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Eine Schweißhund-Mutterlinie

Welpen aus dem I-Wurf „vom Lützelsoon“. Wurf­datum: 2. 4. 1991. (Foto: B. Krewer)


Nimmt der Züchter als Partner für seine Hündinnen in späteren Generationen Rüden, die auch Blut dieser „Stammhündin“ führen, so spricht man von „Mutterlinien-­Inzucht“. Vor der Inzucht als Zuchtform wird heute infolge gesicherter genetischer Erkenntnisse durchweg gewarnt, unter anderem, weil sie stets den Verlust von Erb­informationen zur Folge hat. Auch Anfälligkeiten gegen Krankheiten und Nachlassen der Fruchtbarkeit werden der Inzucht angelastet. Aber: Sie ist die sicherste Methode, erwünschte Erbeigenschaften bei den Nachkommen zu verdichten und zu fixieren. Leider manifestieren sich ebenso die unerwünschten Eigenschaften und auch diese Tatsache hat die Inzucht in ­Verruf gebracht.
Es ist unstrittig, dass nahezu alle unsere heutigen Jagdhunderassen in ihren Anfängen einer scharfen Inzucht-Selektion unterworfen waren. Auch heute noch müssen einige Jagdhund-Zuchtvereine, deren Zuchtbasen ­eng sind (beispielsweise die ­beiden Schweißhunderassen und die Westfälische Dachsbracke) auf die Inzucht zurückgreifen. Dabei spielt es nur eine geringe Rolle, ob die gemeinsamen Ahnen, auf die man einzüchtet, drei oder 13 Generationen zurückliegen. Inzucht bleibt es allemal.

Zwang zur Inzucht

Ahnentafel von „Balda“, Stammmutter der „Lützel­sooner“. Sie führte :I „Barth-Heiseke“ 1230 dreimal in vier Ahnengenerationen. (Foto: B. Krewer)


Die Hannoverschen Schweiß­hunde in der züchterischen Obhut des Vereins Hirschmann, des Österreichischen und des Ungarischen Schweiß­­hundvereins unterliegen auch heute noch dem Zwang einer lockeren Inzucht. Die extrem schmale Zuchtbasis der ersten 20 Nachkriegsjahre und die ­damals starke Einzüchtung auf wenige „Sternenrüden“ hatte zur Folge, dass alle oder fast alle heutigen Hannoverschen Schweißhunde aus den drei genannten Zuchtvereinen für Hannoversche Schweißhunde miteinander verwandt sind.
Am Beispiel einer in Österreich gezüchteten Hannoverschen Schweißhündin, auf deren Blut ich in der Folge im Verein Hirschmann meine züchterische Mutterlinie aufgebaut habe, möchte ich den Aufbau einer Mutterlinie – „Lützelsoon“-Linie – darstellen.
Der Verein Hirschmann hat eine sehr strenge Zuchtordnung – und das ist auch gut so! Um aber eine eigene Mutterlinie aufzubauen, bedarf es jedoch einer gewissen züchterischen Freiheit. Die jeweilige Partnerwahl geschah natürlich nach ein­gehender Diskussion mit und dem Segen der jeweiligen Zuchtwarte Karl Bergien und Wilhelm Puchmüller.
Im Herbst 1971 kam die hirschrote („Balda vom Eisernen Tor“ ÖHZBHS 1683 VH-Zuchtbuch-Nr. 1533 als Welpe (und Ersatz für die bei einer Hetze verschollene „Birke vom Buchenfürst“ 1487) zu mir. Züchter war Josef Brauchart im burgenländischen Eisenstadt. Die damalige Zuchtwartin für die Bayerischen Gebirgsschweißhunde im Österreichischen Schweißhundeverein (ÖSHV) Trude Riess, hatte sie für mich ausgesucht und sie mir zur Hauptprüfung des Vereins Hirschmann in den Harz mitgebracht.

Stammmutter „Balda“


„Balda“ führte dreimal (!) den deutschen Rüden :I „Barth-Heiseke“ 1230 in ­ihrer Ahnenreihe (bis zu P 4, also ihren Urgroßeltern) – ­jeweils über seinen Sohn „Baldur vom Abbenstein“ 1371, der der Zucht des Hannoverschen Schweißhundes in Österreich seinen Stempel nachhaltig aufgedrückt hat.
Mit 13 Monaten absolvierte sie die Vorprüfung des Vereins Hirschmann mit einem guten II. Preis und erhielt bei der Schweißhundschau anlässlich der Hauptversammlung des Vereins Hirschmann in Waldeck im Juni 1973 die Formwertnote „sehr gut“. Die Hauptprüfung bestand diese Hündin im Herbst 1974 mit einem hohen II. Preis. „Balda“ verendete leider schon im Herbst 1975 an einem Hirntumor in der Universitätsklinik in Gießen.
Im Sommer des Jahres 1973 wurde „Balda“ von :II „Agon vom Sinntal“ 1492 gedeckt und brachte 13 Welpen, von denen trotz aller Mühen nur drei Hündinnen am Leben blieben. Zwei Jahre später – also 1975 – wurde „Balda“ von dem hirschroten „Iwan vom Hessenwald“ 1495 gedeckt, einem :I „Barth-Heiseke“ 1230 – Enkel und somit der „Balda“ nahe verwandt. Aus diesem sechs Welpen starken Wurf behielt ich die dunkel-hirschrote „Dolde vom Lützelsoon“ 1627. Ihre Wurfschwester „Drossel“ 1628 begründete den Zwinger „von der Raubkammer“. „Dolde“ 1627 bestand die Vorprüfung mit einem guten II. und die Hauptprüfung mit einem III. Preis, ihr Formwert war „sehr gut/ gut“.
1978 wurde „Dolde“ 1627 von dem gestromten :II „Agon vom Reihertal“ 1565 gedeckt und brachte acht Welpen. Dieser „E“-Wurf war einer der erfolgreichsten Würfe in der Hirschmann-Zuchtgeschichte. Die Hündinnen „Edda“ 1683, „Eibe“ 1684, „Elfi“ 1686, „Elke“ 1687, „Erle“ 1688, „Erra“ 1689 und „Esche“ 1690 „vom Lützelsoon“ brachten unter erschwerten Umständen insgesamt 1200 Stücke Hochwild zur Strecke. „Doldes“ Schwäche war ihre manchmal nicht befriedigende Schärfe an Sauen. Mit dem sehr wildscharfen „Agon“ wollte ich dieses Manko kompensieren, und dieses Kalkül ist voll aufgegangen.

Folge-Zwinger

„Eibe“ 1684 war die erste Zuchthündin im Zwinger „vom Elm“ und mit „Esche“ 1690 wurde im Zwinger „vom Idarwald“ gezüchtet.
„Doldes“ 1627 zweiter Wurf („F“-Wurf) fiel im Jahre 1980 nach dem substanzvollen, hirschroten :II „Agon vom Königsforst“ 1637. In diesem acht Welpen starken Wurf lag unter anderem „Fels vom Lützelsoon“ 1742, der in den Folgejahren als Deckrüde eingesetzt wurde. „Dolde“ wechselte früh in die ewigen Jagdgründe, als ein Fangschuss auf einen annehmenden Keiler diesen und die Hündin traf.
Aus dem „E“-Wurf hatte ich die dunkel-gestromte „Elfi“ 1686 selbst behalten. Sie blieb eine recht zierliche Vertreterin ihrer Rasse mit ausgeprägter Hetzpassion und Wildschärfe. Die Vorprüfung absolvierte sie mit einem II. und die Hauptprüfung mit einem III. Preis. 1982 wurde „Elfi“ 1686 von :I „Birko vom Oberharz“ 1647 gedeckt, einem großrahmigen und leistungsstarken gestromten Rüden. Vater von „Birko“ war „Iwan vom Hessenwald“ 1495 (der Großvater mütterlicherseits der „Elfi“ 1686). Neun Welpen lagen in diesem Wurf. Der daraus stammende „Gero vom Lützelsoon“ 1803 wurde einmal als Deckrüde für eine österreichische Hündin eingesetzt (Zwinger „vom Trailing“). Die Welpen aus dieser Verbindung kamen größtenteils nach Deutschland zu hiesigen Schweißhundführern.
Der zweite Wurf der „Elfi“ 1686 („H“-Wurf „vom Lützelsoon“) fiel im Jahre 1983 nach dem in Österreich gezogenen :III „Alf vom Jetzbachkar“ 1650. Zwei dieser vier Hunde aus diesem Wurf erfüllten in keiner Weise die Erwartungen, die ich in ihre elterliche Verbindung gesetzt hatte. Die restlichen zwei waren allenfalls Durchschnitt.
Doch zurück zum „G“-Wurf „vom Lützelsoon“. „Gilka vom Lützelsoon“ 1807, eine wie ihre Mutter „Elfi“ 1686 eher leichte, aber wildscharfe und locker fährtelaute Hündin, brachte 1988 ihren ersten und einzigen Wurf im Zwinger „vom Mayener Hinterwald“ in der Stärke von fünf Welpen nach dem Rüden :I „Dietl vom Reihertal“ 1882. Mit „Dietl“ kam erstmals tschechisches Blut in diese Mutterlinie hinein, während alle bisherigen Paarungen das Blut von :I „Barth-Heiseke“ 1230 sehr stark verdichteten.

Letzte „Lützelsooner“

Bernd Krewer zu seiner aktiven Zeit als Schweißhundführer mit seiner HS-Hündin „Afra vom Mayener Hinterwald“ und in Begleitung von Heiner Suchand an­lässlich einer Fürsten­berg’schen Saudrückjagd. (Foto: E. Marek)


Ich erwarb eine Hündin aus diesem Wurf, die „Afra vom Mayener Hinterwald“ 2009. „Afra“ war eine substanzvolle, im Formwert „sehr gute“ hirschrote Hündin mit tiefschwarzer Maske. Die Vorprüfung bestand sie mit einem III. Preis, die Hauptprüfung im niederländischen Het Loo mit einem sehr ­guten II. Preis. Diese fährtelaute, in der Riemenarbeit beeindruckend zuverlässige, hetzfreudige und wildscharfe Hündin brachte in ihrem ­Leben insgesamt 234 Stücke Hochwild zur Strecke, davon 114 mit Hetze (das sind ­nahezu 50 %!). Ihr ebenfalls sehr leistungsstarker Wurfbruder „Arcos vom Mayener Hinterwald“ 2011 wurde als Deckrüde im Zwinger „von der Föhrenhaid“ verwendet.
Im Jahr 1991 deckte „Agon vom Preintal“ 1893, ein in Österreich gezüchteter hirsch­roter Rüden, die „Afra vom Mayener Hinterwald“ 2009. Elf Welpen waren das Ergebnis. Die Nachzuchten der aus diesem Wurf stammenden Hündinnen „Isa vom Lützelsoon“ 2091 und „Juno vom Lützelsoon“ 2095 finden wir im Hirschmann-Zuchtbuch unter den Zwingernamen „von Neuhaus“ und „von den sieben Steinhäusern“.
Neben einigen Seitenlinien, in denen das Blut der „Lützelsooner“ noch wirksam ist, verläuft die Mutterlinie in Richtung jüngerer Ahnenfolge unter anderem wie in der oben stehenden Übersicht dargestellt.
Außerdem ist das Blut der Stammmutter der „Lützel­soon“-Mutterlinie :II „Balda vom Eisernen Tor“ 1533 durch Zuchtverwendung von Rüden der Enkel- und Urenkel-Generationen noch wirksam in Nachkommen aus den Zwingern: „Strelitz-Alt“, „von Vorderkoflach“ (ÖSHV), „vom Eichenfirst“, „vom Falkenberg“, „vom ­Jägermeister“, „von der Wald­eben“ (ÖSHV), „Salm-­Disselborn“, „vom Seebruch-Darß“, „vom Jungfernholz“, „vom Bibertal“, „vom ­Jossgrund“, „vom Friedrichshof“, „vom Klosterforst“, „von der Brinkwiese“ sowie in dem schon erwähnten Zwinger „von der Föhrenhaid“ und auch ­einigen weiteren, in den ­vergangenen Jahren neu begründeten Zwingern. Es wurde in der jüngsten ­Vergangenheit sogar mehrfach auf das Blut der „Lützelsooner“ ingezüchtet.

Gewollte Inzucht

Eine Mutterlinie in der Jagdhundezucht aufzubauen, erfordert fraglos einen relativ langen Atem. Wer erst als Züchter im zarten Alter von 60 Jahren damit beginnt, der wird nicht sehr weit kommen (können). Und man muss – will man sich eine Mutterlinie aufbauen – kompromisslos ehrlich zu sich selbst und „seiner“ Rasse beziehungsweise „seinen“ Hunden sein und sich ein wenig in der Genetik auskennen. Ich habe immer nach Partnern für meine Hündinnen gesucht, die das, was bei der jeweiligen Hündin nicht in der gewünschten Ausprägung vorhanden war, in besonderem Maße zeigten (z.B. Wildschärfe oder körperliche Substanz).
Ich habe den „Regenerator der Nachkriegs-Schweißhundzucht“ (wie Konrad Andreas ihn einmal nannte) :I „Barth-Heiseke“ 1230 noch persönlich gekannt, er war für mich in Form und Leistung der Prototyp des Hannoverschen Schweißhundes schlechthin. Es war eines meiner angestrebten Ziele, das „Barth-Heiseke“-Blut in meiner Linie zu verdichten und inzuchtfest zu machen. Würde man die ­Ahnentafeln der späteren Nachfahren der :II „Balda vom Eisernen Tor“ 1533 bis zu ihr rückverfolgen, ergäbe sich eine sehr starke Häufung des Blutes dieses Rüden in der gesamten Linie. Viele würden staunen und manche sicher auch erschrecken.
Es gab in der Geschichte der „Lützelsoon-Linie“ auch Rück­schläge und Minusvarianten (Hunde mit Wesensdefekten, Ek- und Entropium, Rückbeißer, Hodenfehler u.s.w.), das darf und soll nicht verschwiegen werden. Inzucht festigt eben nicht nur erwünschte Anlagen, sie deckt auch genetische Defekte ­rücksichtslos auf. Und der absolut vollkommene, fehlerfreie Zuchthund ist noch nicht geboren beziehungsweise geworfen worden.

Eigenheiten

Was habe ich von meinen züchterischen Vorstellungen in dieser „Lützelsoon“-Mutterlinie erreicht? Habe ich überhaupt etwas erreicht? :II „Balda vom Eisernen Tor“ 1533 war ein wenig lang im Rücken. Sie hatte – wie Karl Bergien es einmal treffend sagte – „eine Rippe zu viel“. In allen Folgegenerationen fanden sich Hunde, die diese „Rippe zu viel“ hatten. Es wurde dies schon beinahe zum Markenzeichen der „Lützelsooner“.
Obwohl „Balda“ 1533 eine Hündin des Mittelschlages war, fielen in den späteren Generationen immer wieder Hunde (meist Hündinnen), die im Stockmaß an der Untergrenze (oder sogar darunter) des gültigen Rassestandards lagen. :III „Elfi vom Lützelsoon“ 1686 gehörte zu diesen relativ kleinen Vertretern ihrer Rasse und auch „Gilka vom Lützelsoon“ 1807, obwohl beide substanzvolle, große Väter hatten. Im „I“-Wurf „vom Lützelsoon“ – elf Welpen stark – wurde eine Hündin mit 45 Zentimetern gemessen, zwei mit 46 Zentimetern und eine mit 47 Zentimetern (Stockmaß). Dabei waren die Mutter :II „Afra vom Mayener Hinterwald“ 2009 und auch der Vater „Agon vom Preintal“ 1893 im mittleren Bereich des Rassestandards liegende Hannoversche Schweißhunde.
Besonders der damalige Hirschmann-Zuchtwart Wilhelm Puchmüller tat sich ­etwas schwer mit diesen etwas kleinen „Lützelsoonern“, er bevorzugte substanzreichere Hunde im oberen Bereich des Standard-Stockmaßes. Wir haben oft darüber diskutiert, ob nicht der eher kleinere und wendigere Hannoversche Schweißhund im Raps oder im Schwarzdorn an noch beweglichen und aggressiven Sauen gegenüber dem größeren und schwereren Hund im Vorteil wäre.
Ich hatte in meiner Zucht niemals Probleme mit dem Laut – jedenfalls sind mir solche von Hunden meines Zwingers nie zu Ohren gekommen. Auch die Hüftge­lenk­dys­plasie war in der „Lützel­soon“-­Linie kein die Zucht irgendwie negativ beeinflussender Faktor. Im letzten („I“-) Wurf, der den Zwingernamen „vom Lützelsoon“ trug, waren alle rönt­gen­o­logisch untersuchten Hunde (acht von elf Hunden) absolut HD-frei.
Nahezu alle Hunde aus meinem Zwinger, die in Hände erfahrener und viel beschäftigter Schweißhundführer kamen, haben die Erwartungen, die ich als Züchter in ihre elterlichen Verbindungen gesetzt hatte, erfüllt. Neben den schon erwähnten Hunden des „E“-Wurfes sind da zu nennen :II „Citta vom Lützelsoon“ 1573, :III „Fels vom Lützelsoon“ 1745, „Fee vom Lützel­soon“ 1744, „Gesell vom Lützelsoon“ 1804, „Gilka vom Lützelsoon“ 1807, „Gonda vom Lützel­soon“ 1810 und aus dem letzten, dem „I“-Wurf „vom Lützelsoon“, die Hündinnen „Ilka“ 2089, „Ina“ 2090, „Isa“ 2091, „Jana“ 2094 und „Juno“ 2095, die aus­gesprochene Leistungsträger ihrer Rasse und auch des Zwingers waren, aus dem sie stammten.
Es ist verhältnismäßig leicht, nur schöne Hunde zu züchten, wenn man Gesundheit, Wesen und jagdliche Anlagen nicht beachten muss. Gesunde, wesensstabile, mit ­allen notwendigen und rassetypischen jagdlichen Anlagen ausgestattete und dem Rassestandard entsprechende Hunde zu züchten, ist da schon weitaus schwieriger.
Oberforstmeister Rudolf Frieß (der legendäre „R.F.“), mit dem ich mehrere Jahre einen regen Briefwechsel besonders über Zuchtfragen geführt habe, war ein aus­gesprochener Verfechter der Inzucht bei unseren Jagd­gebrauchshunderassen. Er schrieb mir einmal: „Inzucht klärt die Erbmasse – Fremdzucht verschleiert sie.“ Dieser Brief ist über 50 Jahre alt. Ob er diese Einstellung auch ­beibehalten hätte, wenn ihm die heutigen (negativen) Erkenntnisse über die Inzucht damals schon bekannt gewesen wären?
Daher möchte ich im Zusammenhang mit der Darstellung meiner Schweißhund-Mutterlinie diesen Leitsatz nicht als Werbung für die Inzucht als Zuchtform verstanden wissen. Aber: Jede Paarung Hannoverscher Schweißhun­de im züchterischen Verantwortungsbereich des Vereins Hirschmann bedeutet Inzucht auf (meist) mehrere gemeinsame Vorfahren, auch wenn wir das in den Ahnentafeln nicht mehr erkennen können. Aber es ist so!

Züchterische Freiheit

Dennoch – oder deswegen – möchte ich jüngere Führer/ Züchter Hannoverscher Schweißhunde, aber natürlich auch anderer Jagdgebrauchshunderassen ermuntern, sich intensiv mit der Genetik zu befassen und es mit dem Aufbau einer ­eigenen Mutterlinie zu versuchen. Es ist das eine sehr spannende Angelegenheit! Die Zuchtwarte sollten solchen Züchtern (so diese denn genetisch versiert und gegenüber ihrer Rasse verant­wortungsbewusst sind) ein Höchstmaß an züchterischer Freiheit gewähren – vielleicht auch gelegentlich über die starren Bestimmungen einer Zuchtordnung hinaus.