie aber nicht auf Bäume klettert, geht sie heute leer aus.

In den frühen Morgenstunden macht sich ein Leopardenpärchen über die Zebrakeule her. © Lasse Weicht

In den frühen Morgenstunden macht sich ein Leopardenpärchen über die Zebrakeule her.

Gute Übersicht. Von erhöhter Position werden die Jäger per Funk geleitet. © Lasse Weicht

Gute Übersicht. Von erhöhter Position werden die Jäger per Funk geleitet.

Ein Weißschwanzgnu äugt aus weiter Ferne. © Lasse Weicht

Ein Weißschwanzgnu äugt aus weiter Ferne.

Hier gilt es durchzupirschen. An den trockenen Wänden des Flussbettes ranken wilde Feigen. © Lasse Weicht

Hier gilt es durchzupirschen. An den trockenen Wänden des Flussbettes ranken wilde Feigen.

Zufallsfund bei der Pirsch: Ein Speer zeugt von Wilderern, die hier vor einigen Jahren ihr Unwesen getrieben haben müssen. © Lasse Weicht

Zufallsfund bei der Pirsch: Ein Speer zeugt von Wilderern, die hier vor einigen Jahren ihr Unwesen getrieben haben müssen.

Mit dem Jagdwagen geht es so nah wie möglich an das Wild. Wenn das mal nicht geht, dann wird das erlegte Stück direkt im Feld zerwirkt. © Lasse Weicht

Mit dem Jagdwagen geht es so nah wie möglich an das Wild. Wenn das mal nicht geht, dann wird das erlegte Stück direkt im Feld zerwirkt.

Graulärmvögel – mit lauten Rufen verraten sie den Jäger wenn sich ihre Wege bei der Pirsch kreuzen. Sozusagen die Eichelhäher Namibias © Lasse Weicht

Graulärmvögel – mit lauten Rufen verraten sie den Jäger wenn sich ihre Wege bei der Pirsch kreuzen. Sozusagen die Eichelhäher Namibias

Ein Kudubulle verhofft unweit des Weges. Dieser gut veranlagte Bulle ist jedoch noch nicht reif. © Lasse Weicht

Ein Kudubulle verhofft unweit des Weges. Dieser gut veranlagte Bulle ist jedoch noch nicht reif.

Das stark abgekommene Weißschwanzgnu liegt. © Lasse Weicht

Das stark abgekommene Weißschwanzgnu liegt.

Seltenes Wild – Die Klippspringer sind kaum größer als ein Rehkitz im Oktober und sehen Steinböckchen zum Verwechseln ähnlich aus. Sie sind jedoch deutlich seltener als ihre Doppelgänger. © Lasse Weicht

Seltenes Wild – Die Klippspringer sind kaum größer als ein Rehkitz im Oktober und sehen Steinböckchen zum Verwechseln ähnlich aus. Sie sind jedoch deutlich seltener als ihre Doppelgänger.

Exotischer Anblick -  Rosenköpfchen kommen üblicherweise in größeren Scharen vor. Dieser zeigte sich alleine. © Lasse Weicht

Exotischer Anblick - Rosenköpfchen kommen üblicherweise in größeren Scharen vor. Dieser zeigte sich alleine.

Die Namensgebende Etosha-Salzpfanne – der „große weiße Platz“ © Lasse Weicht

Die Namensgebende Etosha-Salzpfanne – der „große weiße Platz“

Gut versteckt im Busch äst ein Nashorn. Die laufenden Motoren lassen es völlig unbeeindruckt. © Lasse Weicht

Gut versteckt im Busch äst ein Nashorn. Die laufenden Motoren lassen es völlig unbeeindruckt.

Wo Wild ist, ist man auch im riesigen Nationalpark nur selten allein. © Lasse Weicht

Wo Wild ist, ist man auch im riesigen Nationalpark nur selten allein.

Die Elefanten Namibias sind die größten Afrikas. Ihre Stoßzähne bleiben jedoch kurz und brechen häufig ab, da den Elefanten im Etosha bestimmte Nährstoffe fehlen. © Lasse Weicht

Die Elefanten Namibias sind die größten Afrikas. Ihre Stoßzähne bleiben jedoch kurz und brechen häufig ab, da den Elefanten im Etosha bestimmte Nährstoffe fehlen.

Nach 10 Wochen ist nun das Ende der Reise gekommen und ich verlasse das zentrale Hochland Namibias. © Lasse Weicht

Nach 10 Wochen ist nun das Ende der Reise gekommen und ich verlasse das zentrale Hochland Namibias.

Typischer Anblick bei der Jagd. Ein Perlkauz versorgt seine Jungen. © Lasse Weicht

Typischer Anblick bei der Jagd. Ein Perlkauz versorgt seine Jungen.

Während die Herde flieht fällt der Hengst stets zurück um zu sichern. © Lasse Weicht

Während die Herde flieht fällt der Hengst stets zurück um zu sichern.

Ein abnormer Springbock im Etosha-Park. Nicht einmal unserem Guide ist er aufgefallen. © Lasse Weicht

Ein abnormer Springbock im Etosha-Park. Nicht einmal unserem Guide ist er aufgefallen.


Lasse Weicht Der Student der Forstwissenschaften in Göttingen arbeitet als freier Mitarbeiter für den dlv. Ursprünglich stammt er aus Lippe.
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