Pirschzeichen: So erkennt man einen Laufschuss

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Donnerstag, 20.05.2021 - 13:35
Heller-Schweiss-Laufschuss
© Alexander Kelle

Bei Laufschüssen ist sowohl heller Schweiß …

Dunkler-Schweiss-Laufschuss
© Alexander Kelle

… als auch dunkler Schweiß möglich. Der Laufschuss wird häufig mit einem Kammerschuss verwechselt. Die Schweißmenge nimmt i.d.R. im Fährtenverlauf ab.

Oberarmknochen-Rotwild
© Alexander Kelle

Knochensplitter sind häufig am Anschuss oder im Verlauf der Fährte zu finden. Laufknochen sind starkwandig, außen glatt, innen markhaltig und besitzen einen gekrümmten Querschnitt.

Knochensplitter-Rotwild
© Alexander Kelle

Die Bruchkanten von Laufknochen sind scharfkantig.

Splitter-Ellenbogen-Rotwild
© Alexander Kelle

Knochensplitter des Gelenks sind innen porös und haben teils eine Knorpelschicht.

Schnitthaar-Reh-Achsel
© Alexander Kelle

Gefundenes Schnitthaar ist relativ kurz. Die Länge nimmt zu den Schalen hin ab. Bei sehr hohen Laufschüssen können feine weiße Schnitthaare aus der Laufinnenseite (Achsel) zu finden sein (siehe Bild).

Wildbret-Laufschuss
© Eva Grun

Neben Schweiß, Knochensplittern und Schnitthaar findet man manchmal auf Wildbret-Stücke oder Sehnen am Anschuss.

Schnitthaar-Lauf-Schwarzwild
© Alexander Kelle

Die Borsten besitzen am Lauf besitzen keinen Spliss. Auch sie nehmen zu den Schalen hin in der Länge ab. Merke: An der Rückseite des Vorderlaufs sind auch längere Borsten möglich.

Gespreizter-Schalenabdruck
© Alexander Kelle

Aufgrund der stärkeren Belastung des gesunden Laufs ist dessen Abdruck in der Fluchtfährte meist gespreitzt.

AUF EINEN BLICK:

  • Schweiß: hell und dunkel möglich, tiefe Lauftreffer schweißen kaum, Schweiß nimmt im Fährtenverlauf ab
  • Knochensplitter: starkwandig, außen glatt, innen markhaltig, gekrümmter Querschnitt, scharfe Bruchkanten, Gelenksplitter innen porös
  • Schnitthaar: relativ kurz, Haar-/Borstenlänge von Blatt zu Schalen hin abnehmend, beim Schwarzwild ohne Spliss, an der Rückseite des hohen Vorderlaufes jedoch einzelne längere Borsten. Bei Rot- und Rehwild an der Innenseite (Achsel) feines, fast weißes Haar.
  • Sonstiges: Evtl. Wildbretstücke oder Sehnen, Schalenabdruck des gesunden Laufs gespreizt.