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Sachgerechte Pflege ohne Bleichmittel

Die Beachtung der Pflegeetiketten erleichtert die sachgerechte Textilpflege. (Tabelle mit freundlicher Genehmigung von www.haushalt-aktiv.at)

Gute Jagdbekleidung ist strapazierfähig, hat aber ihren Preis. Doch nicht nur deshalb verdient sie sachgerechte Pflege. Auch ihre Dichtheit, ihre Atmungsaktivität, ja sogar ihr Tarnschutz hängt davon ab. Bei der Wäsche sollte man die Waschmittel für die Jagdbekleidung nach Wäscheart und Wäschefarbe wählen. Das schont die Textilien.

Vollwaschmittel sind für alle weißen und farbechten Textilien bis zu einer Waschtemperatur von 95 ° C geeignet. Das Problem: Die Aufheller enthalten Bestandteile, die die Jagdbekleidung für das Wild besser sichtbar machen! Genau das aber will der Jäger nicht.

Colorwaschmittel enthalten keine Bleichmittel und keine optischen Aufheller. Sie eignen sich für die farbschonende Reinigung von bunten Textilien – bis zu 60 ° C.

Feinwaschmittel sind besonders mild und beinhalten oft Pflegekomponenten, die einen besonderen Faser- und Farbschutz geben. Anwendbar bis 30 ° C oder
40 ° C.

Spezialwaschmittel werden für Wolle und Seide angeboten und sollten dabei Verwendung finden (je nach Textilvorgabe bei 0 ° C oder 30 ° C).

Weichspüler ist Gift für moderne Funktionsbekleidung. Der verschließt die mikrofeinen Öffnungen der Folien/ Membranen/ Beschichtungen und vereitelt so die feuchtigkeitsableitende Atmungsaktivität! Bei Fleece kann Weichspüler zu Pilling führen.

Funktionswaschmittel gibt es – zumeist flüssig – eben für die atmungsaktive Funktionsbekleidung mit (Oberbekleidung) und ohne Membrane (z.B. Unterwäsche). Verschiedene Jagdbekleidungsanbieter bieten auf ihr Sortiment speziell abgestimmte Pflege- und Imprägniermittel an.

Waschen: Auch Kleidung mit Membranen/Folien/Beschichtungen kann problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Unbedingt vorher Pflegeetikett beachten. Wenn keine Angabe, mit Feinwaschmittel im Schongang bei maximal 40 C ° waschen. Starke Verschmutzung vorher mit Fleckentfernern beseitigen. Wichtig: Bei (GoreTex, Sympatex u.a.) keinen Weichspüler verwenden!!! Tipp: Zweimal Spülen mit viel Wasser. Kurzes Anschleudern ist unschädlich! Wäschetrockner mit niedriger Temperatur kannden Imprägnierungseffekt verstärken. Merke: Besser oft mit wenig Waschmittel waschen als selten mit viel!

Imprägnieren: Eine Behandlung im Wäschetrockner oder leichtes Bügeln kann in bedingtem Maß die vom Hersteller aufgetragene Imprägnierung wieder auffrischen. Nach mehreren Vorgängen nutzt das aber auch nichts mehr – Wasser sickert in den Oberstoff ein, statt abzuperlen. Dann sollte der Oberstoff mit Imprägnierungsspray behandelt werden. Es gibt auch passende Waschzusätze, die Imprägnierung verbessern. Daher eine einwaschbare Imprägnierung oder Spray verwenden, wenn das Wasser nicht mehr von der Textil-Oberfläche abperlt. Auch Loden dankt Einsprühen mit einem Imprägnierungsmittel. Zuvor den verschmutzten Loden mit Wasser reinigen, anschließend mit einer harten Bürste den Lodenstoff – von oben nach unten (!) – abbürsten, damit die Fasern wieder „wie Schindeln“ übereinander liegen

Pflegeetiketten: Die Textilpflegekennzeichnung ist in jedem Wäschestück verpflichtend eingenäht, die Symbole sind international genormt. Sie helfen Ihnen bei der richtigen Wäschepflege – vom Waschgang bis zum Bügeln. Die Angaben auf den Pflegeetiketten sind immer Maximalangaben. Wenn 60 ° C auf der Etikette steht, sollte höchstens diese Temperatur an der Waschmaschine eingestellt werden. Eine niedrigere Temperatur ist natürlich immer möglich. Das Symbol Handwäsche bedeutet übrigens nicht, dass diese Wäsche ausschließlich per Hand gewaschen werden darf. Die meisten heutigen Waschmaschinen haben einen speziellen Hand- oder Wollwaschgang mit lauwarmen Temperaturen und sanften Waschbewegungen. PB