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Schwarzwild im Wald mit Wärmebild- und Nachtsichttechnik bejagen

Florian Standke © Florian Standke
Florian Standke
am
Dienstag, 28.12.2021 - 12:46
Sauen-erlegt-im-Wald © Florian Standke
Auch im Wald lässt sich erfolgreich Strecke machen.

Die Wärmebild- und Nachtsichttechnik hat die Sauenjagd, nicht nur im Wald, revolutioniert. Mond und schneehelle Nächte spielen keine Rolle mehr – der Jäger ist vom Licht unabhängig.

Wo lassen sich die Sauen bejagen?

Als erstes ist die Jagd an der Kirrung zu nennen. Dort kann der Jäger die Stücke in Ruhe ansprechen. Bereits im Vorfeld lässt sich mit Wildkameras sehr gut herausfinden, welche Sauen die Kirrung regelmäßig annehmen. Außerdem ist eine stabile Schießauflage vorhanden. Die Schussentfernung beträgt in der Regel ca. 50 m, das Gelände ist im Detail bekannt. Das Schießen auf „dunkle Klumpen“ gehört dank optoelektronischen Geräten der Vergangenheit an.

Weitere erfolgversprechende Plätze sind außerdem Eichen- und Buchenbestände sowie Suhlen und Malbäume. Auch Waldwiesen, auf denen die Schwarzkittel brechen, können interessant sein. Die Jagd am Wechsel zwischen den Einständen und potenziellen Fraßplätzen rundet die Ortsauswahl ab.

Welche Jagdarten bieten sich bei der Einzeljagd im Wald an?

In erster Linie sind es der Ansitz und die Pirsch. Beim Ansitz kann man zwischen der Jagd an der Kirrung oder anderen vielversprechenden Stellen unterscheiden. Hinzu kommt die Pirsch bei Nacht und tagsüber das Angehen der Sauen im Kessel. Technik ist bei all diesen Jagdarten hilfreich. Bei der Nachtjagd kommen Vor- oder Aufsatzgeräte sowie Wärmebild-Handgeräte zum Einsatz. Letztere können dem pirschenden Jäger auch tagsüber frühzeitig die im Kessel liegenden Sauen offenbaren.

Welche Nachtjagd-Optik eignet sich?

Es eignen sich in Kombination mit dem Zielfernrohr Vor- und Aufsatzgeräte (Dual-Use), die mithilfe von Adaptern am Objektiv oder Okular befestigt werden. Diese können sowohl Nachtsicht- als auch Wärmebildtechnik beinhalten. Sogar eine Kombination aus beiden Techniken ist mittlerweile am Markt erhältlich. Außerdem sind reine Wärmebild-Handgeräte zum Entdecken des Wildes sehr empfehlenswert. Nachtsichttechnik gliedert sich in digitale Geräte und solche mit Röhrentechnik.

Welche Zielfernrohre kann der Jäger nutzen?

Zielfernrohre sollten variabel sein, denn teilweise besitzen Vor- und Aufsatzgeräte eine eigene Vergrößerung. Haben Sie letztere am Zielfernrohr montiert und schauen durch die Optiken hindurch, müssen Sie beide Vergrößerungen multiplizieren, um die tatsächliche Vergrößerung zu bestimmen. Bei einem starren 8 x 56 Zielfernrohr in Kombination mit einem Aufsatzgerät mit 3,5-facher Vergrößerung läge die tatsächliche Vergrößerung bei 28-fach! Das ist jagdlich völlig unbrauchbar. Außerdem lässt die Qualität des Bildes nach, je höher vergrößert wird. Bei den meisten Vor- und Aufsatzgeräten ist eine tatsächliche Vergrößerung von maximal achtfach empfehlenswert. Ein Parallaxenausgleich ab 20 m hilft bei einigen Geräten, das Bild maximal scharfzustellen.

Ist Wärmebild- oder Nachtsichttechnik besser?

Bezüglich Vor- und Aufsatzgeräte lässt sich diese Frage schwer beantworten und ist schließlich auch Geschmackssache. Der eine bevorzugt die rasche Zielerfassung eines Wärmebildvorsatzes, der andere das reelle Bild eines Nachtsicht Vor- oder Aufsatzgerätes. Fakt ist, dass mit beiden Techniken Sauen erfolgreich bejagt werden können.

Bei reinen Handgeräten, die zum Entdecken und Ansprechen des Wildes genutzt werden, hat Wärmebildtechnik klar die Nase vorn, denn damit lassen sich die Sauen auch im unübersichtlichen Gelände rasch ausfindig machen und ansprechen. Im Wald ist eine geringe optische Vergrößerung von 2,5-fach optimal. So behält der Jäger den Überblick.

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