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Die Sako Tikka T3 Super Varmint. Foto: Roland Zeitler © Roland Zeitler

Die Sako Tikka T3 Super Varmint. Foto: Roland Zeitler


Tikka-Repetierer, die in Riihimäki in Finnland in der Sako-Fabrik gefertigt werden, haben einen guten Ruf für ihr ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für einen niedrigen, fairen Preis erhält man "viel Waffe". Hinzu kommt noch das hohe Präzisionspotenzial dieser Serienwaffen – auch dafür sind sie weltbekannt. Immerhin schaffte die vorliegende Büchse Fünf-Schuss-Streukreise von 45 und 48 mm auf 300 m. Es gibt Büchsen, die schaffen das nicht mal auf 100 m.

Ob‘s stürmt oder schneit…

Die Tikka T3 Super Varmint ist ein Allwetter- Repetierer, der sich ausgezeichnet auch für weite Schüsse eignet. Das Kaliber .300 Win. Mag. bringt auch auf große Entfernungen noch genug Energie für eine schnelle Wirkung im Wildkörper. Die Patrone eignet sich hervorragend für die Hochwildjagd – von der Kirrungsentfernung bis hin zu sehr weiten Schüssen. Die Tikka T3 Super Varmint wurde kompromisslos auf harten Einsatz hin entwickelt. Stainless-Stahl und robuster Kunststoffschaft sprechen dafür. Der Repetierer ist mit einem robusten System ausgestattet. Die 22,5 cm lange, kräftige Hülse hat seitlich ein schmales, aber langes Auswurffenster. Auf der Oberseite ist eine 15 cm lange Picatinny- S-chiene ausgestaltet. Die durchaus "geschlossene" Hülse mit ihren starken Wänden ist extrem verwindungsstabil. Beste Voraussetzung für eine hohe Schusspräzision. Die Hülse wurde maschinengerecht gestaltet. Die Schrägen und Seiten sind gerade mit Kanten versehen. An der Hülse befindet sich ein starker Rückstoßstollen. Die Kammer verriegelt mit zwei kräftigen Warzen im Hülsenkopf. Der Stoßboden wurde zurückversetzt, sodass das Patronenende von einem Stahlbund umgeben wird, der lediglich vom kräftigen Auszieher nach Art Sako unterbrochen wird. Die federbelastete kräftige Auszieherkralle wird auch mit festsitzenden Hülsen fertig. Der Auszieher hat sich unter harten Bedingungen bewährt. Im Stoßboden sitzt der federbelastete Auswerfer. Der leicht gebogene Kammerstängel wurde in einem Schwalbenschwanz der Kammer solide verstiftet. Der Kammerstängel endet in einer griffigen Kugel, die eine Bohrung aufweist. Damit spart man aber nur ein paar Gramm Gewicht. Das Schlösschen hat eine Kunststoffhaube, die vor Nässe und Schmutz schützt. Im gespannten Zustand tritt hinten eine gut sicht- und fühlbare Signalschiene hervor. Der Schlosshalter an der linken Hülsenseite besteht übrigens auch aus Kunststoff.

Sicherung und Abzug

Hervorragende Verarbeitung...Foto: Roland Zeitler © Roland Zeitler

Hervorragende Verarbeitung...Foto: Roland Zeitler


Die seitliche Sicherung wirkt auf den Abzugsstollen. Sie hat zwei Stellungen. In gesicherter Position wird zusätzlich die Kammer gesperrt. Zum Entladen muss entsichert werden. Die Sicherung lässt sich sehr geräuscharm bedienen. Sie kann mit Handschuhen gerade noch bedient werden. Der Abzug in einem Alugehäuse ist in Widerstand (1.000 bis 2.000 g), Vorzug und Triggerstopp justierbar. Er stand sehr trocken und brach nach 900 g Widerstand wie Glas. Dank hervorragender Charakteristik und praxisgerechten Widerstands lässt er hochpräzise Punktschüsse zu. Der große Kunststoffabzugsbügel ermöglicht ein Schießen mit Handschuhen. Das einreihige, fiberglasverstärkes Kunststoffmagazin fasst vier Patronen im Magnumkaliber. Es wird mittels versenkter Druckplatte vor dem Magazin entriegelt.

Stainless-Matchlauf

In den Hülsenkopf wurde ein 60 cm langer, nicht zu dicker Stainless-Matchlauf eingeschraubt. Der kalt gehämmerte Stainless-Lauf ist fast zylindrisch. Er verjüngt sich von 29 mm an der Wurzel bis hin auf 22 mm Durchmesser an der Spitze. Die Mündung wurde tellerartig leicht abgesenkt. In dem sehr maßhaltig gefertigten Präzisionslauf liegt ein Großteil des Potenzials für die ausgezeichnete Schussleistung. Das Patronenlager weist minimale Toleranzen auf und wurde sehr präzise sowie konzentrisch zur Laufseelenachse geschnitten. Das Laufprofil erwies sich als sehr glatt und praktisch fehlerfrei.

Robuster Kunststoffschaft

Den grauschwarzen, faserverstärkten Kunststoffschaft hat man für daspräzise Schießen optimiert. Der 36 cm lange Hinterschaft mit steilem Pistolengriff und geradem Schaftrücken schließt nach zwei Zwischenlagen mit rückstoßdämpfender Gummischaftkappe ab. Der Pistolengriff hat beidseitige leichte Aufbauchungen, die den Handhohlraum gut ausfüllen. Der Handballen kommt in einer Auskehlung zur Lage. Es ergibt sich ein satter Griff. Auf dem Schaftrücken befindet sich eine Springbacke, die sich um 40 mm in der Höhe verstellen lässt. Mittels Rändelschraube lässt sie sich in fünf Stufen verstellen. An den sich leicht verjüngenden Vorderschaft wurde ein Griffteil angeschraubt. Das Teil erstreckt sich auf 27 cm Länge über den gesamten Vorderschaft. Es hat eine flache, in der Mitte 5,2 cm breite Unterseite. Seitlich ist es leicht gerundet. Das Griffteil verbreitert den Vorderschaft um rund 10 mm. Es wurde mittels Inbusschrauben befestigt. Die Seiten sind wie am Pistolengriff mit Rautenmuster strukturiert. Dies erhöht die Rutschfestigkeit und begünstigt einen sicheren Griff. Auf der Waffe wurde ein Burris Eliminator Laser Scope 4-12x42 mit Laserentfernungsmesser und Flugbahnkompensator montiert. Die Waffe wurde sehr gut verarbeitet. Bis auf glatte Kammer und Kammerstängel wurden die Metallteile matt sandgestrahlt. Das System sitzt präzise im Schaft. Es wurde pillargebettet. Der Lauf liegt im Schaft frei.

Handhabung und Schussleistung

Die 3,84 kg schwere und 112 cm lange Waffe ist sicherlich kein Leichtgewicht. Mit montiertem Zielfernrohr liegt ihr Schwerpunkt am Hülsenende. Dank schweren Laufes schwingt die Waffe beim flüchtigen Schießen gleichmäßig mit. Ein Auf und Ab des Laufes gibt es nicht. Der Mündungshochschlag fällt gering aus. Die Büchse lässt sich angenehm schießen. Sie ist problemlos auch von rückstoßempfindlichen Schützen zu schießen. Ihre Funktion war ausgezeichnet. Dank gerader Patronenzufuhr war ein reibungsloses Laden möglich. Der Verschluss lief weich und verkantungsfrei. Ein schnelles Repetieren ist möglich.

Fazit

Der Repetierer eignet sich ideal zur Hochwildjagd. Etwa an sehr langen Schneisen, wie man sie oft im Gebirge hat. Genauso ist er aber für sportliches Schießen und Übungsschießen auf der 300-Meter-Bahn ideal. Die Schussbilder sprechen für sich. Nahezu alle Fabrikate verdaute die Waffe problemlos. Streukreise aus warmem Lauf von 14 mm auf 100 m oder von 45 mm auf 300 m sprechen für sich. Der Waffe kann eine hervorragende, ja exzellente Schussleistung bescheinigt werden. Übrigens waren zehn Schuss hintereinander kein Problem. Die Treffpunktlage veränderte sich nicht.#
Roland Zeitler





(alle Angaben ohne Gewähr)