Home Praxis Selbstversuch Jagd in Namibia: Der Auslandsjäger (Teil VII)

Selbstversuch Jagd in Namibia: Der Auslandsjäger (Teil VII)

Entdeckt. Das wachsame Wild macht manchmal weite Schüsse nötig. © Lasse Weicht

Die Trophäenjagd ist vielen ein Dorn im Auge. Aus reiner Überlegenheit, so scheint es nehmen die wohlhabenden Jäger Leben, um mit ein paar Knochen mehr nach Hause fliegen zu können. Selbst innerhalb der Jägerschaft werden Trophäenjäger nicht selten verächtlich betrachtet. Gerade die kurzsichtige Jagd, ohne Fleiß in Hege von Wild und Revier gesteckt zu haben, scheint vielen Jägerinnen und Jägern in heimischen Revieren gehörig gegen den Strich zu gehen. Nicht einmal einen Jagdschein braucht man in Namibia, um auf Jagd gehen zu dürfen. Doch lässt sich „der Trophäenjäger“ so pauschalisieren?

Die meisten Trophäenjäger, die einem bei der Jagd auf „Plains Game“ (also alles außer den Big Five) begegnen, sind langjährige, passionierte Jäger. Die häufig aus Deutschland, Frankreich oder Großbritannien stammenden Gäste scheinen ihre Leidenschaft eben auch im Urlaub ausüben zu wollen. Wo der normale Urlauber andere Landschaft als die der Heimat sehen will, will der Auslandsjäger auf anderes Wild jagen als in der Heimat.

Ungewohnte Umstände

Blick auf den Schießstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung. © Lasse Weicht

Blick auf den Schießstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung.

Jedem Berufsjäger und Jagdanbieter, den ich kennen lerne, stelle ich die gleiche Frage nach schlechten Erfahrungen mit Jagdgästen. Überraschend viele haben bis auf die üblichen schwarzen Schafe nichts Negatives zu berichten. Mit einer Ausnahme – der Schussleistung.

Warum auch langjährige Jäger hier häufig schlecht schießen, erklärt sich mir vor allem durch die andere Jagdart und die harschen Gegebenheiten. Denn während wir meist gemütlich auf dem Hochsitz oder dem Drückjagdstand warten bis sich uns Wild nähert, so muss sich der Afrika-Jäger von seinem Ruhepuls verabschieden und sich selbst an das Wild herankämpfen.

Wer nämlich in den Steppen und Savannen Afrikas jagen gehen will, der muss sich auf lange Pirschgänge in sengender Hitze einstellen. Hier im Khomas Hochland kommen dazu noch die Höhenmeter bei der Pirsch, die unseren Mittelgebirgen ähneln. Sieht man Wild, so ist dies meist in weiter Ferne und der Jagdführer versucht den Gast strategisch gut und möglichst schnell nah an das Wild zu führen. Doch nah heißt hier in den meisten Fällen ein- bis zweihundert Meter Schussdistanz. Stehend auf dem Zielstock aufgelegt.

Bei Unsicherheit lieber den Finger gerade lassen

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter. © Lasse Weicht

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter.

Für viele ist der Schuss über Einhundert Meter vom Zielstock ungeübt. Ist man dann auch noch etwas aus der Puste und bekommt wegen des exotischen Wilds Jagdfieber, so war es das mit dem sicheren Schuss.

Doch niemand ist dazu gezwungen einen Schuss abzugeben, den er sich selbst nicht zutraut. Erst vor ein paar Tagen durfte ich einen Jagdführer mit seinem Gast begleiten, der wohlgemerkt nicht-Jäger war und seinen ersten großkalibrigen Schuss einen Tag zuvor auf dem Schießstand abgegeben hat. Als der Jagdführer ihn auf 190 Meter an Oryx heranbrachte und ihm den Schuss erlaubte, drehte er sich ausgerechnet zu mir um und fragte mich, ob er den Schuss wagen soll. Leicht verdutzt habe ich ihm davon abgeraten und der Jagdführer hat daraufhin noch einmal probiert uns näher an das Wild zu bringen. Schlussendlich konnte er auf 80 Meter das Stück erlegen. Mit dem zweiten Schuss seines Lebens.

Während es für Lasse nach Namibia geht, bleibt seine Schwarzwildbracke hier in Deutschland. © Lasse Weicht

Während es für Lasse nach Namibia geht, bleibt seine Schwarzwildbracke hier in Deutschland.

Die Koffer sind gepackt, die eigene Waffe bleibt allerdings daheim. © Lasse Weicht

Die Koffer sind gepackt, die eigene Waffe bleibt allerdings daheim.

Klippschliefer sind mit Elefanten verwandt. © Lasse Weicht

Klippschliefer sind mit Elefanten verwandt.

Zwei Junge Kudubullen am Gegenhang. © Lasse Weicht

Zwei Junge Kudubullen am Gegenhang.

Eine Kudu-Kuh mit ihrem Kalb. © Lasse Weicht

Eine Kudu-Kuh mit ihrem Kalb.

Eine Zebrastute mit ihrem Fohlen. © Lasse Weicht

Eine Zebrastute mit ihrem Fohlen.

Sonnenuntergang über Namibia. © Lasse Weicht

Sonnenuntergang über Namibia.

Diese Puffotter lag direkt vor der Hütte. © Lasse Weicht

Diese Puffotter lag direkt vor der Hütte.

Die Oryxherde stürmt davon. © Lasse Weicht

Die Oryxherde stürmt davon.

Lasse auf der Pirsch. © Lasse Weicht

Lasse auf der Pirsch.

Ein 2a Oryxbulle. © Lasse Weicht

Ein 2a Oryxbulle.

Steven im Anschlag auf die Oryxherde. © Lasse Weicht

Steven im Anschlag auf die Oryxherde.

Erleger Steven mit der abnormen Oryx-Färse. © Lasse Weicht

Erleger Steven mit der abnormen Oryx-Färse.

Geier lauern am Luderplatz. © Lasse Weicht

Geier lauern am Luderplatz.

Überläufer und Frischling ziehen nach. © Lasse Weicht

Überläufer und Frischling ziehen nach.

Eine starke Bache an der Wasserstelle. © Lasse Weicht

Eine starke Bache an der Wasserstelle.

Zebra – hier gibt es große Unterschiede in der Essenskultur Namibias. © Lasse Weicht

Zebra – hier gibt es große Unterschiede in der Essenskultur Namibias.

Ein Oryx kurz vor dem Zerwirken. In Namibia werden die Stücke erst aus der Decke geschlagen und dann aufgebrochen. © Lasse Weicht

Ein Oryx kurz vor dem Zerwirken. In Namibia werden die Stücke erst aus der Decke geschlagen und dann aufgebrochen.

 Von Krokodil bis Zebra kann man sich in Joe´s Beerhouse durch das Wildbret Namibias probieren. © Lasse Weicht

Von Krokodil bis Zebra kann man sich in Joe´s Beerhouse durch das Wildbret Namibias probieren.

Ein traditionelles namibianisches Braai. © Lasse Weicht

Ein traditionelles namibianisches Braai.

Terrier-Rüde Hacke lässt den Abend auf dem Jagdwagen ausklingen. © Lasse Weicht

Terrier-Rüde Hacke lässt den Abend auf dem Jagdwagen ausklingen.

Auch bei den Geldnoten wird klar, dass das Wild in Namibia stets präsent ist. © Lasse Weicht

Auch bei den Geldnoten wird klar, dass das Wild in Namibia stets präsent ist.

Vom Baum verdeckt standen hier die Oryx-Kühe beim Äsen. © Lasse Weicht

Vom Baum verdeckt standen hier die Oryx-Kühe beim Äsen.

Ganzjährig unterwegs – ein Oryx-Kalb sucht Schutz unter einem Busch. © Lasse Weicht

Ganzjährig unterwegs – ein Oryx-Kalb sucht Schutz unter einem Busch.

Lasse mit seiner erlegten Oryxkuh. © Lasse Weicht

Lasse mit seiner erlegten Oryxkuh.

Ohne schweres Gerät ist ans Bergen der über 150 kg schweren Antilope kaum zu denken. © Lasse Weicht

Ohne schweres Gerät ist ans Bergen der über 150 kg schweren Antilope kaum zu denken.

Blick auf den Schiesstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung. © Lasse Weicht

Blick auf den Schiesstand. Wer in Namibia jagen will braucht offiziell keinerlei Erfahrung.

Entdeckt. Das wachsame Wild macht manchmal weite Schüsse notwendig. © Lasse Weicht

Entdeckt. Das wachsame Wild macht manchmal weite Schüsse notwendig.

 Im Gegensatz zu den meisten Wildarten Namibias sehen Warzenschweine extrem schlecht. Deshalb nähern sie sich bei gutem Wind bis auf wenige Meter. © Lasse Weicht

Im Gegensatz zu den meisten Wildarten Namibias sehen Warzenschweine extrem schlecht. Deshalb nähern sie sich bei gutem Wind bis auf wenige Meter.

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter. © Lasse Weicht

Meister der Weitsicht. Paviane können extrem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden, und das auf viele Hundert Meter.

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift. © Lasse Weicht

Der Größenvergleich zeigt: Ein starker Leopardenkuder ist hier über die Schiessbahn gestreift.

Die weiblichen Kudus werden gerne von den starken Leoparden des Hochlandes erbeutet. © Lasse Weicht

Die weiblichen Kudus werden gerne von den starken Leoparden des Hochlandes erbeutet.

Leopard am Zebra-Bait. © Lasse Weicht

Leopard am Zebra-Bait

Eine braune Hyäne schaut vorbei. Da sie aber nicht auf Bäume klettert, geht sie heute leer aus. © Lasse Weicht

Eine braune Hyäne schaut vorbei. Da sie aber nicht auf Bäume klettert, geht sie heute leer aus.

In den frühen Morgenstunden macht sich ein Leopardenpärchen über die Zebrakeule her. © Lasse Weicht

In den frühen Morgenstunden macht sich ein Leopardenpärchen über die Zebrakeule her.

Gute Übersicht. Von erhöhter Position werden die Jäger per Funk geleitet. © Lasse Weicht

Gute Übersicht. Von erhöhter Position werden die Jäger per Funk geleitet.

Ein Weißschwanzgnu äugt aus weiter Ferne. © Lasse Weicht

Ein Weißschwanzgnu äugt aus weiter Ferne.

Hier gilt es durchzupirschen. An den trockenen Wänden des Flussbettes ranken wilde Feigen. © Lasse Weicht

Hier gilt es durchzupirschen. An den trockenen Wänden des Flussbettes ranken wilde Feigen.

Zufallsfund bei der Pirsch: Ein Speer zeugt von Wilderern, die hier vor einigen Jahren ihr Unwesen getrieben haben müssen. © Lasse Weicht

Zufallsfund bei der Pirsch: Ein Speer zeugt von Wilderern, die hier vor einigen Jahren ihr Unwesen getrieben haben müssen.

Mit dem Jagdwagen geht es so nah wie möglich an das Wild. Wenn das mal nicht geht, dann wird das erlegte Stück direkt im Feld zerwirkt. © Lasse Weicht

Mit dem Jagdwagen geht es so nah wie möglich an das Wild. Wenn das mal nicht geht, dann wird das erlegte Stück direkt im Feld zerwirkt.

Graulärmvögel – mit lauten Rufen verraten sie den Jäger wenn sich ihre Wege bei der Pirsch kreuzen. Sozusagen die Eichelhäher Namibias © Lasse Weicht

Graulärmvögel – mit lauten Rufen verraten sie den Jäger wenn sich ihre Wege bei der Pirsch kreuzen. Sozusagen die Eichelhäher Namibias

Ein Kudubulle verhofft unweit des Weges. Dieser gut veranlagte Bulle ist jedoch noch nicht reif. © Lasse Weicht

Ein Kudubulle verhofft unweit des Weges. Dieser gut veranlagte Bulle ist jedoch noch nicht reif.

Das stark abgekommene Weißschwanzgnu liegt. © Lasse Weicht

Das stark abgekommene Weißschwanzgnu liegt.

Seltenes Wild – Die Klippspringer sind kaum größer als ein Rehkitz im Oktober und sehen Steinböckchen zum Verwechseln ähnlich aus. Sie sind jedoch deutlich seltener als ihre Doppelgänger. © Lasse Weicht

Seltenes Wild – Die Klippspringer sind kaum größer als ein Rehkitz im Oktober und sehen Steinböckchen zum Verwechseln ähnlich aus. Sie sind jedoch deutlich seltener als ihre Doppelgänger.

Exotischer Anblick -  Rosenköpfchen kommen üblicherweise in größeren Scharen vor. Dieser zeigte sich alleine. © Lasse Weicht

Exotischer Anblick - Rosenköpfchen kommen üblicherweise in größeren Scharen vor. Dieser zeigte sich alleine.

Die Namensgebende Etosha-Salzpfanne – der „große weiße Platz“ © Lasse Weicht

Die Namensgebende Etosha-Salzpfanne – der „große weiße Platz“

Gut versteckt im Busch äst ein Nashorn. Die laufenden Motoren lassen es völlig unbeeindruckt. © Lasse Weicht

Gut versteckt im Busch äst ein Nashorn. Die laufenden Motoren lassen es völlig unbeeindruckt.

Wo Wild ist, ist man auch im riesigen Nationalpark nur selten allein. © Lasse Weicht

Wo Wild ist, ist man auch im riesigen Nationalpark nur selten allein.

Die Elefanten Namibias sind die größten Afrikas. Ihre Stoßzähne bleiben jedoch kurz und brechen häufig ab, da den Elefanten im Etosha bestimmte Nährstoffe fehlen. © Lasse Weicht

Die Elefanten Namibias sind die größten Afrikas. Ihre Stoßzähne bleiben jedoch kurz und brechen häufig ab, da den Elefanten im Etosha bestimmte Nährstoffe fehlen.

Nach 10 Wochen ist nun das Ende der Reise gekommen und ich verlasse das zentrale Hochland Namibias. © Lasse Weicht

Nach 10 Wochen ist nun das Ende der Reise gekommen und ich verlasse das zentrale Hochland Namibias.

Typischer Anblick bei der Jagd. Ein Perlkauz versorgt seine Jungen. © Lasse Weicht

Typischer Anblick bei der Jagd. Ein Perlkauz versorgt seine Jungen.

Während die Herde flieht fällt der Hengst stets zurück um zu sichern. © Lasse Weicht

Während die Herde flieht fällt der Hengst stets zurück um zu sichern.

Ein abnormer Springbock im Etosha-Park. Nicht einmal unserem Guide ist er aufgefallen. © Lasse Weicht

Ein abnormer Springbock im Etosha-Park. Nicht einmal unserem Guide ist er aufgefallen.


Lasse Weicht Der Student der Forstwissenschaften in Göttingen arbeitet als freier Mitarbeiter für den dlv. Ursprünglich stammt er aus Lippe.
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