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Jagen mit Zielstock: Wieviele Beine sollte ein Zielstock haben?

Wildmeister Matthias Meyer © dlv
Matthias Meyer
am
Montag, 12.04.2021 - 09:25
Waffe-liegt-auf-Vierbein © Matthias Meyer
Das Vierbein sorgt durch die Gewehrauflage am Vorderschaft und in Höhe des Pistolengriffs für große Stabilität.

Das Einbein

Der einbeinige Zielstock ist bei vielen die beliebteste Variante, zumindest, wenn die Schussentfernung nicht zu weit und schnelles Handeln gefragt ist. Ohne Frage ist es in den meisten jagdlichen Situationen in alle Richtungen schnell und flexibel einsetzbar. Gerade bei der Pirsch in unübersichtlichem Gelände kann das entscheidend sein. Ähnlich dem traditionellen Bergstock dient das Einbein im schweren Gelände als drittes, stützendes Bein. Ein großer Nachteil ist das Stabilisieren der Waffe für einen präzisen Schuss auf kleine Ziele oder größere Entfernungen. Was aus der knienden oder sitzenden Position heraus mit einer relativ stabilen Dreipunktauflage (Ellenbogen auf den Oberschenkeln abgestützt) gelingt, scheitert oft im stehenden Anschlag.

Da Zweibein

Der zweibeinige Zielstock bietet aufgrund der Schere einen deutlich stabileren Stand und damit eine höhere Sicherheit als das Einbein. Allerdings bedarf es etwas Übung, damit das Aufstellen beider Beine zügig gelingt. Höhenkorrekturen sind durch einfaches Kippen schnell und präzise möglich und punkten vor allem bei Wildbewegungen im Gelände mit deutlichen Höhenunterschieden. Soll allerdings seitlich ziehendes Wild verfolgt werden, muss das Zweibein angehoben und verstellt werden. Ungübte sind in der Bewegungsfreiheit zur Seite anfangs eingeschränkt, durchaus lässt sich dies mit ein bisschen Übung beheben. Bei weiten Schussdistanzen fehlt dem Schützen im stehenden Anschlag auch hier die nötige Stabilität für den präzisen Schuss, die sich aber mit dem sitzenden oder knienden Anschlag perfekt ausgleichen lässt.

Das Dreibein

Eine weitere Stütze erhöht logischer Weise die Stabilität der Auflage gewaltig. Damit sind das sichere Stehen und ein präzises Auflegen und Einrichten von Gewehr, Spektiv oder Kamera problemlos machbar. Insbesondere Schüsse auf weite Distanzen gelingen so treffsicher. Allerdings nimmt die Spontanität und flexible Handhabung aufgrund des dritten Beines deutlich ab. Es müssen nicht nur alle drei Beine neu gestellt, sondern auch in der Höhe nivelliert werden. Zudem leidet der Bewegungsfreiraum, wenn der Jäger um die drei Stützen herumgehen oder dazwischen steigen muss. Einige Modelle besitzen einen, einem Fotostativ ähnlich, drehbaren Auflagekopf. Damit erhöht sich die Wirkungs- und Handhabungsweise des Dreibeins wesentlich und eignet sich nicht nur für Schüsse vom Ansitz aus. Es ist sogar möglich, Auflageköpfe mit Gewehrhalterungen zu bekommen, die präzise Schießleistungen auf große Entfernungen zulassen und bei großen Kalibern den Rückstoß wesentlich auffangen.

Das Vierbein

Nach anfänglichen Proto- typen und damit verbundenen Anlaufschwierigkeiten finden sich nun immer häufiger vierbeinige Zielstöcke. Sie bestehen meist aus Doppelscheren, die, einmal ausgeklappt, für das Gewehr zwei Auflagepunkte bieten – einmal in Vorderschafthöhe und einmal in Höhe des Pistolengriffs. So eingeklemmt, besteht fast keine Wackelgefahr mehr. In sich sehr stabil, kann sich der Schütze voll in den Stock lehnen. Vom Vierbein sind präzise Weitschüsse in vielen Fällen sicherer und angenehmer als von so manchem Hochsitz. Wenn auch die Flexibilität anfänglich komplett fehlen sollte, ist das Umsetzen in eine andere Richtung bei etwas Übung im Umgang mit dem Stock bei Weitem einfacher und schneller als mit dem Dreibein.


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