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Persönliche Jagderfahrungen

Verfasserwaffe: Eine Remington 700 V in .308 Win. Foto: Roland Zeitler

Verfasserwaffe: Eine Remington 700 V in .308 Win. Foto: Roland Zeitler


Seit rund drei Jahrzehnten benutze ich Remington 700er Repetierer, die ich erfolgreich auf vier Kontinenten führte. Hinzu kommen zwei Modelle Seven in .260 Rem. und .250 Savage. Bisher hatte ich in keinem Repetierer einen Zündversager oder ein Zufuhr- bzw. Auszugsproblem. Die Funktion war stets problemlos. Auch bei Nachsuchen oder Durchqueren von Busch oder Dickungen gab es keine Probleme mit der Zweistellungssicherung und der fehlenden Kammersperre. Einzig bei meiner 700 APR hielt das volle Magazin ab und zu den Rückstoß nicht stand und löste sich. Remington tauschte die gesamte Bodenplatte mit Magazin (übrigens von HS-Precision hergestellt). Seitdem gab es keinerlei Probleme mehr. Hier meine Erfahrungen mit meinen 700er Repetierern: 700 V (Varmint) in .308 Win.: Repetierer mit Kunststoffschaft mit Alu-Bettungsblock und dickem, 61 cm langem Matchlauf (Mündungsdurchmesser 21,4 mm), brüniert. Er wiegt 3,85 kg ohne Zielfernrohr (mit Swarovski Habicht Nova 3-12x50P 4,95 kg) und ist 111 cm lang. Habe mit der Waffe Reh- und Schwarzwild erlegt. Heute setze ich sie zum 300-Meter-Schießen ein. Nach etwa 300 Schuss erreichte sie erst ihre hohe Schussleistung.

Man kann mit ihr in allen Anschlagsarten exzellent schießen. Die Waffe ist hervorragend ausbalanciert und auch ganz ideal zum flüchtigen Schießen. Leistungen von 39 bis 50 mm mit fünf Schuss auf 300 m sagen alles (Handladung mit 168 gr Sierra GK). Auf 100 m sind 5-Schuss-Streukreise von 15 mm Standard. Auf Wild verwendete ich Handladungen mit 150 und 165 gr Nosler B.T. sowie 165 gr Sierra HPBT GK. 700 Classic in .25-06 Rem.: Mit ihr jagte ich Rehwild und Füchse, vor allem aber auch Gams sowie ein Pronghorn in Nordamerika. Eine ideale, führige Waffe für die Gebirgsjagd. 5-Schuss-Streukreise liegen konstant um die 20 mm/100 m oder knapp darunter (Handladungen mit 117 gr Sierra GK und 100 gr Nosler B.T.). Mit Swarovski Habicht 3-9x36A und 61-cm-Lauf wiegt die Waffe gerade mal 3,78 kg bei 113 cm Länge. Der lackierte Walnussschaft erwies sich als wetterfest. Die Büchse erwies sich auch im schwierigen Gelände des Hochgebirges als sehr führig. Die .25-06 Rem. ist für Reh etwas heftig. Mit größeren Hämatomen muss gerechnet werden. Für Gams ist die Patrone aber wie geschaffen. Gams erlegte ich mit ihr bis über 300 Meter hinaus. 700 SS in 7mm Rem. Mag.: Eine Allroundbüchse mit Kunststoffschaft und Stainlessstahl, die korrosionsbeständig, hart im Nehmen und zuverlässig ist. Sie wiegt mit Leupold VX-3 3,5-10x40 3,9 kg bei 112,5 cm Länge. Eine meiner bestschießendsten Jagdwaffen. Die Schussleistung ist sehr konstant. Nahezu immer liegen 5 Schuss bei 20 mm und darunter. Beste Leistungen lagen zwischen 13 und 15 mm/100 m und bei 60 bis 70 mm/300 m. Mit der Waffe erlegte ich neben Reh und Fuchs auch Gams, Sikahirsch und Rotwild im Gebirge sowie in Schottland Rothirsche. In Afrika konnte ich Plains Game wie Warzenschweine, Impala, Springbock und Kuhantilope erlegen. Die Waffe ist sehr zuverlässig und extrem robust sowie korrosionsbeständig. Selbst das nasse Schottland konnte sie nicht beeinträchtigen. Im heimischen Revier führe ich sie auch gerne zur Rehwildjagd. Die Wildbretentwertung hält sich in sehr gut tolerierbaren Grenzen. Ich setzte Handladungen mit 150 gr Nosler B.T., 160 gr Nosler AB und 140 gr Barnes TTSX hauptsächlich ein. 700 SS in .300 Wby.Mag.: Eine 119,5 cm lange und 3,5 kg schwere (mit Zeiss Diavari VM 5-15x42 4,22 kg) Büchse, die von Martin Menke rund um das 700er Stainless-System „erneuert“ wurde mit McMillan-Fiberglasschaft und 66 cm langem Shilen-Match-Grade-Lauf. Die Büchse ist laborierungsempfindlich. Mit 165 gr Swift Scirocco Geschossen schießt sie aber konstant. 20 mm oder knapp darüber mit 5 Schuss/100 m. Auf 300 m liegen die Bestleistungen um die 60 bis 70 mm mit fünf Schuss sowie teils knapp darunter.
Mit ihr erlegte ich im heimischen Revier einige Rehe und etliche Sauen. Für Rehe ist sie übertrieben stark. Das Scirocco-Geschoss hielt aber die Zerstörung des Wildbrets in gerade noch akzeptierbaren Grenzen. In der Mongolei kam damit ein Steinbock auf erhebliche Entfernung zur Strecke, im Gebirge Rot- und Gamswild. Aber auch Muffel- und Damwild wurden damit erlegt.

Sei angemerkt, dass die .300 Wby. Mag. immer zuverlässig wirkte. 700 APR (African Plains Rifle) in .375 RUM: Eine Waffe aus dem Customshop, die ich auf ein paar Drückjagden auf Sauen führte. Ich setzte sie aber vor allem auf Steppenwild (Plains Game) in Zimbabwe und Namibia ein. Eine sehr angenehm zu schießende Waffe mit exzellentem, samtmatten Metallfinish und Schichtholzschaft. Ich erlegte damit unter anderem einen alten, sehr starken Elandbullen und ein kapitales Nyala in Zimbabwe. Die Waffe schießt dauerhaft ganz ausgezeichnet und viel besser als meine .375 H & H Mag. von einem anderen Hersteller. Streukreise von 25 mm oder knapp darüber sind die Regel. Unter 30 mm bleibt man fast immer (Handladung 300 gr Swift A-Frame, 260 gr Nosler Partition, 260 gr Nosler AB). Der 117,5 cm lange und 4,15 kg schwere (mit Leupold 1,5-5x20 4,57 kg) Repetierer mit 66 cm Safari-Lauf (Mündungsdurchmesser 19 mm) ist sehr ausgewogen. Er liegt ruhig im Anschlag. Dank des Gewichts und der idealen Schäftung schießt er sich angenehm. Die justierbare offene Visierung mit Schmetterlingskimme und Rundkorn sowie abnehmbarem Kornschutz wird dem Einsatzzweck gerecht.

Die Waffe hat ein drei Patronen fassendes einreihiges Steckmagazin. Der Kornsattel und die vordere Rimenbügelöse sind mit Laufringen befestigt. Abzüge Sei noch erwähnt, dass all meine Flintenabzüge an den Remington 700er auf 600 bis 700 Gramm einjustiert sind. Der Varmint liegt unter 600 Gramm. Alle Waffen haben abnehmbare Riemenbügel. Alle hier genannten Patronen-Ladedaten ausdrücklich ohne Gewähr!

Roland Zeitler