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Rebhühner im Abschwung!

Sitzen beide im selben Boot: Rebhuhn und Feldhase (Foto: Bernhardt Reiner)


Die daraus entstandene „Wildtiererfassung“ (WTE), die aus Jagdabgabemitteln des Landes Niedersachsen gefördert wird, kann heute Bestandestrends detailliert nachweisen und frühzeitig Empfehlungen geben. Dr. Egbert Strauß stellt die aktuellen Ergebnisse vor: „ Nach den stabilen Besätzen in den letzten zehn Jahren weisen die Schätzungen auf einen erneuten Besatzrückgang beim Rebhuhn hin.“

Ausgehend von einem massiven Bestandseinbruch, verursacht durch äußerst ungünstige Witterungsverhältnisse in den Sommermonaten der Jahre 1978 und 1979 und extremen Schneelagen in den Wintern 1978/79 und 1979/80, erholte sich der Bestand bis heute nicht mehr. Die Jagdstrecke in Niedersachsen fiel von rund 70.000 erlegten Feldhühnern in 1970er Jahren innerhalb von zwei Jahren auf rund 5.000 Hühnern in den 1980er Jahren ab. Ende der 1980er Jahren hatten vermutlich günstige Witterungsverhältnisse kurzfristig für gute Herbstbesätze und damit höhere Jagdstrecken geführt. Dieses Aufflackern der Besätze war nur von kurzer Dauer. Seit Mitte der 1990er Jahre schwanken die Jagdstrecken auf niedrigem Niveau zwischen 3000 und 4700 erlegten Hühnern mit einem wiederum deutlichen Abwärtstrend in den letzten drei Jahren. Im Herbst 2008 wurden nur noch 2212 Rebhühner erlegt und 393 Hühner als Fallwild gemeldet.



Auch wenn die Jagd deutschlandweit nachweislich nicht zu den Bestandeszusammenbrüchen des Rebhuhns beigetragen hat, warnt Dr. Strauß:
„Die Bejagung muss zwingend eingeschränkt werden und darf nur dort erfolgen, wo noch ausreichend hohe Besätze vorkommen und gute Zuwachsraten eine nachhaltige Bejagung erlauben.“

Informationen zum Wildtier-Informationssystem und den aktuellen Bericht finden Sie auf der Web-Seite der Tierärtzlichen Hochschule Hannover unter :

www.tiho-hannover.de/einricht/wildtier/wild.htm