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Es lebe der Pelz!

Foto: J. Hollweg


Er ist teuer, elitär und war lange Zeit verpönt: Nun feiert der Pelz (s)ein kleines Comeback. Und zwar nicht in seiner synthetischen Form, sondern in natura. Das verstaubte Image hat er inzwischen längst verloren. Kürschner und Rauchwarenhändler haben dieses wertvolle und nachhaltige Naturprodukt wieder richtiggehend salonfähig gemacht. Pelz sieht man nicht nur auf den Laufstegen dieser Welt, auch Prominente und Trendsetter in der ersten Reihe tragen ihn mittlerweile wieder ungeniert zur Schau.
Das Tragen von Pelz ist darüber hinaus nicht nur zweckmäßig, sondern auch ökologisch sinnvoll.

 

Traditionelle Handwerkskunst

Foto: J. Hollweg


„Das Pelzhandwerk gehört zu den ältesten Handwerken, schafft nachhaltige, lange werthaltige und in schöner Handwerkstradition geschaffene Kleidungsstücke und ist daher gerade für die Mode und die Kunden, die nachhaltige Wertesuchen, ein wertvoller Partner”, sagt Susanne Kolb-Wachtel vom Deutschen Pelz Institut in Frankfurt am Main.
Jäger leisten mit der Bejagung von Prädatoren einen wertvollen Beitrag zur Hege sowie zum Artenschutz. Allerdings werden die Bälge der erlegten Räuber nur selten einer weiteren Nutzung zugeführt. Verwerten statt verwerfen sollte künftig die Devise lauten!
Neben einer sinnvollen Nutzung von Ressourcen haben Bälge aus weidgerechter Jagd zudem im Vergleich zum Kunstpelz eine hervorragende Öko-Bilanz.

Raubwildjäger aufgepasst!

Foto: J. Hollweg


Vom Ankauf der Rohware über die Gerbung bis hin zur individuellen Modegestaltung - Kürschner sind die Fachleute schlechthin in Sachen Pelz. Geben auch Sie Ihre Bälge in Kürschnerhand und freuen sich im Gegenzug auf modische Bekleidung und Accessoires. Egal ob als Jacke, Mantel, Stola, Mütze, Muff oder als edle Decke in der Wohnung - bei der Verarbeitung dieses edlen Naturmaterials sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
„In jedem Fall brauchen wir Winterbälge (November bis Ende Januar), dicht, nicht räudig und oberhalb der Branten abgeschnitten. Klasse wäre auch, wenn es farblich einheitliche Felle sein könnten, das erleichtert das Sortieren”, erklärt Kolb-Wachtel.Wer sich der weidgerechten und nachhaltigen Prädatorenjagd verpflichtet fühlt, sollte sich auf mit einem Kürschnerfachbetrieb in Verbindung setzen.
Anna L. Kaufmann

 

Daten & Fakten

Foto: Kürschner Werkstatt Martina Greggers


Jahresjagdstrecke Raubwild
Deutschland 2013/14

Rotfuchs: 380.694
Waschbär: 96.162
Marderhund: 20.140
Steinmarder: 47.058
Baummarder: 5.321
Iltis: 9.632

Quelle: DJV Handbuch Jagd 2015



Link: Adressen Kürschner-Betriebe


 


Anna Lena Kaufmann ist freie Journalistin, Jägerin und Falknerin. Ihr Büro liegt im Herzogtum Lauenburg, wo sie lebt und jagt.
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