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Schadenersatz für ausgemähte Kitze

(Foto: K.-H.Volkmar)


Der beklagte Landwirt mähte am 9. Juni 2003 eine Wiese hinter seinem Hofgelände mit dem Kreiselmäher. Einen Wildretter hatte er nicht angebracht. Das bemerkte der klagende Jagdpächter, als er sich zum Abendansitz begeben wollte.
Der Jagdpächter hatte zuvor den Bauern darüber informiert, dass sich in der zu mähenden Wiese Rehkitze befinden. Er hatte ihn gebeten, das Mähen kurz einzustellen, damit er die Möglichkeit habe, Kitze aus der Gefahrenzone zu tragen. Das lehnte der Landwirt energisch ab. Als der Jagdpächter am nächsten Morgen die Wiese kontrollierte, fand er Überreste von zwei durch den Kreiselmäher zerstückelten Rehkitzen. Er forderte daraufhin Schadenersatz in Höhe von 1593,35 EUR, die der Landwirt verweigerte.
Das Amtsgericht Bitburg entschied zu Gunsten des klagenden Pächters und gab ihm in vollem Umfang Recht. Der Landwirt ging in die Berufung.







Auch vor dem Landgericht Trier erhielt der Landwirt kein Recht. Das Gericht verwies auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens die Klage zurück nach Bitburg. Ein solches vom Bauern gefordertes Gutachten hatte das Erstgericht versäumt. Doch das änderte nichts am Ergebnis. Das Gericht stellte fest, dass der Bauer mit seinem Kreiselmäher zwei Kitze getötet habe. Daher habe er dem Jagdpächter den Schaden zu ersetzen.
Nach Auffassung des Bitburger Amtsgerichts wurde das Jagdausübungsrecht, insbesondere das hieraus resultierende Aneignungsrecht des Klägers, verletzt, das ihm aufgrund des Pachtverhältnisses mit der Jagdgenossenschaft zusteht. Das Gericht erkannte einen Gesamtschaden von 1377,35 EUR an, den der Bauer dem Jagdpächter zahlen muss. Er setzt sich zusammen aus je 680,– EUR für die Kitze und 17,35 EUR Auslagenpauschale.