Home Praxis Selbstversuch Jagd in Namibia: Das Fazit (Teil XIII)

Selbstversuch Jagd in Namibia: Das Fazit (Teil XIII)

Ein abnormer Springbock im Etosha-Park. Nicht einmal unserem Guide ist er aufgefallen. © Lasse Weicht
Ein abnormer Springbock im Etosha-Park. Nicht einmal unserem Guide ist er aufgefallen. © Lasse Weicht

Ein abnormer Springbock im Etosha-Park. Nicht einmal unserem Guide ist er aufgefallen.

Zehn Wochen lang durfte ich nun Berufsjäger, Fährtenleser und Jagdgäste begleiten und alles rund um die Jagd in Namibia kennen lernen. In dem über 10.000 ha großen Revier der Okatore Lodge hat sich mir dabei vor allem gezeigt, dass es bei der Jagd in Afrika mindestens in einem Punkt genauso verhält wie mit der Jagd in Deutschland: Die tatsächliche Jagd ist der kleinste Teil der Arbeit.

Während wir Kirrungen beschicken und Wildwiesen mulchen, müssen die namibischen Jäger den Großteil des Jahres darum sorgen, dass genug Wasser da ist, Buschbrände löschen damit das Wild Graß zum äsen hat und die Infrastruktur auf dem Hof und im Revier aufrechterhalten.

Während die Herde flieht fällt der Hengst stets zurück um zu sichern. © Lasse Weicht

Während die Herde flieht fällt der Hengst stets zurück um zu sichern.

Eine weitere Ähnlichkeit zur Jagd in der Heimat, und weshalb ich jedem raten würde bei einer Reise nach Afrika dort auch jagen zu gehen: Man sieht das Wild und die ganze Natur viel intensiver und bekommt den Blick für die Details.

Während der nichtjagende Tourist in den Nationalparks lediglich zwanzig Zebras in einer Herde stehen sieht und diese fleißig fotografiert, sieht man auf der Jagd mit den unglaublich talentierten Berufsjägern das Wild viel genauer. Da sind zum Beispiel Stuten mit Fohlen, junge Hengste, die abseits stehen müssen und den dominanten Hengst, der stets hinter der Herde bleibt und sichernd zu einem äugt. Meist lesen die Jagdführer schon lange bevor man das Wild erblickt aus den Spuren im Sand, dass die Tiere in der Nähe sind und wissen dabei schon genau ob die Herde die Jäger mitbekommen hat oder nicht.

Dieses Ziel „die Natur mit den Augen eines Jägers zu sehen“ scheint mir auch der Anreiz der meisten Jagdgäste zu sein, die ich kennenlernen durfte. Kaum einer ist wirklich auf die Goldmedaillen-Trophäe aus. Viel mehr ist die Trophäe für die meisten Afrikajäger, genau wie bei den meisten heimischen Jägern, eine Erinnerung an das unvergessliche Jagderlebnis. Ob der Oryx dabei Gold oder Silber verliehen bekommt spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Nach 10 Wochen ist nun das Ende der Reise gekommen und ich verlasse das zentrale Hochland Namibias. © Lasse Weicht

Nach 10 Wochen ist nun das Ende der Reise gekommen und ich verlasse das zentrale Hochland Namibias.

Eine ständige Diskussion unter den Auslandsjägern ist, ob man nun die eigene Waffe mitnehmen oder lieber auf die Leihwaffe des Jagdanbieters zurückgreifen soll. Dabei hat beides hat seine Vorzüge. Mit der eigenen Waffe ist man natürlich vertrauter und man wird vermutlich auch besser mit ihr schießen. Die Leihwaffen vor Ort haben dafür ein optimales Kaliber, sind größtenteils Entfettet (da der allgegenwertige Staub sonst an der Waffe haftet) und man hat keine Probleme und keine Kosten bei der Einfuhr.

Wer seine eigene Waffe mitnehmen möchte, der sollte jedoch unbedingt vorher kontrollieren, dass alle Bestandteile der Waffe die gleiche Nummer haben. Nicht selten kommt es vor, dass insbesondere bei der Einfuhr moderner Waffen System und Lauf unterschiedliche Nummern aufweisen, in der WBK jedoch nur eine zu finden ist. Dann wird die Einfuhr um einiges schwerer, oder bleibt strikt verwehrt.

Aber ob nun mit eigener oder geliehener Waffe. Die Jagd in Afrika ist noch immer eine echte Herausforderung und jeder, der einmal in Afrika gejagt hat, wird die atemberaubende Natur für immer mit anderen Augen sehen.

Während es für Lasse nach Namibia geht, bleibt seine Schwarzwildbracke hier in Deutschland. © Lasse Weicht

Während es für Lasse nach Namibia geht, bleibt seine Schwarzwildbracke hier in Deutschland.

Die Koffer sind gepackt, die eigene Waffe bleibt allerdings daheim. © Lasse Weicht

Die Koffer sind gepackt, die eigene Waffe bleibt allerdings daheim.

Klippschliefer sind mit Elefanten verwandt. © Lasse Weicht

Klippschliefer sind mit Elefanten verwandt.

Zwei Junge Kudubullen am Gegenhang. © Lasse Weicht

Zwei Junge Kudubullen am Gegenhang.

Eine Kudu-Kuh mit ihrem Kalb. © Lasse Weicht

Eine Kudu-Kuh mit ihrem Kalb.

Eine Zebrastute mit ihrem Fohlen. © Lasse Weicht

Eine Zebrastute mit ihrem Fohlen.

Sonnenuntergang über Namibia. © Lasse Weicht

Sonnenuntergang über Namibia.

Diese Puffotter lag direkt vor der Hütte. © Lasse Weicht

Diese Puffotter lag direkt vor der Hütte.

Die Oryxherde stürmt davon. © Lasse Weicht

Die Oryxherde stürmt davon.

Lasse auf der Pirsch. © Lasse Weicht

Lasse auf der Pirsch.

Ein 2a Oryxbulle. © Lasse Weicht

Ein 2a Oryxbulle.

Steven im Anschlag auf die Oryxherde. © Lasse Weicht

Steven im Anschlag auf die Oryxherde.

Erleger Steven mit der abnormen Oryx-Färse. © Lasse Weicht

Erleger Steven mit der abnormen Oryx-Färse.

Geier lauern am Luderplatz. © Lasse Weicht

Geier lauern am Luderplatz.

Überläufer und Frischling ziehen nach. © Lasse Weicht

Überläufer und Frischling ziehen nach.

Eine starke Bache an der Wasserstelle. © Lasse Weicht

Eine starke Bache an der Wasserstelle.

Zebra – hier gibt es große Unterschiede in der Essenskultur Namibias. © Lasse Weicht

Zebra – hier gibt es große Unterschiede in der Essenskultur Namibias.

Ein Oryx kurz vor dem Zerwirken. In Namibia werden die Stücke erst aus der Decke geschlagen und dann aufgebrochen. © Lasse Weicht

Ein Oryx kurz vor dem Zerwirken. In Namibia werden die Stücke erst aus der Decke geschlagen und dann aufgebrochen.

 Von Krokodil bis Zebra kann man sich in Joe´s Beerhouse durch das Wildbret Namibias probieren. © Lasse Weicht

Von Krokodil bis Zebra kann man sich in Joe´s Beerhouse durch das Wildbret Namibias probieren.

Ein traditionelles namibianisches Braai. © Lasse Weicht

Ein traditionelles namibianisches Braai.

Terrier-Rüde Hacke lässt den Abend auf dem Jagdwagen ausklingen. © Lasse Weicht

Terrier-Rüde Hacke lässt den Abend auf dem Jagdwagen ausklingen.

Auch bei den Geldnoten wird klar, dass das Wild in Namibia stets präsent ist. © Lasse Weicht

Auch bei den Geldnoten wird klar, dass das Wild in Namibia stets präsent ist.

Vom Baum verdeckt standen hier die Oryx-Kühe beim Äsen. © Lasse Weicht

Vom Baum verdeckt standen hier die Oryx-Kühe beim Äsen.

Ganzjährig unterwegs – ein Oryx-Kalb sucht Schutz unter einem Busch. © Lasse Weicht

Ganzjährig unterwegs – ein Oryx-Kalb sucht Schutz unter einem Busch.

Lasse mit seiner erlegten Oryxkuh. © Lasse Weicht

Lasse mit seiner erlegten Oryxkuh.

Ohne schweres Gerät ist ans Bergen der über 150 kg schweren Antilope kaum zu denken. © Lasse Weicht

Ohne schweres Gerät ist ans Bergen der über 150 kg schweren Antilope kaum zu denken.

Blick auf den Schiesstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung. © Lasse Weicht

Blick auf den Schiesstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung.

Entdeckt. Das wachsame Wild macht manchmal weite Schüsse notwendig. © Lasse Weicht

Entdeckt. Das wachsame Wild macht manchmal weite Schüsse notwendig.

 Im Gegensatz zu den meisten Wildarten Namibias sehen Warzenschweine extrem schlecht. Deshalb nähern sie sich bei gutem Wind bis auf wenige Meter. © Lasse Weicht

Im Gegensatz zu den meisten Wildarten Namibias sehen Warzenschweine extrem schlecht. Deshalb nähern sie sich bei gutem Wind bis auf wenige Meter.

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter. © Lasse Weicht

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter.

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift. © Lasse Weicht

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift.

Die weiblichen Kudus werden gerne von den starken Leoparden des Hochlandes erbeutet. © Lasse Weicht

Die weiblichen Kudus werden gerne von den starken Leoparden des Hochlandes erbeutet.

Leopard am Zebra-Bait. © Lasse Weicht

Leopard am Zebra-Bait

Eine braune Hyäne schaut vorbei. Da sie aber nicht auf Bäume klettert, geht sie heute leer aus. © Lasse Weicht

Eine braune Hyäne schaut vorbei. Da sie aber nicht auf Bäume klettert, geht sie heute leer aus.

In den frühen Morgenstunden macht sich ein Leopardenpärchen über die Zebrakeule her. © Lasse Weicht

In den frühen Morgenstunden macht sich ein Leopardenpärchen über die Zebrakeule her.

Gute Übersicht. Von erhöhter Position werden die Jäger per Funk geleitet. © Lasse Weicht

Gute Übersicht. Von erhöhter Position werden die Jäger per Funk geleitet.

Ein Weißschwanzgnu äugt aus weiter Ferne. © Lasse Weicht

Ein Weißschwanzgnu äugt aus weiter Ferne.

Hier gilt es durchzupirschen. An den trockenen Wänden des Flussbettes ranken wilde Feigen. © Lasse Weicht

Hier gilt es durchzupirschen. An den trockenen Wänden des Flussbettes ranken wilde Feigen.

Zufallsfund bei der Pirsch: Ein Speer zeugt von Wilderern, die hier vor einigen Jahren ihr Unwesen getrieben haben müssen. © Lasse Weicht

Zufallsfund bei der Pirsch: Ein Speer zeugt von Wilderern, die hier vor einigen Jahren ihr Unwesen getrieben haben müssen.

Mit dem Jagdwagen geht es so nah wie möglich an das Wild. Wenn das mal nicht geht, dann wird das erlegte Stück direkt im Feld zerwirkt. © Lasse Weicht

Mit dem Jagdwagen geht es so nah wie möglich an das Wild. Wenn das mal nicht geht, dann wird das erlegte Stück direkt im Feld zerwirkt.

Graulärmvögel – mit lauten Rufen verraten sie den Jäger wenn sich ihre Wege bei der Pirsch kreuzen. Sozusagen die Eichelhäher Namibias © Lasse Weicht

Graulärmvögel – mit lauten Rufen verraten sie den Jäger wenn sich ihre Wege bei der Pirsch kreuzen. Sozusagen die Eichelhäher Namibias

Ein Kudubulle verhofft unweit des Weges. Dieser gut veranlagte Bulle ist jedoch noch nicht reif. © Lasse Weicht

Ein Kudubulle verhofft unweit des Weges. Dieser gut veranlagte Bulle ist jedoch noch nicht reif.

Das stark abgekommene Weißschwanzgnu liegt. © Lasse Weicht

Das stark abgekommene Weißschwanzgnu liegt.

Seltenes Wild – Die Klippspringer sind kaum größer als ein Rehkitz im Oktober und sehen Steinböckchen zum Verwechseln ähnlich aus. Sie sind jedoch deutlich seltener als ihre Doppelgänger. © Lasse Weicht

Seltenes Wild – Die Klippspringer sind kaum größer als ein Rehkitz im Oktober und sehen Steinböckchen zum Verwechseln ähnlich aus. Sie sind jedoch deutlich seltener als ihre Doppelgänger.

Exotischer Anblick -  Rosenköpfchen kommen üblicherweise in größeren Scharen vor. Dieser zeigte sich alleine. © Lasse Weicht

Exotischer Anblick - Rosenköpfchen kommen üblicherweise in größeren Scharen vor. Dieser zeigte sich alleine.

Die Namensgebende Etosha-Salzpfanne – der „große weiße Platz“ © Lasse Weicht

Die Namensgebende Etosha-Salzpfanne – der „große weiße Platz“

Gut versteckt im Busch äst ein Nashorn. Die laufenden Motoren lassen es völlig unbeeindruckt. © Lasse Weicht

Gut versteckt im Busch äst ein Nashorn. Die laufenden Motoren lassen es völlig unbeeindruckt.

Wo Wild ist, ist man auch im riesigen Nationalpark nur selten allein. © Lasse Weicht

Wo Wild ist, ist man auch im riesigen Nationalpark nur selten allein.

Die Elefanten Namibias sind die größten Afrikas. Ihre Stoßzähne bleiben jedoch kurz und brechen häufig ab, da den Elefanten im Etosha bestimmte Nährstoffe fehlen. © Lasse Weicht

Die Elefanten Namibias sind die größten Afrikas. Ihre Stoßzähne bleiben jedoch kurz und brechen häufig ab, da den Elefanten im Etosha bestimmte Nährstoffe fehlen.


Lasse Weicht Der Student der Forstwissenschaften in Göttingen arbeitet als freier Mitarbeiter für den dlv. Ursprünglich stammt er aus Lippe.
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