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Moorstimmungen

„Der Künstler will seine Bilder ­daher ebenso als Mahnung verstanden wissen …“



Die Wildtier- und Landschaftsmalerei zog Hubert Schupp (Jahrgang 1965) schon während seiner Schulzeit in den Bann. In dieser Zeit entstanden seine ersten zeichnerischen und malerischen Werke. Es folgten später erste Einzelausstellungen mit positiver Resonanz. In der PIRSCH erschien 1998 ein erster kleiner Beitrag.
Was den Künstler, er ist heute sebstständiger Rechtsanwalt, fesselt und ihn ständig dazu antreibt, sich in seiner – leider oft zu knapp bemessenen – Freizeit autodidaktisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, sind die sanften, zuweilen auch melancholischen Stimmungen in Moor und Ried. Die unvergleichlichen Momente zwischen Tag und Nacht, der Schimmer der Sonnenstrahlen im Moortümpel, der nebelverhüllte Bruchwald faszinieren ihn stets aufs Neue. Besonders als Jäger sieht der Künstler Schupp das Wildtier in diese Landschaft integriert, quasi als belebendes Element der artgemäßen Umgebung, allem voran Flugwild, insbesondere Wildenten und Schnepfen. Als eines seiner großen Vorbilder benennt er nicht umsonst den bekannten Jagdmaler Paul W. Dahms.
Das heimatliche Revier bietet Schupp aufgrund eines ausgewiesenen Naturschutzgebietes vielfältige Studienmöglichkeiten. Dabei soll nicht nur eine „Heile Welt“ dargestellt werden. Vielmehr ist der Wunsch zu verspüren, den Lebensraum der Tiere – so weit noch irgend möglich – unverändert zu erhalten und scheinbar unwichtige und unwirtschaftliche Landschaftsteile (was bedeutet in den Augen vieler eine brach liegende Streuwiese?) zu bewahren. Der Künstler will seine Bilder daher ebenso als Mahnung verstanden wissen und Auge und Herz des Betrachters für die Natur öffnen.
Die oftmals, gerade in der heutigen modernen Kunstszene artikulierte Forderung, Kunst müsse Spiegel der Umweltbedrohungen sein, wollen diese Bilder also durchaus vermitteln. Indirekt! Indem wir die Bilder als Symbole einer bedrohten Schöpfung betrachten. Dieses Anliegen, neben dem Vermitteln einer intensiven Augenblicksstimmung, steht an vorderster Stelle.