Home Praxis Pirschbezirke beim Staat – Was bekomme ich als Jäger wo?

Pirschbezirke beim Staat – Was bekomme ich als Jäger wo?

Rasso Walch © Markus Werner
Rasso Walch
am
Dienstag, 31.03.2020 - 16:37
Hochsitz im Wald © H. Rambold - stock.adobe.com
Die jeweiligen Landesforsten bieten unterschiedliche Möglichkeiten zur Jagd.

Etwa 29 Prozent der Waldfläche in Deutschland sind Staatswald. Wer also im Wald jagen will und das im besten Fall vor der eigenen Haustür, kommt in einigen Ecken Deutschlands nicht umhin, bei den staatlichen Forstämtern bzw. -betrieben nach einer Jagdmöglichkeit zu fragen. Zumal ein Pirschbezirk (PB) beim Staat ganz im Gegensatz zur Pacht eines Reviers nicht mit mehrjährigen ortsgebundenen Verpflichtungen verknüpft ist.

Gerade für Jäger und Jägerinnen, die sich in einem Alter befinden, in denen sie sich beruflich oder familiär noch viel verändern, kann diese Freiheit von Vorteil sein. Wenngleich man in einem Pirschbezirk jagdlich nicht die Freiheiten genießt, die man in einem eigenen Revier hätte. Wir haben uns angeschaut, was in den einzelnen Ländern geboten wird, auch wenn klar ist, dass der Westfale sich nicht für einen Pirschbezirk in Bayern entscheiden wird und der Bayer nicht für eine Jagderlaubnis beim Landesforst Mecklenburg-Vorpommern.

Damhirsch-Herbst © Erich Marek

Der Abschuss von Trophäenträgern bei Rot-, Dam- und Muffelwild ist in aller Regel nicht im Preis inbegriffen.

Reform in Baden-Württemberg

Durch die Reformierung von ForstBW in Baden-Württemberg lagen zum Re­daktionsschluss noch keine Informationen darüber vor, zu welchen Konditionen entgeltliche Begehungsscheine in Zukunft dort angeboten werden. In den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin werden Pirschbezirke in dieser Form entweder nicht angeboten oder sind restlos ausgebucht. Am Rande sei erwähnt, dass die Landesforsten häufig auch die Möglichkeit zur Teilnahme an Gemeinschaftsansitzen oder Gesellschaftsjagden, für Einzelabschüsse und Kurzjagderlaubnisse bieten.

Übersicht über die Landesforstbetriebe der Länder *

Kosten: Eine Jagderlaubnis von drei Wochen bis drei Monate kostet 238 €. Für jeden weiteren angefangenen Monat beträgt das Entgelt 89,25 €. Das bedeutet: Eine Jagderlaubnis für neun Monate kostet 773,50 € (Die Vergabe erfolgt nur vom 1.5.–31.1.). Die Forstbetriebe können das Entgelt (Richtsätze) innerhalb eines Rahmens von 100 % nach oben und 50 % nach unten vereinbaren.

Freigabe: Im Jagderlaubnis-Entgelt sind enthalten: Schwarzwild außerhalb von Wildparken (Keiler mit mehr als 18 cm Waffenlänge kosten 595 Euro), freigegebenes weibliches Schalenwild (ausgenommen Gamsgeißen), freigegebenes Jungwild (bis zwei Jahre), Rehböcke und freigegebenes Niederwild. Unentgeltliche Bejagung von Schwarzwild/ Füchsen im Jan./ Febr.

Bonusregelungen: Bei Laufzeiten von mehr als drei Monaten und bei besonders engagierten Jägerinnen und Jägern kann sich das zu entrichtende Entgelt um bis zu 90 % reduzieren. Zusätzlich können sehr engagierte und erfolgreiche Jäger weitere kostenlose Jagd­erlaubnisscheine erhalten. Der Forstbetrieb kann Jagderlaubnisnehmern, die sich über einen längeren Zeitraum engagiert am Jagdbetrieb beteiligen, unentgeltlich weiteres Wild freigeben.

Wildbretübernahme: Bei Übernahme des freigegebenen Wildes (mindestens fünf Stück) wird das pauschalierte Entgelt anhand der Stückzahl, des jeweiligen Durchschnittsgewichts und des Preises für Betriebsangehörige festgelegt. Das Entgelt für das Wildbret ist zusammen mit dem Entgelt der Jagderlaubnis bereits im Voraus zu entrichten. Ein Anspruch auf Rückzahlungen für nicht erlegtes Wild wird allerdings ausgeschlossen. Wild, das im Rahmen des Abschussplanes zusätzlich freigegeben und erlegt wurde, kann gegebenenfalls zum Preis für Betriebsangehörige übernommen werden.

Reviergröße: Die Größe der Pirschbezirke richtet sich nach der naturräumlichen Ausstattung, der zu bejagenden Wildart und den Belangen des jeweiligen Forstbetriebs.

Sonstiges/ Besonderheiten: Erst- beziehungsweise Folgebelehrung gemäß ­­Paragraph 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG) erforderlich. Ersatzweise muss der Jäger bestätigen, dass er bei der Versorgung von erlegtem Wild Plastik- oder Einmalhandschuhe verwendet. Bewerbungen sind an die jeweiligen Forstbetriebe zu richten.

www.baysf.de

Kosten: Die Preise für die Jahresjagd­erlaubnisscheine liegen zwischen 700 und 1.200 € (abhängig von Region und Wildvorkommen).

Freigabe: Freigegeben ist alles Reh- und Schwarzwild sowie weibliches Rotwild und Spießer ohne Stückzahlbegrenzung und ohne zusätzliche Kosten. Letztere fallen je nach Pauschale lediglich noch für Hirsche der Klasse III an.

Bonusregelungen: Bei erfolgreicher Abschusserfüllung und einem überdurchschnittlichen Engagement bei der Hilfeleistung im praktischen Jagdbetrieb können sich für Jahresjagderlaubnisscheininhaber die Pauschal­entgelte im Folgejahr reduzieren. Im günstigsten Fall können sich die Kosten auf bis zu 100 € reduzieren.

Wildbretübernahme: Das Wildbret kann zu Forstamts­preisen erworben werden.

Reviergröße: Die Größe der zu bejagenden Areale beträgt im Durchschnitt 50 bis 80 ha.

Sonstiges/ Besonderheiten: Es besteht Bleifreipflicht! Anfragen sind an die jeweiligen hessischen Forstämter zu richten.

www.hessen-forst.de

Kosten: Ständige Jagderlaubnisscheine, Kategorie A: Reviere mit Rot-, Dam- oder Muffelwild als Standwild 833 € im Jahr; Kategorie B: alle anderen Reviere 654,50 € im Jahr.

Freigabe: Der Grundbetrag enthält das Abschussentgelt für weibliches und geringes männliches Schalenwild (Schmalspießer, Jährlingswidder, Überläufer-/ Keiler, Böcke).

Bonusregelungen:  Enthalten ist das Standgeld für max. 2 Gesellschaftsjagden im zugewiesenen Jagdrevier. Ferner gibt es noch eine Regelung (Nachlassregelung auf einen folgenden Begehungsschein, gestaffelt nach vorgegebenen Erlegungszahlen) zur Abschusserfüllung auf der Einzeljagd auf wiederkäuendes Schalenwild, mit Ausnahme von Schmalspießern, Jährlingswiddern und Böcken.

Wildbretübernahme: Erlegtes Wildbret kann käuflich erworben werden.

Reviergröße: Anspruch auf einen festen Pirschbezirk besteht nicht.

Sonstiges/ Besonderheiten: Bewerbungen an die Forstbetriebsteile.

www.landesforstbetrieb.de

Kosten: Die Jagderlaubnis für ein Jahr kostet 416,50 €. Für Jungjäger, die unmittelbar nach bestandener Jägerprüfung eine Jahresjagderlaubnis erwerben, reduziert sich das Entgelt für das laufende Jagdjahr um jeweils 75 % sowie um 50 % bzw. 25 % für die beiden darauffolgenden JJ. Studenten forstlicher Hoch- und Fachhochschulen können eine unentgeltliche Jahresjagderlaubnis erhalten.

Freigabe: Rotwild: männliches Wild bis 3 kg Geweihmasse, weibliches Wild; Damwild: männliches Wild bis 1,2 kg Geweihmasse; weibliches Wild; Muffelwild: AK 0 und 1 geschlechtsunspezifisch, ab AK 2 alles weibliche Wild; Reh-, Schwarz-, Sika-, Haarraubwild und sonstiges Niederwild.

Bonusregelungen: Das Entgelt für den Begehungsschein kann durch Abschusserfüllung reduziert werden. Für jedes erlegte Stück Schalenwild erfolgt eine Entgeltrückerstattung in Höhe von 5 %. Die Reduzierung des Entgeltes erfolgt nach Abschluss des JJ. Das Entgelt kann zudem die entgeltfreie Teilnahme an Gemeinschaftsjagden innerhalb des Forstbezirkes enthalten. Bei überdurchschnittlicher Mithilfe (z.B. Revierarbeiten oder Hundeeinsatz) kann dem Begehungsscheininhaber ein ansonsten entgeltpflichtiger Trophäenträger freigegeben werden.

Wildbretübernahme: Im Rahmen einer längerfristigen Jagderlaubnis kann Wildbret übernommen werden. Dieser Vertrag kann zwischen dem Forstbezirk und dem Jagderlaubnis­inhaber geschlossen werden. Bei Sachsenforst wird dieser Vertrag allerdings sehr selten abgeschlossen.

Reviergröße: Zur Größe der Pirschbezirke gibt es keine generelle Angabe.

Sonstiges/ Besonderheiten: Bewerbungen sind an die jeweiligen Forstbezirke zu richten.

www.sachsenforst.de

Kosten: A-Reviere: Hochwildreviere mit mindestens zwei Hochwildarten als Standwild: Jahresjagderlaubnisschein mit Bezirk: 18 €/ ha; Jahresjagderlaubnisschein (JES) ohne Bezirk: 900 €; B-Reviere: Hochwildreviere mit einer Hochwildart als Standwild: Jahresjagderlaubnisschein mit Bezirk: 12 €/ ha; Jahresjagderlaubnisschein ohne Bezirk: 600 €; C-Reviere: Reh- und Niederwildreviere (auch mit einer Hochwildart als seltenem Wechselwild): Jahresjagderlaubnisschein mit Bezirk: 7 €/ ha; Jahresjagderlaubnisschein ohne Bezirk: 400 €.

Freigabe: Rehwild: Rehböcke der Klassen I und II, weibliches Rehwild und Kitze; Rot-, Dam- und Sikawild: Hirsche der Kl. III, Kahlwild und Kälber; Schwarz­wild: Bachen, Überläufer und Frischlinge. Sonstiges Niederwild nach Freigabe des jeweiligen Revieres. Keiler sind beim Verzicht auf die Trophäe ebenfalls entgeltfrei, ansonsten kosten diese 250 €.

Bonusregelungen: Die Inhaber von JES mit/ ohne Bezirk jagen in dem Revier, in dem sie den JES haben, ohne Standgeld, wenn sie organisatorische Aufgaben übernehmen (z.B. Ansteller). Außerdem erhalten Jagderlaubnisscheininhaber für jedes von ihnen auf der Einzeljagd über die Mindestfreigabe hinaus erlegte Stück Schalenwild eine Rückerstattung auf das Grundentgelt. Sie beträgt 20 € je Stück bis max. 50 % des gezahlten Netto-Grundentgeltes und wird im folgenden Jagdjahr auf das Grundentgelt angerechnet. Die Mindestfreigabe für alle Inhaberinnen und Inhaber von Jagderlaubnissen sind 5 Stück Schalenwild ohne Schwarz­wild. Die endgültige Höhe wird durch die Revierleitung festgelegt.

Wildbretübernahme: Die Abgabe von Wildbret an den Erleger erfolgt nach der internen Preisliste, die Erleger- und Endkundenpreise unterscheidet. 

Reviergröße: Die durchschnittliche Größe liegt bei ca. 50 ha.

Sonstiges/ Besonderheiten: Der jährliche Besuch eines Schießstandes/ -kinos und die Abgabe von 20 Schuss mit einem drückjagdtauglichen Kaliber auf bewegliche Ziele wird erwartet. Das Mindestkaliber sollte 7 mm nicht unterschreiten. Bleifreipflicht!

www.forst-sh.de

Kosten: PB: Preis nach vorkommenden Schalenwildarten und Abschusswahrscheinlichkeit festgelegt. Kommen Rot-, Dam- o. Muffelwild vor, beträgt dieser min. 20 €/ ha, sonst min. 12 €/ ha. Verlängerung um ein JJ erfolgt stillschweigend. Jahresjagderlaubnis: Preis wird vom FoA festgelegt und beträgt min. 400 €. Es kann durch Mithilfe (etwa 40 Arbeitsstunden pro Jagdjahr) im Jagdbetrieb abgearbeitet werden („Mithelfende Jäger“) – dies bedarf der vorherigen Vereinbarung.

Freigabe: Schwarzwild (ohne Einschränkung); Rehwild (ohne Einschränkung im Rahmen der Abschussvorgaben); Rot-, Dam- und Muffelwild: weibliches Wild sowie männliches Wild der Klasse 3 (ohne Einschränkung im Rahmen der Abschuss­vorgaben; einschl. männliche Kälber und Lämmer). Außerhalb der jeweiligen Bewirtschaftungsbezirke ist die Erlegung von Rot-, Dam- und Muffelwild kostenfrei.

Bonusregelungen: Beim PB können weitere vorkommende Wildarten unentgeltlich freigegeben und überlassen werden. Die FoÄ können einer vom Jagdgast benannten Person einen Jagderlaubnisschein für die Erlegung von Schalenwild im Rahmen der geltenden Abschussfreigabe ausstellen (kostenlos). 

Wildbretübernahme: Die Jagderlaubnis berechtigt nicht zur Aneignung des Wildbrets. Sie kann aber mit der Verpflichtung verbunden werden, dieses zu übernehmen. Die Übernahme von Wildbret ist auch in Form eines Gesamtpauschalpreises oder je nach den vorkommenden Schalenwildarten zu differenzierten Einzelpauschalpreisen möglich.

Reviergröße: PB: 75-100 ha; Jahresjagderlaubnis: kein feste Flächenzuordnung.

Sonstiges/ Besonderheiten: Pirschbezirkinhaber sind zu Gesellschaftsjagden auf ihrer Fläche ohne Standgeld eingeladen. Blei­freipflicht! Bewerbung beim Forstamt.

www.wald-rlp.de

Kosten: Die Höhe bestimmt sich nach den vorkommenden Wildarten und der Jagdergiebigkeit des Eigenjagdbezirks. Für Jugendliche bis zum vollendeten 21. Lebensjahr ermäßigen sich die Entgelte um 50 %. Es wird zwischen folgenden Kategorien unterschieden: A) Eigenjagdbezirke, in denen Nieder-, Raub-, Reh-, Schwarz- und Muffelwild erlegt werden darf, ab 714 € und B) Eigenjagdbezirke, in denen neben den unter A) genannten Wildarten Rot- und/oder Damwild erlegt werden darf, ab 952 €.

Freigabe: Kategorie A: Feldhase, Federwild, Raubwild; Rehwild (alle Altersklassen); Schwarzwild (alle Altersklassen); Muffelwild (jedoch nur Schafe, Schmalschafe, Lämmer und Jährlinge). Kategorie B: wie Kategorie A zuzüglich Tiere, Schmaltiere und Kälber des Rot- und Damwildes; Rot- und Damhirsche bis ­einschließlich Altersklasse 2.

Bonusregelungen: Inhaber eines entgeltlichen Jahresjagd­erlaubnisscheins sind im Erlaubnis ausstellenden FoA von einer Standgeldzahlung bei Gesellschaftsjagden befreit. Es besteht die Möglichkeit, durch entsprechend hohe Abschuss­zahlen bei den wiederkäuenden Schalenwildarten bis zu 50 % Minderung für den Jahresjagderlaubnisschein­ des Folgejahres zu erzielen.

Wildbretübernahme: Das erlegte Wild ist grundsätzlich Eigentum der Landesforst. Jagdgäste können Wild kaufen. Die Preise orientieren sich dabei an den marktüblichen Preisen in Mecklenburg-Vorpommern.

Reviergröße: Im Schnitt 80 bis 150 ha.

Sonstiges/ Besonderheiten: Interessierte Jäger benötigen einen Schießnachweis, wenn sie in der Landesforst jagen möchten. Bleifreipflicht! Bewerbungen sind an die jeweiligen Forstämter zu richten.

www.wald-mv.de

Kosten: PB: Grundkosten-Pauschale für Jagd­erlaubnis, Erlegungskosten, Wildbretkosten für freigegebenes Wild (Schwarz-/ Rehwild. Dam- und Rotwild ist zusätzlich zu bezahlen.) von 20,23 €/ ha im alleinigen PB. In Gemeinschafts-PB mit zwei Inhabern pro Person 13,09 €/ ha, ab drei 10,71 €/ ha. Jahresjagderlaubnisschein: Pauschale (1.190 €) für Jagderlaubnis, Erlegung sowie Wildbret von acht Stück Reh- oder Schwarzwild.

Freigabe: Schwarz- und Rehwild in unbegrenzter Anzahl freigegeben. Es soll min. 60 % weibliches und max. 40 % männliches Wild erlegt werden. Freigabe weiteren Wildes möglich.

Wildbretübernahme: PB: Wildbret enthalten; Jahresjagderlaubnis: zum Teil.

Reviergröße: 50 bis 100 ha.

Sonstiges/ Besonderheiten: Entgeltliche Erlaubnisscheine nur an revierlose Jäger. Jährlicher Schießnachweis in den Disziplinen „Stehender Bock” und „Laufender Keiler”. Blei­freipflicht! Bewerbung beim FoA.

www.saarforst-saarland.de

Kosten: Feste Pirschbezirke kosten min. 7,14 Euro/ ha. Es gibt drei verschiedene Modelle (siehe Bonusregelungen).

Freigaben: Legen die Forstamtsleiter flexibel in Abhängigkeit von Wildvorkommen und Abschussplänen fest.

Bonusregelungen: Die Modelle ermöglichen ab festgelegten Abschusszahlen verschiedene Boni: „Waldumbau I“: Beginnend mit dem 3. Stück wiederkäuendes Schalenwild wird für jedes auf der Einzeljagd im PB erlegte Stück eine Anrechnung des gezahlten Nettoentgelts in Höhe von 10 % und nur bis zu einem nicht verrechnungsfähigen Betrag von netto 100 € für die entgeltliche Jagd­ausübung im LJB gewährt. Die Anrechnung erfolgt erst im Folgejahr. Bei Erlegung von min. 6 Stück wiederkäuendes Schalenwild auf der Einzeljagd im PB kann im LJB ein männliches Stück der Jugendklasse des Rot-, Dam- oder Muffelwilds freigegeben werden; „Waldumbau II“: Bei Erlegung von min. 3 Stück wiederkäuendes Schalenwild auf der Einzeljagd im PB kann im LJB ein männliches Stück der Jugendklasse des Rot-, Dam- oder Muffelwildes freigegeben werden. Bei Erlegung von min. 8 Stück wiederkäuendes Schalenwild auf der Einzeljagd im PB kann im LJB ein männliches Stück der mittleren o. oberen Altersklasse des Rot-, Dam- oder Muffelwilds freigegeben werden; „Wildbret“: Beginnend mit dem 4. erlegten Stück wiederkäuendes Schalenwild auf der Einzeljagd im PB bis zum 14. Stück kann der Jäger jedes erlegte Stück Schalenwild nach folgender Regelung übernehmen: Für Rehwild und Zuwachs des Rot-, Dam-, Muffel- und Schwarzwildes ist 0,50 €/ kg (netto) in der Decke zu entrichten. Für alles Weitere 1 €/ kg (netto). Bei Erlegung von min. 6 Stück wiederkäuendes Schalenwild auf der Einzeljagd im PB kann im LJB ein männliches Stück der Jugendklasse des Rot-, Dam- oder Muffelwildes freigeben werden.

Wildbretübernahme: Zu den üblichen Preisen (bzw. Bonusregelung „Wildbret“).

Reviergröße: Im Durchschnitt 60 bis 70 ha.

Sonstiges/ Besonderheiten: Umfassende Informationen zu den Modellen direkt bei ThüringenForst. Blei­freie und -haltige Munition erlaubt.

www.thueringenforst.de

Kosten: Die Höhe des Entgeltes richtet sich vornehmlich nach dem Jagdwert und den Möglichkeiten im Rahmen des Abschussplanes. Preise liegen im Schnitt zwischen 12,50 €/ ha und 35 €/ ha (inkl. Wildbret und Abschussentgelten der freigegebenen Stücke).

Freigabe: Es gibt eine definierte Mindest-Freigabe (z.B. im Rehwildrevier im Schnitt: 6 - 10 Stück Rehwild/ 100 ha; Schwarzwild unbegrenzt).

Wildbretübernahme: Das Wildbret wird in der Regel dem Jäger überlassen.

Reviergröße: Zwischen 25 und 100 ha. Je nach Größe können PB an mehrere Jäger vergeben werden (dann bis zu 150 ha).

Bonusregelungen: Anreizsysteme sind in vielen Erlaubnisverträgen vorgesehen, z.B. Wildbret-Überlassung über den Mindestabschuss hinaus; Verzicht auf Abschussentgelte bei Trophäenträgern, die über den Mindestabschuss hinaus freigegeben werden; zusätzliche Freigabe z.B. von Trophäenträgern bei bestimmtem Jagderfolg; Reduktion des Grundentgeltes bei bestimmtem Jagderfolg.

Sonstiges/ Besonderheiten: In den PB werden Hochsitze etc. gestellt und instandgehalten. Ein Schießnachweis entsprechend der gesetzlichen Vorgaben ist vorzulegen. Bleifreipflicht! Teilnahme an Drückjagden entgeltfrei. Bewerbungen an die jeweiligen Forstämter. Die Vergabe erfolgt i.d.R. in Form eines Losentscheids. Regionale Besonderheiten können zu abweichenden Angeboten durch die Regionalforstämter führen.

www.wald-und-holz.nrw.de

Kosten: Als Orientierungswert ca. 1.500 € pro Jahr, abhängig von Angebot und Nachfrage sowie, ob die Übernahme von Wildbret vereinbart ist. Allerdings gibt es seitens der Landesforsten keine zentralen Vorgaben.

Freigabe: Keine zentralen Vorgaben, unterschiedlich in Abhängigkeit von den örtlichen Verhältnissen und den Vorgaben in Bezug auf den behördlichen Abschussplan.

Bonusregelungen: Bspw. erhalten Jagdhelfer vergünstigte Konditionen für die entgeltliche Jahresjagderlaubnis. Jagdliches Engagement wird zudem durch eine Reduktion des Erlegungsentgelts honoriert. Anreizsystem für Führer von Jagdgebrauchshunden z.B. durch die Reduzierung der Grundentgelte für die entgeltliche Jahresjagderlaubnis.

Wildbretübernahme: Die Wildbretübernahme kann in der Vereinbarung geregelt werden.

Reviergröße: Im Mittel ca. 50 bis 75 ha.

Sonstiges/ Besonderheiten: Bleifreipflicht! Jährlicher Schießnachweis. Anfragen direkt an die Forstämter.

www.landesforsten.de

Kosten: Die Preise sind Rahmenvorgaben der Zentrale (Mindestbeträge). Erlaubnisscheine mit festem PB kosten 300 € pro JJ, ohne festen PB 200 €.

Freigabe: Freigegeben ist alles Wild, das nach Jagdgesetz bzw. Abschussplan frei ist. Bei Trophenträgern ist ein zusätzliches Entgelt fällig (auch für Rehböcke und Keiler) – wobei dies nur zu entrichten ist, wenn die Trophäe übernommen wird.

Bonusregelungen: Eine Kostenreduzierung des Begehungsscheins für das Folgejahr ist durch Abschüsse bei der Einzeljagd um bis zu 100 % möglich. In Auswilderungsgebieten für das Auerwild zählt auch die Erlegung von Prädatoren.

Wildbretübernahme: Vorkaufsrecht zu Sonderkonditionen. Kleine Frischlinge sind zum Teil kostenlos.

Reviergröße: Die Größe des PB ist regional unterschiedlich (Umkreis Berlin/ ländlicher Raum), mindestens ca. 100 ha.

Sonstiges/ Besonderheiten: Bleifrei und Schießnachweis sind Pflicht. Normalerweise keine Standgebühr für Bewegungsjagden. Anfragen direkt an die Oberförsterei.

www.forst.brandenburg.de

* (Stand Februar 2020)