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Reisen: Wohin mit dem Hund? – Wilmas Woche

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Dienstag, 03.05.2022 - 10:00
Dackelwelpe Wilma sitzt auf dem Rasen. © LE
Dackelwelpe Wilma war das erste Mal für längere Zeit von mir getrennt.

Rauhaardackelwelpe Wilma ist jetzt drei Monate alt. Bisher waren wir noch nie länger voneinander getrennt als vielleicht für ein paar Stunden. Da habe ich sie aber natürlich noch nicht komplett allein gelassen, sondern sie wurde von anderen beaufsichtigt. Beruflich war ich in der vergangenen Woche für ein paar Tage in München und habe meinen Hund während dieser Zeit meinen Eltern anvertraut. Obwohl Wilma eine sehr führerbezogene Hündin ist und mich gerne auf Schritt und Tritt verfolgt, hatte ich keine Bedenken bei dem Vorhaben. Wilma kennt schließlich das Haus, die Umgebung, die Personen und natürlich war ihr bester Freund, Golden Retriever Rüde Freddy auch mit dabei. Was sollte da schon schief gehen?

Keine Spur von Trennungsschmerz

Ich gab die Hündin samt ihrer Schlafdecke von Shooterking bei meinen Eltern ab und verabschiedete mich nicht von ihr. Für Wilma sollte ich im besten Fall plötzlich weg sein, ohne dass sie es aktiv mitbekommt. Für den Fall, dass mich der Dackel vermissen könnte, habe ich ihr ein von mir zuvor getragenes T-Shirt dagelassen, damit sie meinen Geruch bei ihr hat. Doch die Mühe hätte ich mir gar nicht machen müssen, Wilma fühlte sich pudelwohl und bemerkte meine Abwesenheit noch nicht mal. Wilma hatte eine spannende Zeit mit neuen Eindrücken. Durch intensiven Kontakt zu verschiedenen Hunden konnte das Sozialverhalten des Dackelwelpen gestärkt werden.

Wilma ist besonders größeren Hunden zugetan. Mit ihnen spielt sie am liebsten.

Können Hunde trauern?

Während meiner Abwesenheit habe ich überlegt, ob Hunde eigentlich vermissen/trauern können. Dabei bin ich auf eine internationale Verhaltensstudie aufmerksam geworden. Das Forscherteam rund um Dr. Federica Pirrone der Universität Mailand hat in einer Studie das Verhalten von Hunden nach dem Tod eines Begleithundes untersucht. Die Art der Beziehung zwischen den Hunden und die Trauer des Besitzers hatten darauf großen Einfluss. Hunde können emotionale Bindungen zu den Mitgliedern ihres Rudels aufbauen – also auch zu ihrem Führer und Begleithund.

Wenn die Hunde untereinander eine enge Bindung haben, können sie den Verlust des anderen im veränderten Verhalten anzeigen.

Wird diese Bindung unterbrochen, kann davon ausgegangen werden, dass es dem Hund schlechter geht und sich sein Zustand im Verhalten widerspiegelt. Doch ob es sich bei den Verhaltensänderungen des Hundes um tatsächliche Trauer handelt, können die Forscher nicht bestätigen. Dafür sei eine weitere und vor allem tiefere Forschung nötig. Fakt ist jedoch, dass ein Hundebesitzer stets auf seinen Vierbeiner zu achten hat und eine mögliche Verhaltensveränderung wahrnehmen kann.

Für mich selbst war diese getrennte Woche ebenfalls eine gute Übung: Nun weiß ich, dass sich Wilma in fremden Situationen zurechtfindet und dabei entspannt bleibt. Es ist hilfreich, dass der Hund auch in der Fremde gelassen bleibt und sich auch auf andere Personen einstellen kann. Außerdem war es die richtige Entscheidung, sich nicht von Wilma verabschiedet zu haben. Eine herzliche Begrüßung gab es dennoch: Wilma freute sich sehr, mich wieder zu sehen und blieb an dem Abend auch sehr dicht an meiner Seite.

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.


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