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Kitzrettung: Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Drohnen?

Dieses Rehkitz konnte dank einer Drohne gefunden und vor dem Mähtod gerettet werden. Doch die Anschaffung von Drohnen ist kostspielig… © Rasso Walch
Dieses Rehkitz konnte dank einer Drohne gefunden und vor dem Mähtod gerettet werden. Doch die Anschaffung von Drohnen ist kostspielig…

Unvermeidbar überschneiden sich in den Frühlingsmonaten die Brut- und Setzzeit und die Wiesenmahd. Die Folge sind immer wieder ausgemähte Kitze, Junghasen oder Gelege. Im Interesse vieler Landwirte und Jäger – und weil der Gesetzgeber es vorschreibt – werden daher von diesen verschiedene Anstrengungen zur Jungwildrettung unternommen. Ein wichtiges Instrument ist dabei der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera. 

Doch die Anschaffung geeigneter Drohnen ist ein kostspieliges Unterfangen, welches nur selten allein von Jägern bzw. Jägerschaften gestemmt werden kann. Das Bundeslandwirtschaftsministerium wird daher die Anschaffung von Drohnen fördern. Doch auch in einigen Bundesländern gibt es Möglichkeiten, um finanzielle Hilfe für die Anschaffung von geeigneten Drohnen zu erhalten. 

Diese Fördermöglichkeiten für Drohnen gibt es in Ihrem Bundesland

"Aktuell besteht auf Seiten des Landes Baden-Württemberg keine generelle Fördermöglichkeit für die Anschaffung von Drohnen zur Jungwild- bzw. zur so genannten Kitzrettung. In speziellen Einzelfällen ist jedoch eine Förderung solcher Projekte möglich." Dies kann z.B. über Wettbewerbe, die vom Land Baden-Württemberg ausgeschrieben werden, geschehen. Ansonsten verweist Ba-Wü auf (örtliche) Crowdfundings oder Sponsoring durch Unternehmen oder Privatpersonen.

"Im Rahmen der landwirtschaftlichen Förderprogramme des Staatsministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten stehen derzeit grundsätzlich keine Fördermöglichkeiten für den Einsatz von Drohnen zur Kitzrettung zur Verfügung. Es ist auch kein spezifisches Programm in Vorbereitung." 

"Drohnen zur Rettung von Jungwild sind aus Mitteln der Jagdabgabe nicht förderfähig."

"Eine Förderung für den Einsatz von Drohnen ist derzeit nicht möglich. Es wird aber auf der Ebene der Bund-/Länder-Fachreferenten diskutiert, inwieweit eine Möglichkeit geschaffen werden kann. Hessen bietet jedoch seit 2020 ein Förderprogramm zum Einsatz von insekten- und wildtierschonenden Mähverfahren an. Hierbei fördern wir den Einsatz von Messerbalkenmähwerken (anstellen von Kreisel- oder Schlegelmähwerken) und die Anwendung bestimmter Mähtechniken (z. B. von Innen nach Außen oder in Mosaikform, so dass Wildtiere rechtzeitig fliehen können)."

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit einiger Zeit Möglichkeiten zur Förderung von Drohnen: "Allerdings nur für den Einsatz, nicht für die Anschaffung von Drohnen. Der Einsatz wird mit einer Summe in Höhe von max. 1500,- €/Jahr aus Mitteln der Jagdabgabe gefördert." Beim Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern finden Interessierte mehr Informationen dazu.

"Das Land Niedersachsen plant keine Bereitstellung von Fördermitteln für den Einsatz von Drohnen im Rahmen der Kitzrettung." Allerdings gibt es in Niedersachsen die Möglichkeit die Anschaffung von Drohnen über die Bingo Umweltstiftung fördern zu lassen.

Nordrhein-westfälische Kreisjägerschaften können einen Antrag zur Drohnenförderung beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz stellen. Die Zuwendung beträgt maximal 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Hier finden Sie weitere Informationen dazu.

Noch keine Rückmeldung vom zuständigen Ministerium.

"Eine Drohne wurde für die Vereinigung der Jäger des Saarlandes aus Mitteln der Jagdabgabe angeschafft. Die Drohne wird durch eine kundige Person auf Anfrage zur Kitzrettung und Begutachtung von Schwarzwildschäden eingesetzt. Dies geschieht jeweils in enger Absprache mit dem Jagdausübungsberechtigten, wobei der Einsatz in Gebieten mit bodenbrütenden seltenen Vogelarten (Feldlerche; Rebhuhn; in der Nähe von Greifvogelhorsten) nicht erfolgt. Für die Oberste Jagdbehörde wird hierzu jährlich ein entsprechender Bericht (Aufstellung zu den Einsätzen) gefertigt. Wie oben bereits geschrieben, erfolgte die Beschaffung der Drohne überwiegend aus Mitteln der Jagdabgabe (85% der Kaufsumme). Weitere Förderungen sind zurzeit nicht geplant."

"Zum Schutz junger Tiere bei der Mahd sind die Landwirte verpflichtet. Über die Richtlinie „Landwirtschaft, Innovation und Wissenstransfer (LlW/2014)“ können Landwirte bei der Anschaffung von Drohnensystemen eine Förderung erhalten. Dabei gilt, dass entsprechende Drohnensysteme insgesamt einer optimierten Bewirtschaftung dienen. Dabei wäre das Auffinden von Jungtieren ein Aspekt. Geräte, die alleine z.B. für das Auffinden von Kitzen konzipiert sind, können allerdings nicht gefördert werden.

Zuständig ist in Sachsen das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Referat 31 - Investitionsförderung Landwirtschaft.

Weitere Informationen können hier abgerufen werden."

"Das Land Sachsen-Anhalt gewährt Zuwendungen für jagdliche Zwecke auf der Grundlage des § 22 Absatz 2 Landesjagdgesetz Sachsen-Anhalt – Jagdabgabe. Mit der Gebühr für den Jagdschein erhebt die Jagdbehörde eine Jagdabgabe in Höhe von 25 Euro von jedem Jäger, jeder Jägerin des Landes. Für Förderungen aus den Mitteln der Jagdabgabe, stehen aufgrund dieses kleinen Beitrages der/des Einzelnen jährlich rund 300.000 Euro zur Verfügung.

Die Zuwendungen erfolgen als Projektförderung für einzelne, abgegrenzte Vorhaben in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Als Beitrag zum Tier- und Artenschutz bzw. als besondere Maßnahme der Hege ist auch die Anschaffung einer technischen Ausstattung zur Lokalisierung von Bodenbrütern und Rehkitzen aus der Luft zur Verhinderung von Mähopfern zuwendungsfähig.

Anträge sind an das Landesverwaltungsamt, Ernst-Kamieth-Straße 2, 06112 Halle (Saale) zu richten. Der erste Antrag dieser Art befindet sich derzeit in Bearbeitung. Er wurde vom Verein Wildtierretter Sachsen-Anhalt e. V. gestellt und umfasst die Förderung von fünf Drohnen. Weiterführende Informationen und das Antragsformular sind hier eingestellt."

"Derzeit gibt es keine Fördermöglichkeit für Drohnen."

"Seitens des für Jagdwesen zuständigen Referates des TMIL sind zwar keine speziellen Förderungen zur Anschaffung von Drohnen für das Aufspüren von Rehkitzen durch Privatpersonen vorgesehen. Im Rahmen einer Projektförderung nach Maßgabe der Jagdwesen-Förderrichtlinie (ThürJWFRL) wäre eine einzelfallweise Förderung auf Antrag von berechtigten Stellen oder Personen, bei der obersten Jagdbehörde (TMIL), jedoch möglich. Antragsberechtigt sind Schulen, Vereinigungen und Fördervereinigungen des Jagdwesens mit Sitz in Thüringen; Inhaber eines gültigen Jagdscheins mit Hauptwohnsitz in Thüringen; Jagdausübungsberechtigte nach § 7 Abs. 1 Satz 1 Thüringer Jagdgesetz in Thüringen sowie Einrichtungen zur Jagd- und Wildforschung. Das Projekt muss einen Zweck entsprechend der ThürJWFRL aufweisen und entsprechend vom Antragsteller begründet werden sowie von der obersten Jagdbehörde unter Beteiligung des Jagdbeirates und der Vertretung der Jägerschaft bewilligt werden. Je nach Inhalt und Ausrichtung des Projekts ist eine anteilige Übernahme der Anschaffungskosten möglich. Die genannte Förderung betrifft die Zuständigkeit des TMILs. Es kann keine Aussage getroffen werden, inwiefern es weitere Möglichkeiten der Förderung durch andere Stellen der Landesregierung und ihrer Ressorts gibt."

Sollte eine Förderung in Ihrem Bundesland nicht vorgesehen sein, gibt es weitere Möglichkeiten zur Bezuschussung. Eine Form ist dabei ein Crowdfunding. Viele Jäger/ Jägerschaften sammeln dafür Spenden bei örtlichen Firmen und/ oder Privatpersonen. Außerdem unterstützen immer wieder Banken über Wettbewerbe solche Projekte. 

Bingo-Umweltstiftung in Niedersachsen

In Niedersachsen können Kreisjägerschaften auch einen entsprechenden Förderantrag an die Bingo-Umweltstiftung stellen. Durch die Umweltstiftung wurden bislang 34 Drohnen für Jägerschaften gefördert. Bingo übernimmt dabei maximal 50 % der Projektkosten bis zu einer Höhe von 5.000 Euro (10.000 Euro Gesamtkosten für das Projekt). Einen Antrag können hier jedoch nur eingetragene Vereine wie Kreisjägerschaften stellen. Ein Antrag von Privatpersonen ist nicht möglich. 

Im Gespräch mit der Redaktion erklärt der Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung, dass ein Antrag durch die Kreisjägerschaften in der Regel problemlos sei. Man prüfe den entsprechenden Bedarf. Wichtig sei nur, dass Leute mit Vorerfahrung vorhanden seien und mindestens eine Person einen entsprechenden Drohnen-Führerschein besitzt. Zudem würde man Wert auf eine entsprechende Vernetzung vor Ort zur Landwirtschaft und Naturschutz legen. Interessierte finden weitere Informationen dazu auf der Seite der Bingo-Umweltstiftung.


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