Home Praxis Rotwildbrunft: Und plötzlich antwortet der alte Recke ...

Rotwildbrunft: Und plötzlich antwortet der alte Recke ...

Begegnung im Bestand: Mit etwas Glück ergibt sich eine Chance zur sicheren Schussabgabe. Foto: Helge Schulz


Dabei einen alten Recken zu erlegen, ist häufig eine enorme Herausforderung. Die gekonnte Anwendung des Hirschrufs kann der Schlüssel zum Erfolg sein. Meinen ersten Hirsch habe ich mit etwa zehn Jahren im Wispertal im Rheingau melden hören. Fasziniert von diesem Naturschauspiel, haben die schreienden Hirsche wie das Rotwild selbst schon dort von mir regelrecht Besitz ergriffen. Und das ist bis zum heutigen Tage so geblieben. Ob Vorsehung oder Schicksal - ich hatte Gelegenheit, in den besten Revieren dieser Welt zu jagen. Unvergessliches Erleben. Dort, wo es mir die verantwortlichen Jagdleiter gestatteten, konnte ich mit dem Ruf jagen bzw. helfen, Jagdgäste zum Erfolg zu bringen. Über Grundsätzliches im Umgang mit dem Hirschruf und einige für mich besondere Erlebnisse dabei möchte ich berichten. Es ist eigentlich völlig egal, welche Art von „Instrument“ man verwendet. Ob Faulhaber, Wegu, Tritonmuschel oder ein Stück vom Riesenbärenklau (Heracleum) - alle sind brauchbar, wenn der Mann dahinter es „versteht“, damit umzugehen. Mit Verstehen meine ich, das Nachahmen der Laute des Brunfthirsches und das Verständnis bzw. die Musikalität zu entwickeln, den Gemütszustand des meldenden Hirsches zu deuten. Wer sich mit beidem nicht intensiv beschäftigt, akribisch die Laute übt und ebenso wenig versucht, das Schreien der Hirsche zu interpretieren, bleibt besser passiv. Denn der falsche Einsatz des Hirschrufes provoziert schweigende Hirsche bis hin zu hirschfreien Revieren. Ich halte es für dichterische Freiheit, wenn in jagdlicher Belletristik mit Einsatz des Rufes Hirsche über Kilometer auf Schussdistanz vor einen Hochsitz „gebrüllt“ werden. Denn die Situationen, den Hirschruf sinnvoll einsetzen zu können, sind doch eher begrenzt... DUD
 


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