Home Praxis Maler der freien Wildbahn mit Gefühl für Farben

Maler der freien Wildbahn mit Gefühl für Farben

Kommt ohne Natur nicht aus: Der Künstler Rudolf Michalski. Foto: RM


Rudolf Michalski: 1940 in Breslau geboren, war er beruflich anfangs ganz „unkünstlerisch“ bei einer Krankenkasse angestellt, obwohl er von Kindesbeinen an gerne zeichnete und malte. Als 30-Jähriger machte der passionierte Jäger seine ersten künstlerischen Gehversuche; er lernt Fritz Laube anlässlich einer Ausstellung kennen und daraus entstand eine Bekanntschaft, die sich bis zu Laubes Tod zu einer tiefen Freundschaft entwickelte. In Berlin lebend, macht sich Michalski 1988 als freischaffender Künstler selbstständig und befolgt weiterhin Laubes Rat: „Draußen malen und genau hinschauen - nur so bekommt man die Stimmung mit, erkennt die richtigen Farbtöne“. Ausstellungen: Deutschland, Belgien, Italien, Luxemburg, Holland, Schweden und Schweiz; Veröffentlichungen seiner Gemälde und Zeichnungen in diversen Fachzeitschriften, Büchern und Kalendern.
 

Zum 70. Geburtstag<p>

Rehbock in sommerlicher Landschaft. Nach einem Gemälde von Rudolf Michalski


Filmaufnahmen aus der frei lebenden Tierwelt zählten schon immer zu den beliebtesten Sendungen im Fernsehen und sind auch heute noch ein Garant für hohe Einschaltquoten. Egal, ob von Prof. Grzimek, Eugen Schuhmacher, Heinz Sielmann oder jetzt von Andreas Kieling auf ihre so spannenden Exkursionen mitgenommen zu werden und teilhaben zu dürfen an dem, was die Tierfilmer mit ihren Kameras eingefangen haben, begeistert uns und weckt in uns Bewunderung auch für die Arbeit der Kameraleute. Diese Filme sind glaubhaft. In ihnen erkennt man anders als in Sience Fiction-Filmen das Echte, das Authentische, was dem Film eine besondere Wertigkeit verleiht. In der Tier- und Jagdmalerei verhält es sich nicht anders. Wenn ein Maler sich der Darstellung der frei lebenden Tierwelt in ihrem Lebensraum widmet, dann spürt der jagdlich firme und feinsinnige Betrachter sehr schnell, ob der Künstler sich seine Motive direkt aus der Natur, aus dem Revier geholt oder bei speziellen Fotoagenturen bestellt hat.
Einer, der ohne den direkten Kontakt zur Natur nicht auskommt, ist der Tier- und Jagdmaler Rudolf Michalski, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern konnte. Wie einst die ersten Impressionisten, die ihre Staffeleien zusammenpackten und mit Leinwand und Farben ihre staubigen Ateliers verließen, um sich die Impressionen für ihre Arbeiten direkt und unmittelbar draußen in der Landschaft zu holen, so zieht auch der Jäger und Maler Rudolf Michalski mit geschulterter Büchse und der Feldstaffelei im Rucksack hinaus in sein Freiluft-Atelier, das Revier.
Die Produktivität beim Malen im Freien ist, noch dazu, wenn man sich wie er der Öltechnik verschrieben hat, weitaus geringer als beim Malen im Atelier mit einem sicheren Dach über dem Kopf. Plötzlich aufziehender Sturm, Regen oder Schnee veranlassen den Künstler nicht selten, den schöpferischen Akt zu unterbrechen. Andererseits zwingt ihn eine instabile Wetterlage zu einem raschen, großzügigen Arbeiten, wodurch es ihm ermöglicht wird, die momentane Stimmung festzuhalten. Aus Michalskis Bildern spricht diese Unmittelbarkeit des erlebten Augenblicks und macht sie zu authentischen Belegen. Im Gegensatz zum Filmemacher kann es allerdings die Aufgabe des Malers nicht sein, ein getreues Abbild der Natur und der sich darin bewegenden Tiere zu produzieren.
Man würde Michalski nicht gerecht, würde man nicht auch seine Arbeit im Atelier erwähnen. Auch er verfährt nach dem Grundsatz, dass der Maler die Natur erleben muss, um dann das zu malen, was seine Augen durch den Schleier der Seele erkannt und gesehen haben.
Das technische Rüstzeug für seine überzeugende Arbeit hat er sich bei keinem Geringeren geholt als bei einem der Besten des 20. Jahrhunderts, bei Altmeister Fritz Laube, und der hat nicht jeden jungen Künstler unter seine Obhut genommen. Der Laubesche Einfluss ist in Rudolph Michalskis Bildern unverkennbar und es tut gut zu sehen, dass wir es hier mit einem Künstler zu tun haben, der sein Handwerk gelernt hat und nicht versucht, mit billiger Effekthascherei Eindruck zu machen. Eine besondere Würdigung erfuhr der Künstler mit der Verleihung des Kulturpreises des Deutschen Jagdschutz-Verbandes 1998 auf dem Bundesjägertag in Wernigerode. Dr. Jörg Mangold

Kontakt: Rudolf Michalski, Fetschowzeile 14, 13437 Berlin E-mail: rudolf.michalski@t-online.de
Web: www.rudolf-michalski.de

 


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